Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Alles Winterreise ?, 12. Oktober 2009
David Fray hatte bereits bei seiner Debut-Platte Schubert im Programm und legt nun eine Aufnahme von moments musisicaux und Impromtus vor.
Heute wird diese Aufnahme gar nicht freundlich aufgenommen. Der Kritiker Raab meint, hier spiele ein furchtbar selbstverliebter Pianist.
Wie kann man dann noch hören ? Die Posen eines Künstlers sollten von seiner Kunst getrennt werden oder geht das gar nicht ?
Im Einspieler zu dieser Aufnahme macht Fray eigentlich keine Posen. Er erklärt seine Position zu Schubert. Eine Einsamkeit, weil kein Gottvertrauen, unterstellt ihm Fray. Das ist eine Position, die man einnehmen kann.
Der Kritiker meint, Schlichtheit oder liedhafte Innigkeit gehe seinem Spiel ab.
Dem kann ich mich nicht anschliessen. Im Gegenteil insceniert Fray nach meinem Hören nichts, er spielt so, wie er Schubert definiert hat: intim, immer ein Wanderer,verloren,einsam.
Man höre etwa das dritte moments: schlicht gespielt, mit einem Hauch Melancholie, sehr prägnanter Rhythmus, fast ein wenig unerbittlich, als sei es Bach.
Raab wirft Fray vor, bei ihm sei immer "Winterreise." Einzuräumen, man hört viel Melancholie, aber ist das nicht Schubert-gemäss ? Ich finde nicht, dass Fray übertreibt, im Gegenteil, die Stücke werden auch so zart gespielt.
Ob Fray ein grosser Schubert-Spieler wird, weiss ich nicht. Höre Frau Pires, wie sie , einige Jahrzehnte älter als Fray, diese Stücke spielt, hat er dieses Niveau nicht erreicht, aber ich finde seinen Schubert durchaus anhörenswert.
Keinesfalls eine Inscenierung eines Selbstverliebten, sondern die Deutung eines ernsthaften jungen Mannes.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Außergewöhnlich, 17. Dezember 2009
Ein stilsicheres Musizieren mit Seele und Feingefühl, ohne Sentimentalität und
Übertreibung. Lebendig und heiter, und doch verhalten, von innen heraus gespielt, in sich stimmig und schlüssig. Der rote Faden läßt einen nicht los. Die Affinität zu Wilhelm Kempf ist hörbar.
Man hört zu und freut sich auf die nächsten Takte. So macht Schubert Spaß.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
schubert ganz fray, 29. Oktober 2009
schubert als tranquilizer für die melancholisch-blaue stunde - eine sicht,
noch 'wattierter' daherpedalisiert als die schon 'verfeinerte' ausführung des
andras schiff, der aber immerhin behutsam-sensibel die tempi-charaktere zu
differenzieren verstand.
obwohl die tempi zwischen andantino und allegro vivace vorgegeben sind,
gewahrt man hier bei david fray ein z.t. zähes einheits-moderato, dass schubert nie und
nimmer und, wenn überhaupt, nur ganz einseitig wiederspiegelt.
schubert war noch in seinem todesjahr ein junger, seinen genius aufbäumend
produktiv getriebener, der sich nicht - romantical-modisch wie fray - trauerflor
umgehängt hat.
selbst das berühmte as-dur impromptu wird zu einem zerdehnten rührstück.
ein vergleich mit dem 'klassiker' (nicht stürmer) clifford curzon! lässt aufhorchen,
was durchaus 'verhaltene' phrasierungskunst mehr von schubert aussagen kann.
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