Kurzbeschreibung
Jens Friebes Debutalbum "Vorher Nachher Bilder" gewann letztes Jahr die Herzen des musikinteressierten Publikums mit einer Mischung aus trotz Catchyness verspieltem Elektro-Pop und cleveren, direkten Texten (siehe Indie-Hits wie "Gespenster" und "Bring mich zum Wagen").
Am 29.08.05 erscheint sein zweites Album "In Hypnose". Das Songwriting ist formvollendet, die Texte verzehrend und klug wie gehabt. Es wird weiterhin für alle genug zu tanzen, zu denken und zu träumen geben. Friebe singt über Unglücke und Rettungen, Partys, Erschöpfung, Vegetarismus, Mythos, Aufklärung und die vorgezogene Bundestagswahl.
Jens Friebe ist Deutschlands Lagerspalter: Weil er auch Mut zu Camp zeigt, nennen die ganz Coolen das weichlichen Kitsch. Weil endlich ein deutscher Musiker mit Geschlechterrollen spielt, reagiert der homophobe Mob angriffslustig. Und da Friebes Texte mehrdeutig sind, wollen überforderte Feuilletonschreiber ihm gar Nationalismus anhängen. Doch der Wahlberliner hat für alle die richtige Antwort: sein zweites Album ãIn Hypnose". Wieder reicht das Spektrum auf der wohl besten deutschen Popplatte 2005 von Discoquatsch bis zu handgemachten Liebesliedern. Und wieder wird vor allem über die intelligenten Texte geredet werden. Zu Recht, denn Friebe reiht wunderbare Sprachbilder zu ganz konkreten Geschichten auf - und eröffnet trotzdem unzählige Bedeutungsebenen. Und einen Hit wie ãLawinenhund" soll Friebe erst mal jemand nachmachen. (cs)
Biographie der Mitwirkenden
Auf den noch heißen Spuren seines jubelumwobenen Debüts Vorher nachher Bilder lässt unser junger Freund nun ein zweites großes Album folgen. Doch erinnern wir uns kurz: Aus dem Nichts erschien dem Publikum 2004, in einer Gestalt, die es nur halb verstand, Jens Friebe: Auf einem unüberschaubaren stilistischen Feld zwischen Kollossaler Jugend und Pet-Shop-Boys (Spex) äsend, sexuell ambivalent und so recht keiner Stadt zuzuordnen, gab er uns Aufmerksamen so manches Rätsel auf. Doch während die Geister sich noch an ihm abrackerten, spürten die Herzen derer, die überhaupt noch was merken, bereits: hier ist ein neuer Stern geboren. So ornamental wie direkt, clever und campy waren die Worte und Töne, dass es kein Kunststück war, sie zu lieben; und um Liedern wie Wenn man euch die Geräte zeigt, Bring mich zum Wagen und Gespenster die Zukunft von Underground-Evergreens vorherzusagen, brauchte man wirklich keine Kristallkugel.
Apropos Kristallkugel: Wie der Titel In Hypnose ahnen macht, liegt ein starker Budenzauber auf der zweiten Friebe-Platte, die Sie soeben in Händen halten. Teilst du mit mir ein Taxi, dass uns fährt?/Teilst du mit mir das Buch den Spiegel und das Schwert? heißt es in Abend voller Glück, einem Lied, in dem man spürt, dass das Mysteriöse direkt hinter Hamburg, Berlin, Köln bzw. jeder x-beliebigen Discotür anfängt. Vorausgesetzt, es ist eine gute Tür. Aber auch Gefahr lauert: die von Vorher Nachher Bilder bekannte Farbenfreude scheint hier vor einer tiefschwarzen Grundierung auf. Messer von hinten bringt Unglück/Schizophrenie macht uns verrückt singt Friebe in seinem zwischen Aufklärung und archaischer Sehnsucht hin und her gerissenen Astrologie-Gassenhauer, während er in Kennedy die Rolle des ermordeten Präsidenten einnimmt. Doch bitte nicht allzu viel Angst! Ich möchte dir dienen, und / Ich möchte dir Schnaps geben / Nenn mich Lawinenhund / Ich suche Leben sind ! Zeilen, die nicht nur niedliche Rettung versprechen, sondern auch klar machen: Egal, ob als Setting das ewige Eis, das ferne All oder das Amerika der Sechziger gewählt wird, alles handelt eigentlich vom aktuellen Leben in der Stadt und dem Versuch, unter Vermeidung des Öden und Bösen, in Liebe, auf Drogen, auf dem Fahrgeschäft und im Supermarkt das für alle Beteiligten jeweils Geilste zu tun immer in der Hoffnung, Pomp und Gewissen würden Geschwister. Hoffen Sie mit und haben sie bei alledem viel Spaß.