Aus der Amazon.de-Redaktion
Dieses Drama liegt zwar schon fünfzehn Jahre zurück, doch als die alte Dame Lavinia Fanshaw zusammen mit ihrer Pflegerin in dem kleinen englischen Dörfchen Sowerbridge brutal erschlagen werden, fällt der Verdacht trotzdem sofort auf Patrick.
Mit seiner Vergangenheit ist ihm ein solches Verbrechen zuzutrauen. Und die im Buch beschriebenen Engländer sind schnell bei der Hand, wenn es darum geht, einen Iren zu verdächtigen und alte Vorurteile wieder auszugraben.
Sobald Patrick verhaftet ist, ist seiner Familie keine ruhige Minute mehr vergönnt. Es hagelt anonyme Drohanrufe, Beschimpfungen und eines Tages steht ihr Haus in Flammen.
Nur Siobhan Lavenham, ebenfalls Irin, glaubt an Patricks Unschuld und stellt beharrlich der Polizei ihre unangenehmen Fragen.
In Flammen ist ein ungewohnt schmaler Krimi der englischen Thrillerspezialistin Minette Walters, wobei sie ihren Fall im bewährten Stil mit eingestreuten Zeitungsartikeln und gut gesetzten Zeitsprüngen präsentiert. Was bei ihren letzten Romanen gute Dienste beim Spannungsaufbau geleistet hat, kann hier jedoch nicht überzeugen. Im Mittelpunkt der Handlung stehen vielmehr alte Vorurteile zwischen Briten und Iren, die die richtige Wahrnehmung eines ganzen Dorfes verstellen. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Amazon.de-Hörbuchrezension
Minette Walters Spezialität ist das subtile Spiel mit gegensätzlichen Charakteren, gesellschaftlichen Vorurteilen und menschlichen Abgründen. So lässt sie auch bei In Flammen persönliche Schicksale und soziale Konflikte in dem kleinen Ort aufeinanderprallen, die schließlich zur Katastrophe führen: Eines Nachts steht das Haus der O'Riordans in Flammen. Das irische Kindermädchen der Lavenhams ist plötzlich wie vom Erdboden verschluckt, und in den Trümmern des abgebrannten Hauses macht man eine Entdeckung, die Siobhan zum ersten Mal an der Unschuld ihrer Landsleute zweifeln lässt.
Gelesen wird der ungekürzte Roman von Sascha Icks, einer der gefragtesten Hörspielsprecherinnen in Deutschland. Sie versteht es, durch Variation des Lesetempos und der Betonung echte Dramatik zu erzeugen. Es macht Spaß, Sascha Icks zuzuhören und ihre Stimme hält einen auch bei der dritten CD noch in Atem. Das Hörbuch bleibt bis zum Schluss spannend und der Hörer tappt genauso im Dunkeln wie die Polizei und Siobhan Lavenham, denn Minette Walters überrascht immer wieder mit unvorhergesehenen Wendungen. Spieldauer: 169 Minuten, 3 CDs. --Dagmar Rosenberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Klappentext
Welt am Sonntag
»Ein kriminalistisches Kleinod!«
Neue Osnabrücker Zeitung
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Auszug aus In Flammen von Minette Walters, Mechtild Sandberg-Ciletti. Copyright © 2000. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"... O'Riordan saß lächelnd da, während die Anklage den Fall aufrollte ... die grauenvollen Details des Verbrechens, bei dem die dreiundneunzigjährige Lavinia Fanshaw und die Pflegerin, die bei ihr im Haus lebte, brutal niedergemetzelt wurden, bevor der Mörder Mrs. Fanshaw die Ringe von den Fingern riss ... Kratzer und Quetschungen im Gesicht des Angeklagten, wahrscheinlich durch einen Kampf mit einer der Frauen verursacht ... ein Verbrechen aus Habgier, hinter dem O'Riordans allgemein bekannter Groll gegen die begüterte Mrs. Fanshaw gesteckt haben dürfte ... kann keine überzeugende Auskunft darüber geben, wo er sich zur Tatzeit aufgehalten hat ... Schmuckstücke im Haus der Familie O'Riordan sichergestellt, wo der fünfunddreißigjährige Ire immer noch mit seinen Eltern zusammen lebt ... "
Niedergeschlagen schaltete Siobhan das Radio aus und konzentrierte sich wieder aufs Fahren. "Der Ire ... " war das ein bewusster Versuch, rassistische Ressentiments zu schüren, oder nur ein unbedachtes Kürzel? Gott, wie sie die Journalisten hasste! Eines Schuldspruchs gewiss, waren sie in der vergangenen Woche wie eine Heuschreckenplage in Sowerbridge eingefallen, um schon im Voraus für ihre Hintergrundreportagen Material zu sammeln. Natürlich hatten sie nach Herzenslust im Dreck gestochert, zumal ganz Sowerbridge nichts Eiligeres zu tun gehabt hatte, als ihnen die schlimmsten Geschichten über die Familie O'Riordan zu erzählen.
Sie dachte zurück an den Tag von Patricks Verhaftung, als Bridey sie angefleht hatte, sie nicht im Stich zu lassen. "Sie sind doch eine von uns, Siobhan. Eine Irin reinsten Wassers, auch wenn Sie einen Engländer geheiratet haben. Sie kennen unseren Patrick. Er würde keiner Fliege was zu Leide tun. Glauben Sie im Ernst, dass er Mrs. Fanshaw totprügeln würde, wo er niemals die Hand gegen seinen Vater erhoben hat? Und Liam war furchtbar, als er noch zwei gesunde Arme hatte. Mein Gott, was hat er Patrick geprügelt, wenn er im Suff seine Wutanfälle kriegte! Aber nicht ein einziges Mal hat Patrick sich gewehrt."
Es konnte beängstigend sein, an die Gemeinsamkeiten erinnert zu werden, die einen mit anderen verbanden, hatte Siobhan beim Anblick der Menschenmenge gedacht, die sich in finsterem Schweigen draußen vor Brideys Haus versammelt hatte. War denn Irin zu sein ausreichend Grund, sich auf die Seite eines Mannes zu stellen, der verdächtigt wurde, eine kranke alte Frau und die Frau, die sie gepflegt hatte, erschlagen zu haben?
"Patrick gibt zu, dass er Lavinia bestohlen hat", hatte sie gesagt.
Bridey liefen die Tränen übers Gesicht. "Aber die Ringe hat er nicht gestohlen", entgegnete sie. "Nur billiges Gelumpe. War alles nur unechtes Zeug, und er hat's nicht mal gemerkt."
"Trotzdem war es Diebstahl."
"Heilige Muttergottes, glauben Sie, ich weiß das nicht?" Sie breitete mit flehender Gebärde die Hände aus. "Mag ja sein, dass er ein Dieb ist, Siobhan, aber niemals ein Mörder." (...) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.