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In der Bibliothek: Erzählungen [Taschenbuch]

György Poszler , Antal Szerb , Timea Tanko
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 14,00 kostenlose Lieferung Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Dezember 2006
Mit betont leiser Ironie und hintersinnigem Humor kreist Szerb um historische Figuren und persönliche Geschichte, um den siegreichen Alltag und das verbannte Wunder.»Ich bin eher Leser als Schriftsteller«, heißt es in einem von Szerbs Essays, »Ich bin eher Schriftsteller als Literaturwissenschaftler«, in einem späteren Tagebucheintrag. – Das Entweder-Oder ist zu einfach. Szerb näherte die Wissenschaft der Kunst an, und umgekehrt, und beides bis zu Äußersten, betont sein Herausgeber György Poszler. Das Verhältnis von Alltag und Wunder, die wechselseitige Durchdringung von beiden, interessiert Szerb dabei am meisten: Seine Erzählungen, die hier erstmals auf Deutsch vorgelegt werden, spiegeln diese Faszination. Im ersten Teil des Bandes, der Szerbs Aufbruch als Schriftsteller markiert, dominiert die Liebe zur Geschichte – wir begegnen Mirandola, dem Gral und König Artus, der Tochter Kaiser Konstantins. Szerb verarbeitet seine enorme Belesenheit auf unterhaltsamste Weise, bevor er uns in den Erzählungen des zweiten Teils unterschiedliche Einblicke gewährt in die Sphäre seines persönlichen Lebens. Jener Figur aus der ›Pendragon-Legende‹, János Báthky, seiner Liebe zu Bibliotheken und allem Englischen begegnen wir hier wieder, ebenso wie den Problemen mit der Liebe - »Frauen gefallen mir nur unter besonderen Konstellationen und auch dann nicht besonders.«

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In der Bibliothek: Erzählungen + Die Pendragon-Legende: Roman + Reise im Mondlicht: Roman
Preis für alle drei: EUR 33,80

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 280 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342324562X
  • ISBN-13: 978-3423245623
  • Originaltitel: Szerelem a palackban
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 451.545 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Meister der Novellistik.«
Bayeri­scher­­ Rundfu­­nk 17.02.2007

»Die kurzweiligen Erzählungen verbinden auf amüsante Weise intelligente Gedanken und humorvolle Unterhaltung miteinander.«
Rheinischer Merkur 08.02.2007

»Es geht um Leidenschaft. Es geht um Sehnsucht. Es geht um Bücher.«
Die Welt 20.01.2007

»Ihn [Szerb] nicht gekannt zu haben, ist ein Versäumnis.«
Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Antal Szerb (1901-1945), Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, ist in seinem Heimatland Ungarn einer der meistgelesenen ungarischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein kurzes Leben war geprägt von der Liebe zur europäischen Kultur und Literatur. Antal Szerb wird am 1. Mai 1901 in Budapest als Sohn eines assimilierten jüdischen Kaufmanns geboren und katholisch getauft. Nach dem Abitur 1919 besucht er zunächst Vorlesungen der klassischen, später der modernen Philologie in Graz. 1920 kehrt er nach Budapest zurück und immatrikuliert sich in den Fächern Hungarologie und Germanistik, später auch Anglistik. Bereits vier Jahre später promoviert er mit einer Dissertation über den Dichter der ungarischen Nationalhymne, Ferenc Kölcsey. Um Geld zu verdienen, arbeitet er zunächst als Lehrer für Ungarisch und Englisch an einer Vorstadtschule, ab 1928 an einer höheren Lehranstalt für kaufmännische Berufe. Seit Mitte der zwanziger Jahre führt Antal Szerb das Leben eines Schriftstellers. Es erscheinen Rezensionen, Essays und Erzählungen in den führenden literarischen Zeitschriften des Landes. Studienreisen und Stipendien führen ihn in den Zwanzigern nach Italien, Paris und England – Eindrücke, die in seinen beiden ersten Romanen ›A Pendragon-legenda‹ (1934; u.d.T. ›Die Pendragon-Legende‹ 2004 bei dtv) und ›Utas és holdvilág‹ (1937; u.d.T. ›Reise im Mondlicht‹ 2003 bei dtv) ihren Niederschlag finden. Zweimal wird er in dieser Lebensphase mit dem renommierten Baumgarten-Preis ausgezeichnet: 1935 und 1937. Der Literatur bleibt Szerb zeit seines Lebens nicht nur als Autor, sondern auch als Wissenschaftler verbunden. So erhält er 1932 bei einem Wettbewerb den Zuschlag eine ungarische Literaturgeschichte zu verfassen. Das Werk erscheint 1934. Szerb ist da bereits seit einem Jahr Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Ungarns (und bleibt es bis 1936). Das Werk wird unter dem Titel ›A magyar irodalomtörténet‹ bis 1943 in einer Auflage von 23.000 Exemplaren gedruckt und 1944 verboten. 1941 folgt eine Geschichte der Weltliteratur (›A világirodalom története‹), in der er literatursoziologische und kulturphilosophische Ansätze verbindet und sein Thema leicht lesbar aufbereitet. Diese Literaturgeschichte gilt als sein wissenschaftliches Hauptwerk. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft bleibt ihm die Universitätslaufbahn verschlossen, wenngleich er sich noch 1937 mit Hilfe einflussreicher Gönner an der Universität Szeged habilitieren kann und bis 1943 dort lehren darf. 1943 veröffentlicht Szerb noch zwei Romane: Zum einen unter dem Pseudonym A.H. Redcliff das Buch ›VII. Olivér‹, das als sein »leichtestes« Werk gilt, zum zweiten ›A királyné nayklánca‹ (u.d.T. ›Das Halsband der Königin‹ 2005 bei dtv), das die Halsband-Affäre um den italienischen Abenteurer Cagliostro im Vorfeld der Französischen Revolution zum Stoff hat. 1943/44 entsteht zudem der zweisprachige Band ›Száz vers‹ (›Einhundert Gedichte‹) mit Gedichten, die Antal Szerb besonders wichtig waren. Im März 1944 wird Ungarn von deutschen Truppen besetzt, die rechtsgerichteten Hórthy-Regierung gestürzt und eine faschistische unter Führung der »Pfeilkreuzler« eingesetzt. Antal Szerb wird im Sommer 1944 zum Arbeitsdienst eingezogen und in das westungarische Lager Balf bei Ödenburg verlegt, wo er am 27. Januar 1945 ermordet wird. Er wird in einem Massengrab beerdigt. (Nach Informationen von Gábor Durós, Ferenc Szász und der Hungarian Book Foundation/Budapest.)


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5.0 von 5 Sternen Der Meister der Feinsinnigkeit 23. November 2007
Format:Taschenbuch
Antal Szerb war von Geburt Ungar, er studierte Germanistik und Anglistik und verdingte sich als Literaturprofessor, ehe ihn die Nazis aufgrund seiner jüdischen Abstammung ins KZ Balf steckten, wo er 1945 von einem Aufseher erschlagen wurde. Nicht nur ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, vor allem auch eines gegen die Schreibkunst. Für mich zählt Szerb zu den ganz großen Literaten des 20.Jh. Kaum einer verstand es so, Mythologisches und Romantisches mit tiefer Ironie und feinem Wortwitz als moderne Erzählungen wiederzubeleben. Man denke an die "Pendragon-Legende" oder "Reise im Mondlicht".

"In der Bibliothek" arbeitet Antal Szerb persönliche als auch historische Begebenheiten geschliffen und belesen auf. Die einzelnen Essays sind immer wieder aufs Neue amüsant. Jedes mal entdeckt man schmunzelnd zwischen den Wörtern verstreute Zwischentöne und staunt über den feinsinnigen Schreibstil.

Ein Highlight des Ungarn mit der Liebe zu England ist die Erzählung "In St. Cloud, auf einer Gartenparty". "Du bist so klug, dass sich die Frauen nie etwas aus dir machen werden", kommt es der begehrten Marcelle über die Lippen. "Marcelle saß nicht neben mir, sie war sehr intensiv nicht da", folgert der angesprochene Tamás zwei Seiten weiter. "Intensiv nicht da", eine geniale Formulierung! Oder: Haben Sie, liebe RezensionslerInnen, beim Schürzen der Lippen schon mal Folgendes bedacht?: "Der Kuss ist noch ein viel subtileres Mittel, sich auszudrücken als das Sonett und manchmal auch reicher an Wendungen."

Reich an Wendungen ist Szerb immer. Oscar Wilde bezeichnet er als "Parvenu in Worten", der mit der Sprache umgeht, wie ein Neureicher mit Geld.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues (Altes) aus Ungarn 13. März 2007
Von Amazon Kundenrezensionen TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Nach der Lektüre auch dieses Buches weiß man, welchen Verlust die ungarische (und auch die europäische) Literatur durch den Tod Szerbs in einem KZ 1944 erlitten hat.

Die 14 Erzählungen von unterschiedlicher Länge, in der Zwischenkriegszeit entstanden, sind einerseits im Biographischen, andererseits in der Geschichte angesiedelt.

Ein paar Beispiele gefällig? In "Die Liebe in der Phiole" sperrt der Zauberer Klingsor die Liebe in eben diese Phiole. Damit vermiest er Lancelot seine sämtlichen Auftritte..

In "Der Mann, der nicht zu retten war" geht es um einen Dichter, der von einem Snob durch entsprechende Bezahlung dazu gebracht wird, nichts mehr zu schreiben. Wird er es durchhalten?

"In der Bibliothek" handelt von einem jungen Ungarn, der in Paris eine Landsmännin kennenlernt, die seit längerem in ihn verliebt ist. Als er die entscheidende Frage nicht stellt, ist alles vorbei.

"Ajandoks Brautkleid" spielt in Ungarn und handelt von einer Fünfzehnjährigen, die traurig ist, da ihre Schwester sich am Johannistag verlobt hat, sie selbst aber noch keinen Geliebten hat. Sie lernt zwar dann einen Studenten kennen; die Liebe zerbricht aber...

Alle diese Texte sind unheimlich elegant erzählt (man nennt Szerb auch den "großen Eleganten"). Dass Ironie und Humor ebenfalls ein wichtiger Punkt sind, weiß man aus Szerbs anderen Büchern.

Summa summarum: ein unheimlich intelligentes, äußerst vergnüglich zu lesendes Buch!
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