Mit ihrem vierten Studioalbum haben sich die Rainbirds - mittlerweile "nur" noch Katharina Franck und Ulrike Haage - die bereits mit dem Vorgängeralbum "Two Faces" ein kleines Meisterwerk geschaffen haben, dass die Grenzen des Mainstream - Pop an mehreren Stellen mit einem avantgardistischen Donnerschlag zu sprengen verstanden, ihre Schwingen voll und ganz ausgebreitet und sich über alles erhoben was sich noch irgendwie in eine Schublade einordnen lassen würde.
Der Titel "In a Different Light" ist Programm. So haben wir die Rainbirds noch nie gehört und wer immer noch singletauglichen Blueprint - Tagen nachtrauert, hat schlichtweg nicht verstanden, dass es dem wohl innovativsten Popduo deutschsprachiger Musikgeschichte längst nicht mehr um Kommerz, sondern um nichts geringeres als die ganz große Kunst geht.
Die Gitarre ist weitgehend dem Keyboard gewichen, aber das Album versetzt aufgeschlossene Hörer dermaßen ins Staunen, dass man sie kaum vermissen wird. Diese Musik hypnotisiert. Sie zieht den, der sich darauf einlässt in einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann und wenn es vorbei ist, will man das Ganze gleich noch einmal erleben.