"Wasser einlaufen lassen, lesen, lachen!" - so die Rezension der Revue, deren Autor das Buch wohl kaum gelesen haben dürfte. Zum Lachen ist es nämlich definitiv nicht, das Psychogramm einer 68er bewegten Frau, das Herrad Schenk hier abliefert. Die Einblicke in die Gedankenwelt der Spätsechziger, und wie diese Leben und Lieben der Protagonistin färbten, sind durchaus interessant und bewegend, jedoch lenkt das nicht ab vom bedrückend-alptraumhaften Szenario, dem zunehmenden Ungemach der misslichen Lage, und den darunter hervor blitzenden Ängsten, die sich ebenso auf das Badewannen-Fiasko wie auch das Alter(n) an sich beziehen.
Wen kümmert, dass die Protagonistin über viele, viele Stunden in ihrer Wanne gefangen ist? Wer hört, wer sieht, wer vermisst sie?
Wen kümmert, was im Leben der Protagonistin passiert? Wer hört, wer sieht, wer vermisst sie, wer TEILT ihr Leben noch? Und welchen Anteil hat sie selbst an dieser Situation, welche Verantwortlichkeiten zeigen sich, und werden übernommen, respektive ausgeklammert?
Ein kleiner Happen Einsamkeit in feuchter Umgebung, und mit dezent psychedelischem und horror-kompatiblem Schluss.
Nein, definitiv kein Buch, das mich zum Lachen brachte, wohl aber eines, das zum Nachdenken auch über das eigene Leben, Alter und Altern anregt.