Mario hat seine erste Arbeitsstelle als Kameraassistent in Berlin verloren. Er beschließt, in seine Heimatstadt Hamburg zurückzukehren, wo seine große Liebe Marie Louise wohnt.
Die erzählte Zeit dauert vom Morgen des Tages, an dem Mario entlassen wird, bis zum Abend des darauffolgenden Tages, an dem er bei seinen Eltern eintrifft, ein 240 Seiten langer Gedankenstrom, der um Marie Louise kreist. Einst waren sie Nachbarskinder und besuchten später die gleiche Schule. Hunderte von Briefen hat er ihr seitdem geschrieben, angefangen von Ein-Satz-Notizen auf Bierdeckel gekritzelt bis zu seitenlangen Liebesbeschwörungen. Seit er vor wenigen Wochen eine Nacht mit ihr verbrachte, darf er sich neue Hoffnung machen.
Neben Marie Louise steht Christoph im Zentrum seiner Gedanken, der zwar sein bester Freund ist, gleichzeitig aber auch Sinnbild für alles, woran Mario scheitert. Christoph war Klassenbester, allseits beliebt, ein junger Mann, dem alles gelingt, was er in die Hand nimmt, Marios Vorbild und Widersacher in einer Person. Vor einigen Jahren prophezeite eine Wahrsagerin, dass sein bester Freund die Frau heiraten würde, die er, Mario, liebt. Die Angst, dass die Vorhersage eintrifft, ergreift immer stärker Besitz von ihm.
Sprachlich und stilistisch ist das Buch durchaus ansprechend, doch um einem Monolog von dieser Länge mit Lust und Interesse zu folgen, braucht es mehr. Zuerst einen Protagonisten, der vielschichtig ist, der sich nicht, wie Mario, auf Sehnsucht und Klagen reduzieren lässt. Und eine Geschichte, die mehr Facetten zu bieten hat als den Liebesschmerz mit all seinen Phantasien, seinen Verklärungen und seiner Eifersucht.
Eine "hintergründige" Liebesgeschichte verspricht der Klappentext, eine Meinung, die ich nicht teilen kann. Meines Erachtens handelt es sich um eine banale (im Sinne von: alltägliche) Liebesgeschichte, deren Weh und Schmerz jeder irgendwann zwischen Pubertät und Tod kennenlernt.
Gut gesetzt vom Autor ist die Pointe, die der Leser eigentlich nicht mehr (oder doch wieder?) so erwartet hat.