Ein Riesen Lob an Steven Wilson, er hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um hier soundmässig alles rauszuholen.
Vor allem bei den Wall-of-Sound Werken wie Court oder 21st Century konnte ich es mir nicht vorstellen, wie es sich anhört, wenn man die Einzelteile völlig neu zuordnet und vor allem klingt das dann noch nach 1969 King Crimson oder nach modernem Remixing?.
Vielleicht eine Mischung von beiden, denn unsere Hörgewohnheiten haben sich logischerweise umgestellt. Vor allem Epitaph(fantastisch auch die Instrumental Version) wird tiefer, weicher, klarer und transparenter; gleichzeitig aber auch räumlich intensiver und druckvoller. Damit ist nicht nur einfach das Anheben der Pegel gemeint, wie in so vielen peinlichen Remasters auf dem Markt. Nein, hier wurde tatsächlich das ganze Werk umgekrempelt. Wem es nicht gefällt, das frühere Master ist auf DVD als Extra. Nach etlichen Jahren habe ich mir Moonchild nun in seiner Langversion angehört. Die Lieblichkeit der ersten 2 Minuten verblasst schnell, wenn es in die abstrakte und uninspirierte Impro mündet, dafür berührt danach Court wie ein Paukenschlag umso mehr -
nach all den 40 Jahren immer noch ein Meisterwerk.
Greg Lake hat sich damit als unvergessliche Stimme verewigt. Wenn man King Crimson mit denen zur selben Zeit musizierenden Moody Blues vergleicht, kommt mir hier in den Sinn, dass King Crimson einfach die reifere, modernere Band waren und dass IHNEN die Zukunft beschert war.
Es war 1969 und niemand war auf diese Art von Musik vorbereitet. Damals hatten alle meine Freunde die Platte im Schrank, viele auch nur wegen dem knalligen Cover, aber so richtig verstanden haben sie die wenigen. In the Court of the Crimson King lief in den 70èrn oft als Single version im Radio, und für die meisten war es bereits ein verstaubter Oldie. Mittlerweile sind 40 Jahre vergangen und ich wage zu behaupten: lege eine zeitgemässe Action/Crime DVD in den Spieler (ohne Ton) und spiele gleichzeitig 21st Century Schizoid Man LAUT - das Wort verstaubt ist dann nicht mehr relevant.