"Imprint" ist Takashi Miijes Beitrag zur ersten Staffel der Masters of Horror-Reihe und zählt zu den Filmen, die bisher in Deutschland nur geschnitten erschienen sind. Nun endlich hat Splendid den Film noch einmal ungeschnitten in der "Black Edition" herausgebracht und das Warten auf eine ungeschnittene Version hat sich durchaus gelohnt. Dabei sollte man allerdings anmerken, das man kein bluttriefendes Spektakel geliefert bekommt, doch einige Passagen des Filmes fallen durchaus härter aus und so manche Szene geht einem im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut. Doch Miike hat hier keinesfalls sein Hauptaugenmerk auf explizite Gewaltdarstellungen gelegt, sondern legt den Focus vielmehr auf eine wirklich spannende-und vor allem sehr mysteriöse Geschichte, die zudem noch herrlich ineinander verschachtelt ist.
So bekommt dann auch die Hauptfigur Billy (Billy Drago) zuerst mehrere Halbwahrheiten über das Schicksal seiner Geliebten präsentiert, bevor sich erst kurz vor dem Ende die ganze-und schreckliche Wahrheit offenbart. Durch die häppchenweise gelieferten Informationen entwickelt sich für den Zuschauer ein äusserst straff gezogener Spannungsaufbau und die geheimnisvolle Atmosphäre des Filmes tut ihr Übriges, um einen in ihren Bann zu ziehen. Ganzzeitig verspürt man dabei das Gefühl, das jede einzelne Version über den Verbleib der Geliebten noch längst nicht die ganze Wahrheit enthalten, so das man miz einem Knalleffekt zum Ende hin rechnet, der sich dann letztendlich auch wirklich ergeben soll. Dabei beginnt die Story im Prinzip eher ruhig und bedächtig, phasenweise ist die zu Beginn sehr bedächtige Erzählweise sogar ein wenig einschläfernd. Doch ganz offensichtlich wurde dieser Stil von Miike ganz bewust gewählt, um den Betrachter danach mit einem umso temporeicheren Szenario zu konfrontieren, das es stellenweise wirklich in sich hat.
Es gibt einige sehr gut plazierte Schockmomente und einige Szenen verursachen einem selbst fast körperliche Schmerzen. Der Blutgehalt der Ereignisse hält sich zwar in einem überschaubaren Rahmen, doch dafür bekommt man diverse Foltermethoden geliefert, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Das absolute Highlight war für mich persönlich allerdings die absolut gelungene Auflösung des mysteriösen Geschehens, hat Miike hier doch einen echten Überraschungseffekt eingebaut, mit dem man nicht wirklich rechnen konnte. Bis es jedoch endlich soweit ist, kann man die exzellente Grundstimmung des Filmes wie ein Schwamm in sich aufsaugen und sich zudem am gelungenen Schauspiel der einzelnen Akteure erfreuen.
"Imprint" ist letztendlich eine äusserst gelungene Kombination aus Horror-und Gruselfilm, die insbesondere in atmosphärischer Hinsicht etliche Pluspunkte für sich verbuchen kann. Doch auch in allen anderen Belangen kann man dem Werk ein überdurchschnittlich gutes Gesamtzeugnis ausstellen und einen Kauf der DVD auf jeden Fall empfehlen.
Fazit:
Vielfilmer Takashi Miike hat mit "Imprint" einen wirklich gelungenen Beitrag zur Masters of Horror-Reihe beigetragen, der nun endlich auch bei uns in Deutschland in seiner ungeschnittenen Version vorliegt. Ein stimmungsvoller-und mysteriöser Horrorfilm, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.