Nach "Perlen", einem durchaus gelungenen Studioalbum von Hirsch liegt uns hier sein 12. Album vor (wenn man die beiden Livealben mal außen vor lässt), das es wirklich in sich hat. Klar, es ist nicht mehr der Hirsch von 1978, aber das wäre ja auch langweilig... Dennoch fühlt man sich bei fast jedem Lied positiv an einen seiner alten Klassiker erinnert. Musikalisch hält sich das Album an seinen Vorgänger und beinhaltet auf der einen Seite wunderschöne orchestrale Arrangements und auf der anderen moderne aber passend eingesetzte moderne Sounds -
1. Rebekka und Ich
ist ein Opener alá "Im Anfang", der eine - weniger niederschmetternde als im angeführten Beispiellied - Pointe bereithält, die aber deswegen nicht weniger Gänsehaut-verursachend wirkt
2. Adelheid
erinnert mit seinen Tier-Wortspielen an "das Tier in uns" und ist mit seinem netten Rock'n'Roll-Reggae-Feeling ein echter Bringer
3. Elisabeth
ist eines der typischsten Hirsch-Lieder auf der neuen CD und gleichzeitig mein Lieblingssong - Es geht um den Tod um die Fragen, die er aufwirft...
4. Berta
ist ein Liebesfilm, ein Gruselfilm und die Wirklichkeit mit flotten Gitarren
5. Die scharfe Marie
in diesem Song kommt die auf Hirschs bisherigen Platten (fast) immer obligatorische Waffe auf nachvollziehbare Weise zum Einsatz - wenn man kein Bodybuilder ist
6. Desireh
ist ein wirklich schönes Liebes-Reise-Lied mit alten Bekannten wie dem Schneemann und der Micky-Maus
7. 3 Mäderlhaus
Hier zieht Hirsch mit zwei Saufbrüdern, die einen unweigerlich an die halbe Belegschaft des "Liebestoll"-Liedes "i ned" erinnern, auf der Suche nach einem gewissen Etablissement um die Häuser - und das ganze wunderbar groovig in Szene gesetzt...
8. Claudia
auch diese Seite von Hirsch kennen wir... "ich geh mit dir, wurscht wohin..." singt er hier, lässt seiner Claudia in diesem Liebeslied mit äußerst gelungener Streicher-Unterstützung dennoch einige Freiheiten
9. Maise
da möchte man bei den ersten, swingenden Takten fast "Thomy, hier kommt der Genuss" zum besten geben... dann bemerkt man, dass es um Tränen geht aber hier kommt dann der Tröster zum Einsatz, den wir von "Herbert" aber auch von "Nix anderes zählt" kennen und als Dreingabe auch noch eine tolle Country-Slide-Guitar
10. Marion
hier wird nochmal kräftig mit Wörtern jongliert - "Lieber im Heu liegen mit Bettina, als im Bett liegen mit Angina", und man merkt, dass Hirsch immer noch auf Schneewittchen abfährt - er bringt alles unter, auch eine kleine Friedensbotschaft darf nicht fehlen - und das alles macht ihm nur mit "Marion" Spaß...
11. Schizofrenia
ist ein weites Land, durch das hier anfangs zu zweit, am Schluss zu viert gewandert wird - ein Refrain mit leicht düsteren Anklängen, dennoch von der Grundstimmung her positiv musikalisch umgesetzt...
12. Prinzessin
ein kleiner, schräger Song zum Schluss, bei dem Hirsch es sich in gewohnter "Tante Marie"-Tradition nicht nehmen ließ, die beiden gewöhnungsbedürftigen Haupt-Melodien selbst einzuspielen,
13. Minirock'n'roll / Eine Zugabe
ist leider wirklich nur eine musikalische Variation von "Adelheid", wenn auch mitreißend...