Nachdem mir die bisherigen Bücher von Sigler, allen voran "Earthcore", sehr gut gefallen haben, war die Vorfreude auf den neuesten Roman groß. Leider wurden meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt.
Kurz zum Inhalt:
Diverse Biotech-Firmen erforschen weltweit die Herstellung von "Ersatzorganen" für erkrankte Menschen. Nach einem bedrohlichen Unfall in einem der Labors sorgen die USA gemeinsam mit den G8 dafür, dass diese Vorhaben gestoppt werden. Die Fa. Genada sieht sich jedoch kurz vor einem Durchbruch und evakuiert ihre Forschungseinrichtung nebst dazugehörigem Personal und Technik auf eine einsame Insel in einem der Großen Seen (USA - Kanada). Ziel der Forscher ist die Schaffung eines neuen Lebewesens - des "Urvaters" der Säugetiere -, dessen Organe aufgrund der genetischen Verwandschaft ohne Probleme einem Menschen eingepflanzt werden können.
Die Situation auf der Insel nimmt dann allerdings dramatische Züge an, da
a) der eine der beiden Firmenchefs sich gewaltsam des Projekts und damit aller Beteiligten / Zeugen entledigen will
b) es sich bei den Urvätern nicht um friedfertige Organspender, sondern ausgewachsene Monster handelt
Am Ende kämpfen die Guten gegen die Bösen und alle gegen die Monster. Das Ende ist voraussehbar.
Die Geschichte an sich beinhaltet die für mich sehr interessante Mischung aus Wissenschaft, Horror und Action. Leider gelingt es Sigler aber nicht, dem Ganzen hier eine spezielle Note zu geben, so dass sich die Handlung vorhersehbar und linear entwickelt - eben nach "Schema F". Leider braucht er auch recht lange, bis sich ein reizvoller Spannungsbogen aufbaut. Die ersten 200 - 300 Seiten dienen zwar dem Hintergrund und sind auch nicht völlig langweilig, hätten nach meinem Dafürhalten aber auch kürzer und knackiger ausfallen können. Die Action am Ende gefällt mir gut, ist richtig spannend und entschädigt für das Durchhaltevermögen. In Sachen "blutig" usw. sollte man wissen, worauf man sich bei Sigler einlässt, denn auch seine anderen Romane sind in dieser Hinsicht sprachlich nicht zurückhaltend. Ich finde das Maß an Gewaltdarstellung allerdings nicht überzogen und dem o.a. Aspekt des Horrors angemessen.
Insgesamt fehlt es mir an dem besonderen Etwas bzw. einer originellen Idee. Man kann den Roman gut lesen, es haut einen aber nicht vom Hocker. Insofern gutes Mittelmaß.