In "In the Company of Heroes" erzählt der am 3. Oktober 1993 in Somalia abgeschossene "Night Stalker"-Pilot Michael J. Durant seine persönliche Geschichte, die eine interessante Facette zum Gesamtgeschehen jener Tage hinzufügt. Detailliert berichtet er vom Absturz seines Black Hawks, dem nachfolgenden Kampf mit den aufgebrachten Somalis, den er nach eigenem Bekunden nur durch den selbstlosen Einsatz der zwei Deltas überlebte, die beide während des Gefechts fielen und posthum für ihre Tapferkeit mit der Medal of Honor ausgezeichnet wurden. Durant wurde von einem somalischen Mob aus der Kampfzone getragen und geriet nach einigen Mißhandlungen schließlich in die Gefangenschaft des Stammesfürsten Aidid, deren Darstellung den weitaus größten Teil des Buches ausmacht. Der Verfasser schildert die elf Tage als Gefangener eindringlich und die Worte, mit denen er seine Schmerzen umschreibt - Durant hatte sich beim Absturz schwerste Rückenverletzungen zugezogen und ein Bein gebrochen -, haben zumindest mir teilweise ein sehr ungutes Gefühl im Magen verursacht. Die Schilderung der Gefangenschaft wird immer wieder durch Rückblicke auf die Ausbildung zum "Night Stalker" und vorangegangene Einsätze (Korea, Panama, Irak usw.) unterbrochen. Anfangs war ich (wie andere Rezensenten hier) etwas irritiert, schließlich wollte ich ja mehr über die Geschehnisse in Somalia erfahren, doch die Rückblenden machen Sinn - vor allem mit Blick auf Durants gefallene Kameraden, denen er in diesen eingeschobenen Kapiteln Leben einhaucht und die Menschen hinter den Namen greifbar macht. Sehr gut gefallen hat mir das letzte Kapitel, in welchem sich Durant noch einmal mit dem Tod der Freunde und Kameraden auseinandersetzt und daraus entsprechende Schlüsse für sein Leben zieht.
Mein Fazit: "In the Company of Heroes" ist ein ehrliches und interessantes Buch über Michael Durants Leben und vor allem seine Tage in Gefangenschaft 1993. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn jemand eine weiter gefaßte Darstellung zu den Ereignissen lesen möchte, sollte er zu einem anderen Buch greifen ("Black Hawk Down" von Bowden soll gut sein, allerdings habe ich das selbst noch nicht gelesen). Das Buch ist insgesamt spannend zu lesen, wenn auch mit einigen Längen (Gefangenschaft hat eben auch viel mit Abwarten und Nichtstun zu tun), doch werden diese durch die oben angesprochenen Einschübe aufgelockert. Die Bildseiten in der Mitte des Buches sind schwarz/weiß gehalten und qualitativ zwar nicht herausragend, aber in Ordnung. Insgesamt vergebe ich vier von fünf möglichen Sternen!
Zur Übersicht noch einmal die Kapitel des Buches:
- Prologue (Somalia)
- Down and dirty (Somalia)
- A prisoner of hate (Somalia)
- Korea (Korea)
- Another day, another bullet (Somalia)
- The hotel nowhere (Somalia)
- Jungles and deserts (Rückblenden, v. a. "Night Stalker"-Ausbildung)
- The day of the kaht (Somalia)
- The warrior angel (Somalia)
- Panama (Panama)
- Whispers from the world (Somalia)
- The Bible (Somalia)
- Iraq (Irak)
- Welcome threats (Somalia)
- Freedom (Somalia)
- Aftermath (USA)