Der bekannte amerikanische Journalist Denis Johnson gibt uns tiefe Einblicke in eine andere Welt, die wir im Westen nicht wahrnehmen, einfach nicht sehen: nämlich daß Millionen von Kindern und Menschen die wahre Hölle tagtäglich erleben und froh sind, sie noch erleben zu können, denn der sichere Tod ist für sie immer in greifbarer Nähe! Ob nun in Liberia, in Somalia oder auch in Madagaskar, die Müllkinder, oft puppenartige, intelligente Wesen von 4, 5 oder 6 Jahren, haben eine Lebenserwartung von einigen Jahren, sind mit Fliegendreck verklebt, haben überall offene Wunden von den scharfen Rändern der rostigen Konservendosen und sind dabei verurteilt, an Infektionskrankheiten zu sterben. Wir Menschen haben kein Recht, andere Menschen wie Tiere, oder schlimmer wie Unterwesen leben zu lassen! Wir, auf unseren angehäuften Milliarden, schreien auf bei der Erhöhung von Benzinpreisen, aber akzeptieren stillschweigend, daß es menschliche Wesen gibt, die zu Millionen im Angesichte des Todes Schreckliches erleiden!
Die Reportage von Denis Johnson ist erschütternd, ich finde es aber noch erschütternder, daß sich niemand der vielen Millionen Leser des Buchabdruckes in der New York Times oder in der vorliegenden TB Ausgabe, wirklich für diese Sache engagiert. Ja, es wird immer mal hie und da das Gewissen erleichtert und ein paar Münzen werden überwiesen, gespendet, um die Anteilnahme zu bekunden. Aber können Menschen, können wir wirklich so grausam sein, diese Kinder sterben zu lassen, sie in solchen Schmutzpfuhlen langsam krepieren zu lassen? Hunderte von Millionen Lesern weinen heute wegen der verschwundenen Arzttochter des englischen Ehepaares in Portugal, doch niemand würde es wagen, einen Verein der Müllkinder persönlich zu unterstützen. Hier ein Tipp: www.paterpedro.de oder www.kiwanis.de, zwei Vereine, die sich für solche Ausgestoßenen der Gesellschaft einsetzen!
Fazit: ein bemerkenswertes Buch, das tief in die menschliche Seele blicken läßt!