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Das bunte Gemisch klingt überaus eigenständig und verströmt eine Frische, die einen dazu ermuntert, dem anspruchsvollen Songmaterial auch noch einen vierten und fünften Durchlauf zu gewähren, bis alle elf Tracks ohne Anlaufschwierigkeiten zünden. Jazziges Drumming, markante Bässe und extrem abwechslungsreiche Gitarren zwischen Stakkato-Gehämmer und weichen Soundscapes bilden ein erdbebensicheres Fundament für Claudio Sanchez' hellen, streckenweise an Rushs Geddy Lee gemahnenden Gesang. Intensive Gefühle werden ohne Pathos vermittelt, und zwischendurch geht immer wieder schön rockig die Post ab. Ein Kracheralbum mit Langzeitwirkung! --Michael Rensen
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Bestes Beispiel wäre schon mal der nicht besser zu machende Albumauftakt. Rrrrrrring. Rrrrrrring. Nach ungefähr 25 Sekunden erbarmt sich endlich jemand und hebt den Hörer ab, damit wir in ein fesselndes und vielschichtiges Album einsteigen können. "The Ring In Return" heißt das Intro und bereitet den Weg für den 8-minütigen Titeltrack, der majestätisch dahinschreitet. Und sich plötzlich für einen Mörderrefrain schier zerreißt. Sich in der Mitte verliert, um wieder neu zu beginnen. Und nicht zuletzt den Hörer enthusiastisch zurücklässt. Ist das Emo? Ist das so ähnlich wie Mars Volta? Ist das Prog? Von allem etwas, und dann doch etwas ganz eigenes.
Jedoch ist "In Keeping..." trotz einer gewissen Eingewöhnungszeit nicht ganz so schwere Kost, wie man nun annhemen könnte. Ein "Blood Red Summer" oder "A Favor House Atlantic" schafft die Distanz auch mit Tiefgang ohne große Verschachtelungen. Als Herzstück dient dabei die Triologie "The Camper Velourium". "Faint Of Hearts" rockpoppt dabei noch vergleichweise froh, "Backened Of Forever" zieht schon eher Wolken an den Himmel und "Al The Killer" ergeht sich in einen ebensolchem Song.
So darf man wohl gespannt sein, wie die Teile vier und eins ausfallen werden. Eins ist sicher: Es ist bereits ganz groß und es wird wohl noch viel, viel größer. Mit "In Keeping..." haben sie ein Meisterstück abgeliefert, das so schnell nicht aus den Playern kommen wird.
Highlights: In Keeping Secrets Of Silent Earth: 3 | Three Evils (Embodied In Love And Shadow) | The Camper Velourium III: Al The Killer | A Favor House Atlantic
Die durchgeknallten Jungs von Coheed & Cambria gehören zu dieser kleinen aber feinen Auswahl an Bands die heuer mit grandiosem Song- und Soundwriting, talentierten Musikern und grossem Ideenreichtum punkten können. Dabei ist der Sound von CAC nun doch nicht mit einem Wort zu erklären; auf der einen Seite, eben ganz schön emo(core), mit rührenden Melodien, catchy Lyrics und einer markant herzzereissenden Heliumstimme seitens Claudio Sanchez. Andererseits gehen sie aber auch als astreine Prog-rock/metal Band durch, die mit teils wirklich schwindelerregenden Arrangements, allerlei Finessen und ausufernden Songs, die oftmals an der 9 minuten Marke kratzen ein jedes Muckerherz höher schlagen lassen. Die Band selbst betitelt ihren Sound übrigens als sogenannten "SciFi-Emo", was wohl weniger mit einem Stil an sich, als vielmehr mit der (äusserst konfusen) SciFi Story um das Album bzw. deren Lyrics zu tun hat. /
Aber kommen wir ruhig wieder zurück zur Musik. Die scheint auch nicht von dieser Welt, denn was CAC da innerhalb von 70 minuten zelebrieren ist wahrlich als traumhaft zu bezeichnen. Manches mal erinnert das Ganze, bedenkt man Intensität, freigesetzte Energie und diese "losgelöste Art" der Kompositionen an Mars Volta. Zb. das dreiteilige "The Velourium Camper", welches sich vom einschmeichelnd, beinahe funkig anmutenden ersten Teil "Faint of Hearts" über das brutal antreibende "Backend of Forever" bis hin zum atmosphärisch äusserst dichtem Finale "Al The Killer" vorarbeitet. Dabei überrascht die Band immer wieder mit spannenden Wendungen und, bei aller progschen verquerheit auch mit erstaunlich griffigen Melodien, die aber niemals abgespackt wirken, sondern stets grossartig verpackt sind. Da geben sich hysterische Ausbrüche und ruhig, gar düster instrumentierte Passagen die Klinke in die Hand ... nachzuhören im wirklich atemberaubenden Titeltrack. Und immer wieder diese wundervolle Stimme. Spätestens wenn Sanchez dann in bester emocore Manier sein Organ rauer und lauter werden lässt, kann sich auch ein Gefühls-Krüppel der Gänsehaut nicht mehr erwehren. Ganz gross!
In Keeping Secrets of Silent Earth: 3 ist, ich möchte es jetzt schon sagen, ein Album für die Ewigkeit. Gemacht für Leute, die auch nach 50+ Durchläufen noch neue Facetten finden wollen. Mal wieder eines von diesen Alben, welches als Gesamtkunstwerk verstanden werden möchte, wo die skip-taste gedanklich nicht existiert. Wer auch nur ansatzweise etwas mit Prog-Rock oder emo zu schaffen hat, kaufe sich dieses Album und sei dann beeindruckt von soviel traumhaft schöner Musik. Bei aller Liebe, mehr gibt es nicht zu sagen ...
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