Die Vorbemerkung läßt einen noch schmunzeln ...
Arne Hoffmann behandelt in seiner Anthologie den
Sadomasochismus in der Weltliteratur. Den Anfang macht
das Mittelalter & die Renaissance. Dem schließt sich die
Romantik an. Es geht über die Décadence, die Moderne,
die Postmoderne & die Gegenwart zu den Grenzfällen. Mit
letzterem sind Texte gemeint, die den Bezug zum SM nicht so
offensichtlich propagieren wie die Werke zuvor.
Man hat hier kein Kinderbuch vor sich & sollte bei einigen
Auszügen diverser Texte dieses Bewußtsein bewahren. Ich kann
nur betonen, daß Phantasie & Realität zweierlei sind. Demzufolge
würde ich aus den Werken der Autoren nicht schließen, daß sie
pervers sind. Es geht oft um mehr als Sex. Die Stücke haben die
Lebensumstände in der jeweiligen Zeit behandelt & verarbeitet.
*Les onze mille verges* von Guillaume Apollinaire ist in diesem
Sachbuch unangefochten. Gefolgt von Bret Easton Eillis *American
Psycho*. Die Inhalte sind schwer zu fassen & nicht mit dem
Verstand vereinbar.
Diese Lektüre ist ein wahrer Fundus & zeigt Geschichten, die
mehr als einen Blick bzw. Auszug wert sind. Es wird aufgezeigt,
welche Schriftsteller sich bereits vor vielen Jahren mit dem
Thema SM beschäftigt haben.
Nun zur Kritik =>
Ich finde es schade, daß es so gut wie keine Übersetzung von
französischen & englischen Texten gibt. Letzteres machte
mir z.B. keine Probleme dafür mußte ich beim Französisch passen.
Und Herr Hoffmann? Wer unter den Lesern kein Mittelhochdeutsch
spricht, ist für all die obszönen Texte, die folgen werden,
ohnehin viel zu jung? So, so ... Der arme Heinrich! *g*
Die Fußnoten haben ein Kapitel für sich. Am Ende des Buches!
Für mich haben sie damit ihren Sinn verloren. Sie gehören unter
den Text der jeweiligen Seite. Es nervt zuweilen immer
rumzublättern. Schließlich sind 335 Endnoten (!) kein
Zuckerschlecken für 244 Seiten Text.
Fazit: Lesen!