Der norwegische Autor nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die 4 südostasiatischen Länder Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar. Dabei stehen jedoch keinesfalls nur die vielen, auf Touristen ausgerichteten Sehenswürdigkeiten im Mittelpunkt, vielmehr liegt ein Hauptaugenmerk auf der Kultur und den Bräuchen der Länder. Schnell wird deutlich, dass Tor Farovik etwas zu vermitteln versucht, das im Zeitalter des Massentourismus so gut wie verschwunden scheint: Respekt vor den Sitten des Reiselandes. Da es sich hierbei um eine Region handelt, die in jüngster Vergangenheit von Krieg und Gewalt heimgesucht wurde wie kaum eine andere, verwundert es kaum, dass ein beträchtlicher Teil der Ausführungen an die Lektüre eines Geschichtsbuches erinnert. Angefangen bei der französischen Kolonialzeit in Vietnam, über den späteren Vietnamkrieg, hin zu der Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha und schließlich zur allgegenwärtigen Militärjunta in Birma nimmt man Anteil am Leben der Bevölkerung, die fast schon absurderweise durch ihren buddhistischen Glauben dennoch in ihrem tiefsten Inneren zu einer unergründlich friedlichen Lebenseinstellung gefunden hat. Darüber hinaus wird man Zeuge einzigartiger Gespräche mit dem Bruder Pol Pot's, der kambodschanischen Prinzessin, Mönchen und vielen anderen zufälligen Bekanntschaften, denen der Verfasser im Laufe seiner monatelangen Reisen begegnet.
Auch wenn sich die Tour abseits der üblichen Touristenpfade wohltuend von den meisten, schlichten Reiseführern unterscheidet, so ist es doch schade, dass gerade in Vietnam einige Höhepunkte wie die Halong-Bucht oder auch eines der kulturellen Highlights, die alte Hauptstadt Hue, vollkommen links liegen gelassen werden. Ansonsten dürfte das Buch beim ein oder anderen Asienbegeisterten sicherlich die Reiselust steigern, insbesondere auch auf die sonst eher weniger im Blickpunkt stehenden Länder Kambodscha und Myanmar. Nicht zuletzt wird ein interessanter kleiner Einblick in buddhistische Traditionen gewährt, einer Religion, bei der es kaum verwundert, dass sie auch außerhalb Asiens immer mehr Anhänger findet.