In Flames

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Biografie

Was dich nicht umbringt, macht dich härter. – Das mag eines der großen Klischees sein, ist aber außergewöhnlich zutreffend, wenn es um In Flames und ihr neues Album „Siren Charms“ geht.

Einen der musikalischen Motoren einer Band zu verlieren, bedeutet normalerweise das Ticket für den Friedhof, um sich unter aufgegebenen Karrieren und verständlicherweise vergessenen letzten Alben für immer zur Ruhe zu legen. Klar, die Geschichte hat ein, zwei Mal das Gegenteil bewiesen – aber es ist zweifelhaft, ob jemals jemand mit einer solchen Stärke und Macht aus der Asche auferstanden ist wie In Flames. ... Lesen Sie mehr

Was dich nicht umbringt, macht dich härter. – Das mag eines der großen Klischees sein, ist aber außergewöhnlich zutreffend, wenn es um In Flames und ihr neues Album „Siren Charms“ geht.

Einen der musikalischen Motoren einer Band zu verlieren, bedeutet normalerweise das Ticket für den Friedhof, um sich unter aufgegebenen Karrieren und verständlicherweise vergessenen letzten Alben für immer zur Ruhe zu legen. Klar, die Geschichte hat ein, zwei Mal das Gegenteil bewiesen – aber es ist zweifelhaft, ob jemals jemand mit einer solchen Stärke und Macht aus der Asche auferstanden ist wie In Flames. Als Gitarrist Jesper Strömblad die Band nach dem 2008er Album „A Sense of Purpose“ verließ, meldeten sich die Vorboten des Untergangs zu Wort und prophezeiten den bevorstehenden Zusammenbruch der Band aus Göteborg.

Dazu ist es nie gekommen. Als eine Art heftiger Gegenreaktion lieferte die Band eines ihrer bisher stärksten Alben ab: „Sounds of a Playground Fading“, das mit Gold ausgezeichnet wurde und in Schweden und Deutschland die Charts anführte. „Siren Charms“, das erste Album mit Niclas Engelin als festem Gitarristen der Band, untermauert die Größe der Band, die sich schon auf dem Vorgänger andeutete; dies ist eine Band, die ihre Mission gleich mehrere Schritte auf einmal vorantreibt und dabei sowohl Imitatoren als auch Schwarzseher weit hinter sich lässt.

Das erste Zeichen, dass die Band einen anderen Weg einschlug, war die Wahl des Studios. Während sie früher zuhause in Göteborg aufgenommen hatten, wurde die Operation jetzt nach Berlin in die legendären Hansa Tonstudios verlegt. An den Ort in der Köthener Straße, an dem Künstler wie Iggy Pop, David Bowie, U2 und Killing Joke einige der einflussreichsten Klassiker der Rockgeschichte aufgenommen haben, und es ist sicher keine Übertreibung festzustellen, dass in diesen Wänden Musikgeschichte spürbar ist. Hierhin zog sich die Band mit Produzent Roberto Laghi und Gesangsproduzent Daniel Bergstrand also zurück. Seit einigen Jahren arbeitet auch der schwedische Mixer Michael Ilbert in den Hansa Studios. Er wurde engagiert, um das Album zu mischen, nachdem Keyboard-Wizard Örjan Örnkloo wieder Synthesizer und sein charakteristisches Programming beigesteuert hatte. Sowohl Gitarrist Björn Gelotte als auch Sänger Anders Fridén sind davon überzeugt, dass die Umgebung einen Einfluss auf das Endergebnis hatte. Alle Details, groß wie klein, greifen ineinander und haben den elf neuen Songs einen dunkleren Sound und Unterton verliehen. Es herrscht eine Dunkelheit und Traurigkeit in der Musik, die jedem bekannt vorkommt, der schon mal morgens um vier betrunken durch das verregnete Kreuzberg nach Hause gelaufen ist.

Während die Produktion von „Sounds of a Playground Fading“ über drei Monate dauerte, gab die Band sich ganze sechs Wochen um „Siren Charms“ aufzunehmen. Den Anfang machten „eine Tasche voller Riffs“ und eine Handvoll Songstrukturen. Diese Methode erzeugte selbst auferlegten Druck, um die Kreativität anzufachen, war aber gleichzeitig auch ein mutiger Schritt. Und sie bedeutete, dass Anders Fridén und Björn Gelotte als Songwriter auf ganz neue Weise zusammenarbeiten mussten. Vorher hatten Björns Liebe zu Classic Rock und Fridéns Experimentierfreude zu Konflikten geführt, bei denen beide Seiten forderten: „Du solltest mal so denken ...“ „Nein, DU solltest mal SO denken!”. Aufgrund der begrenzten Studiozeit waren sie nun gezwungen, ihre unterschiedlichen Herangehensweisen zu akzeptieren und in etwas Positives umzuwandeln.

Daniel Svensson, der Schlagzeuger von In Flames, hatte die Demos mit einfach programmierten Drums bekommen und konnte seinen persönlichen Stil dann in den Sessions einbringen. Wenn man die verschachtelten und hochintensiven Drums auf dem Album hört, könnte man auf die Idee kommen, dass er die Songs bereits monatelang gespielt hat, tatsächlich aber handelt es sich oft um First Takes, abgeliefert mit laserscharfer Präzision.

Fridén und Gelotte können ihn gar nicht genug loben und halten ihn für einen der besten Drummer der Welt, der zwar um sein Spiel nicht viel Aufhebens macht („Er läuft nicht wirklich durch die Gegend und macht Werbung für Drum-Handschuhe“), im Studio und auf der Bühne aber immer makellose Takes abliefert. Zusammen mit Bassist Peter Iwers erschafft er ein Fundament für die Musik, das so solide ist, dass man den Burj Khalifa darauf bauen könnte.

Für den enormen Zeitdruck und den kreativen Stress musste Fridén einen hohen Preis bezahlen. Als er nach Schweden zurückkam forderte sein Körper Tribut und er musste feststellen, dass er körperlich und mental vollkommen erschöpft war. Direkt nach Beendigung der Albumsessions hatte er, ohne sich
zu erholen und die Akkus aufzuladen, die Arbeit für das Label Razzia Notes wieder aufgenommen. Er musste seiner Einstellung „das hab ich immer so gemacht – touren und aufnehmen“ schließlich besagten Tribut zollen und war gezwungen zuhause zu bleiben. Wenn Anders heute, mit etwas
Abstand, über den Zusammenbruch spricht, betrachtet er die Erfahrung allerdings als gesund; die Einsicht, dass man auf die Signale seines Körpers hören sollte und sich auch mal eine Pause gönnen muss. Vor allem aber befriedigt ihn das Wissen, dass er die neuen Aufnahmen so weit vorangebracht hat, wie es physisch möglich war. Das Ergebnis ist ein Album, das ganz genau dokumentiert, wo In Flames 2014 stehen.

Einer der größten Unterschiede zu den vorherigen Alben ist ebenfalls Fridén zuzuschreiben. Während er seinen Gesang früher mit Schreien und Knurren mischte, ist „Siren Charms“ mehr oder weniger fragil und zart wenn es um die Vocals geht. Das ist einem Sänger zuzuschreiben, der nichts zurückhält, seine Kehle freilegt und den Hörer so nah an sich heranlässt wie nie zuvor. Es ist intim, emotional und kraftvoll. Der Albumtitel bezieht sich auf weibliche Wesen aus der griechischen Mythologie, die mit ihrem Gesang Seefahrer lockten, nur um zuzusehen, wie ihre Schiffe an den Klippen zerschellten und sanken. Eine Geschichte, die in den Texten über das ganze Album hinweg auf verschiedene Arten erzählt wird, und übertragbar ist, auf die vielen Aspekte menschlichen Verlangens danach, sich zu berauschen und sich der Verführung hinzugeben. Es sind faszinierende Erzählungen darüber, was wir zu opfern bereit sind, um diesen Bewusstseinszustand zu erlangen.

„Siren Charms“ sichert In Flames die Stellung als eine Metalband, die niemals stillsteht, und es ist zweifellos eine Band, die immer wieder Risiken eingeht, Grenzen überschreitet und sich selbst ebenso herausfordert wie ihre Zuhörer. Dass die Hindernisse die Band nicht umgebracht haben, ist ziemlich offensichtlich – aber die Frage ist, ob In Flames jemals so stark gewesen sind?

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Was dich nicht umbringt, macht dich härter. – Das mag eines der großen Klischees sein, ist aber außergewöhnlich zutreffend, wenn es um In Flames und ihr neues Album „Siren Charms“ geht.

Einen der musikalischen Motoren einer Band zu verlieren, bedeutet normalerweise das Ticket für den Friedhof, um sich unter aufgegebenen Karrieren und verständlicherweise vergessenen letzten Alben für immer zur Ruhe zu legen. Klar, die Geschichte hat ein, zwei Mal das Gegenteil bewiesen – aber es ist zweifelhaft, ob jemals jemand mit einer solchen Stärke und Macht aus der Asche auferstanden ist wie In Flames. Als Gitarrist Jesper Strömblad die Band nach dem 2008er Album „A Sense of Purpose“ verließ, meldeten sich die Vorboten des Untergangs zu Wort und prophezeiten den bevorstehenden Zusammenbruch der Band aus Göteborg.

Dazu ist es nie gekommen. Als eine Art heftiger Gegenreaktion lieferte die Band eines ihrer bisher stärksten Alben ab: „Sounds of a Playground Fading“, das mit Gold ausgezeichnet wurde und in Schweden und Deutschland die Charts anführte. „Siren Charms“, das erste Album mit Niclas Engelin als festem Gitarristen der Band, untermauert die Größe der Band, die sich schon auf dem Vorgänger andeutete; dies ist eine Band, die ihre Mission gleich mehrere Schritte auf einmal vorantreibt und dabei sowohl Imitatoren als auch Schwarzseher weit hinter sich lässt.

Das erste Zeichen, dass die Band einen anderen Weg einschlug, war die Wahl des Studios. Während sie früher zuhause in Göteborg aufgenommen hatten, wurde die Operation jetzt nach Berlin in die legendären Hansa Tonstudios verlegt. An den Ort in der Köthener Straße, an dem Künstler wie Iggy Pop, David Bowie, U2 und Killing Joke einige der einflussreichsten Klassiker der Rockgeschichte aufgenommen haben, und es ist sicher keine Übertreibung festzustellen, dass in diesen Wänden Musikgeschichte spürbar ist. Hierhin zog sich die Band mit Produzent Roberto Laghi und Gesangsproduzent Daniel Bergstrand also zurück. Seit einigen Jahren arbeitet auch der schwedische Mixer Michael Ilbert in den Hansa Studios. Er wurde engagiert, um das Album zu mischen, nachdem Keyboard-Wizard Örjan Örnkloo wieder Synthesizer und sein charakteristisches Programming beigesteuert hatte. Sowohl Gitarrist Björn Gelotte als auch Sänger Anders Fridén sind davon überzeugt, dass die Umgebung einen Einfluss auf das Endergebnis hatte. Alle Details, groß wie klein, greifen ineinander und haben den elf neuen Songs einen dunkleren Sound und Unterton verliehen. Es herrscht eine Dunkelheit und Traurigkeit in der Musik, die jedem bekannt vorkommt, der schon mal morgens um vier betrunken durch das verregnete Kreuzberg nach Hause gelaufen ist.

Während die Produktion von „Sounds of a Playground Fading“ über drei Monate dauerte, gab die Band sich ganze sechs Wochen um „Siren Charms“ aufzunehmen. Den Anfang machten „eine Tasche voller Riffs“ und eine Handvoll Songstrukturen. Diese Methode erzeugte selbst auferlegten Druck, um die Kreativität anzufachen, war aber gleichzeitig auch ein mutiger Schritt. Und sie bedeutete, dass Anders Fridén und Björn Gelotte als Songwriter auf ganz neue Weise zusammenarbeiten mussten. Vorher hatten Björns Liebe zu Classic Rock und Fridéns Experimentierfreude zu Konflikten geführt, bei denen beide Seiten forderten: „Du solltest mal so denken ...“ „Nein, DU solltest mal SO denken!”. Aufgrund der begrenzten Studiozeit waren sie nun gezwungen, ihre unterschiedlichen Herangehensweisen zu akzeptieren und in etwas Positives umzuwandeln.

Daniel Svensson, der Schlagzeuger von In Flames, hatte die Demos mit einfach programmierten Drums bekommen und konnte seinen persönlichen Stil dann in den Sessions einbringen. Wenn man die verschachtelten und hochintensiven Drums auf dem Album hört, könnte man auf die Idee kommen, dass er die Songs bereits monatelang gespielt hat, tatsächlich aber handelt es sich oft um First Takes, abgeliefert mit laserscharfer Präzision.

Fridén und Gelotte können ihn gar nicht genug loben und halten ihn für einen der besten Drummer der Welt, der zwar um sein Spiel nicht viel Aufhebens macht („Er läuft nicht wirklich durch die Gegend und macht Werbung für Drum-Handschuhe“), im Studio und auf der Bühne aber immer makellose Takes abliefert. Zusammen mit Bassist Peter Iwers erschafft er ein Fundament für die Musik, das so solide ist, dass man den Burj Khalifa darauf bauen könnte.

Für den enormen Zeitdruck und den kreativen Stress musste Fridén einen hohen Preis bezahlen. Als er nach Schweden zurückkam forderte sein Körper Tribut und er musste feststellen, dass er körperlich und mental vollkommen erschöpft war. Direkt nach Beendigung der Albumsessions hatte er, ohne sich
zu erholen und die Akkus aufzuladen, die Arbeit für das Label Razzia Notes wieder aufgenommen. Er musste seiner Einstellung „das hab ich immer so gemacht – touren und aufnehmen“ schließlich besagten Tribut zollen und war gezwungen zuhause zu bleiben. Wenn Anders heute, mit etwas
Abstand, über den Zusammenbruch spricht, betrachtet er die Erfahrung allerdings als gesund; die Einsicht, dass man auf die Signale seines Körpers hören sollte und sich auch mal eine Pause gönnen muss. Vor allem aber befriedigt ihn das Wissen, dass er die neuen Aufnahmen so weit vorangebracht hat, wie es physisch möglich war. Das Ergebnis ist ein Album, das ganz genau dokumentiert, wo In Flames 2014 stehen.

Einer der größten Unterschiede zu den vorherigen Alben ist ebenfalls Fridén zuzuschreiben. Während er seinen Gesang früher mit Schreien und Knurren mischte, ist „Siren Charms“ mehr oder weniger fragil und zart wenn es um die Vocals geht. Das ist einem Sänger zuzuschreiben, der nichts zurückhält, seine Kehle freilegt und den Hörer so nah an sich heranlässt wie nie zuvor. Es ist intim, emotional und kraftvoll. Der Albumtitel bezieht sich auf weibliche Wesen aus der griechischen Mythologie, die mit ihrem Gesang Seefahrer lockten, nur um zuzusehen, wie ihre Schiffe an den Klippen zerschellten und sanken. Eine Geschichte, die in den Texten über das ganze Album hinweg auf verschiedene Arten erzählt wird, und übertragbar ist, auf die vielen Aspekte menschlichen Verlangens danach, sich zu berauschen und sich der Verführung hinzugeben. Es sind faszinierende Erzählungen darüber, was wir zu opfern bereit sind, um diesen Bewusstseinszustand zu erlangen.

„Siren Charms“ sichert In Flames die Stellung als eine Metalband, die niemals stillsteht, und es ist zweifellos eine Band, die immer wieder Risiken eingeht, Grenzen überschreitet und sich selbst ebenso herausfordert wie ihre Zuhörer. Dass die Hindernisse die Band nicht umgebracht haben, ist ziemlich offensichtlich – aber die Frage ist, ob In Flames jemals so stark gewesen sind?

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Was dich nicht umbringt, macht dich härter. – Das mag eines der großen Klischees sein, ist aber außergewöhnlich zutreffend, wenn es um In Flames und ihr neues Album „Siren Charms“ geht.

Einen der musikalischen Motoren einer Band zu verlieren, bedeutet normalerweise das Ticket für den Friedhof, um sich unter aufgegebenen Karrieren und verständlicherweise vergessenen letzten Alben für immer zur Ruhe zu legen. Klar, die Geschichte hat ein, zwei Mal das Gegenteil bewiesen – aber es ist zweifelhaft, ob jemals jemand mit einer solchen Stärke und Macht aus der Asche auferstanden ist wie In Flames. Als Gitarrist Jesper Strömblad die Band nach dem 2008er Album „A Sense of Purpose“ verließ, meldeten sich die Vorboten des Untergangs zu Wort und prophezeiten den bevorstehenden Zusammenbruch der Band aus Göteborg.

Dazu ist es nie gekommen. Als eine Art heftiger Gegenreaktion lieferte die Band eines ihrer bisher stärksten Alben ab: „Sounds of a Playground Fading“, das mit Gold ausgezeichnet wurde und in Schweden und Deutschland die Charts anführte. „Siren Charms“, das erste Album mit Niclas Engelin als festem Gitarristen der Band, untermauert die Größe der Band, die sich schon auf dem Vorgänger andeutete; dies ist eine Band, die ihre Mission gleich mehrere Schritte auf einmal vorantreibt und dabei sowohl Imitatoren als auch Schwarzseher weit hinter sich lässt.

Das erste Zeichen, dass die Band einen anderen Weg einschlug, war die Wahl des Studios. Während sie früher zuhause in Göteborg aufgenommen hatten, wurde die Operation jetzt nach Berlin in die legendären Hansa Tonstudios verlegt. An den Ort in der Köthener Straße, an dem Künstler wie Iggy Pop, David Bowie, U2 und Killing Joke einige der einflussreichsten Klassiker der Rockgeschichte aufgenommen haben, und es ist sicher keine Übertreibung festzustellen, dass in diesen Wänden Musikgeschichte spürbar ist. Hierhin zog sich die Band mit Produzent Roberto Laghi und Gesangsproduzent Daniel Bergstrand also zurück. Seit einigen Jahren arbeitet auch der schwedische Mixer Michael Ilbert in den Hansa Studios. Er wurde engagiert, um das Album zu mischen, nachdem Keyboard-Wizard Örjan Örnkloo wieder Synthesizer und sein charakteristisches Programming beigesteuert hatte. Sowohl Gitarrist Björn Gelotte als auch Sänger Anders Fridén sind davon überzeugt, dass die Umgebung einen Einfluss auf das Endergebnis hatte. Alle Details, groß wie klein, greifen ineinander und haben den elf neuen Songs einen dunkleren Sound und Unterton verliehen. Es herrscht eine Dunkelheit und Traurigkeit in der Musik, die jedem bekannt vorkommt, der schon mal morgens um vier betrunken durch das verregnete Kreuzberg nach Hause gelaufen ist.

Während die Produktion von „Sounds of a Playground Fading“ über drei Monate dauerte, gab die Band sich ganze sechs Wochen um „Siren Charms“ aufzunehmen. Den Anfang machten „eine Tasche voller Riffs“ und eine Handvoll Songstrukturen. Diese Methode erzeugte selbst auferlegten Druck, um die Kreativität anzufachen, war aber gleichzeitig auch ein mutiger Schritt. Und sie bedeutete, dass Anders Fridén und Björn Gelotte als Songwriter auf ganz neue Weise zusammenarbeiten mussten. Vorher hatten Björns Liebe zu Classic Rock und Fridéns Experimentierfreude zu Konflikten geführt, bei denen beide Seiten forderten: „Du solltest mal so denken ...“ „Nein, DU solltest mal SO denken!”. Aufgrund der begrenzten Studiozeit waren sie nun gezwungen, ihre unterschiedlichen Herangehensweisen zu akzeptieren und in etwas Positives umzuwandeln.

Daniel Svensson, der Schlagzeuger von In Flames, hatte die Demos mit einfach programmierten Drums bekommen und konnte seinen persönlichen Stil dann in den Sessions einbringen. Wenn man die verschachtelten und hochintensiven Drums auf dem Album hört, könnte man auf die Idee kommen, dass er die Songs bereits monatelang gespielt hat, tatsächlich aber handelt es sich oft um First Takes, abgeliefert mit laserscharfer Präzision.

Fridén und Gelotte können ihn gar nicht genug loben und halten ihn für einen der besten Drummer der Welt, der zwar um sein Spiel nicht viel Aufhebens macht („Er läuft nicht wirklich durch die Gegend und macht Werbung für Drum-Handschuhe“), im Studio und auf der Bühne aber immer makellose Takes abliefert. Zusammen mit Bassist Peter Iwers erschafft er ein Fundament für die Musik, das so solide ist, dass man den Burj Khalifa darauf bauen könnte.

Für den enormen Zeitdruck und den kreativen Stress musste Fridén einen hohen Preis bezahlen. Als er nach Schweden zurückkam forderte sein Körper Tribut und er musste feststellen, dass er körperlich und mental vollkommen erschöpft war. Direkt nach Beendigung der Albumsessions hatte er, ohne sich
zu erholen und die Akkus aufzuladen, die Arbeit für das Label Razzia Notes wieder aufgenommen. Er musste seiner Einstellung „das hab ich immer so gemacht – touren und aufnehmen“ schließlich besagten Tribut zollen und war gezwungen zuhause zu bleiben. Wenn Anders heute, mit etwas
Abstand, über den Zusammenbruch spricht, betrachtet er die Erfahrung allerdings als gesund; die Einsicht, dass man auf die Signale seines Körpers hören sollte und sich auch mal eine Pause gönnen muss. Vor allem aber befriedigt ihn das Wissen, dass er die neuen Aufnahmen so weit vorangebracht hat, wie es physisch möglich war. Das Ergebnis ist ein Album, das ganz genau dokumentiert, wo In Flames 2014 stehen.

Einer der größten Unterschiede zu den vorherigen Alben ist ebenfalls Fridén zuzuschreiben. Während er seinen Gesang früher mit Schreien und Knurren mischte, ist „Siren Charms“ mehr oder weniger fragil und zart wenn es um die Vocals geht. Das ist einem Sänger zuzuschreiben, der nichts zurückhält, seine Kehle freilegt und den Hörer so nah an sich heranlässt wie nie zuvor. Es ist intim, emotional und kraftvoll. Der Albumtitel bezieht sich auf weibliche Wesen aus der griechischen Mythologie, die mit ihrem Gesang Seefahrer lockten, nur um zuzusehen, wie ihre Schiffe an den Klippen zerschellten und sanken. Eine Geschichte, die in den Texten über das ganze Album hinweg auf verschiedene Arten erzählt wird, und übertragbar ist, auf die vielen Aspekte menschlichen Verlangens danach, sich zu berauschen und sich der Verführung hinzugeben. Es sind faszinierende Erzählungen darüber, was wir zu opfern bereit sind, um diesen Bewusstseinszustand zu erlangen.

„Siren Charms“ sichert In Flames die Stellung als eine Metalband, die niemals stillsteht, und es ist zweifellos eine Band, die immer wieder Risiken eingeht, Grenzen überschreitet und sich selbst ebenso herausfordert wie ihre Zuhörer. Dass die Hindernisse die Band nicht umgebracht haben, ist ziemlich offensichtlich – aber die Frage ist, ob In Flames jemals so stark gewesen sind?

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