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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein souveräner Jean Reno in einem suboptimalen Noir-Thriller , 3. Oktober 2007
Dumm gelaufen ist die Sache für Anna Heymes (Arly Jover), als sie eines Morgens ihren Ehemann nicht mehr erkennt. Der Arzt, der ihren seltsamen Gedächtnisverlust behandelt, erweckt nicht gerade Annas Vertrauen und so sucht sie auf eigene Faust eine Psychoanalytikerin auf, nur um letztendlich herauszufinden, dass sie ganz und gar nicht die Dame aus der gehobenen Gesellschaft ist, für die sie sich bislang gehalten hat. Eine Entdeckung, die für Anna lebensgefährlich wird.
Ebenfalls dumm gelaufen ist die Sache für Kommissar Nerteaux (Jocelyn Quivrin), der wegen mehrerer brutaler Ritualmorde im Türkenviertel von Paris ermittelt und mit Hilfe seines suspendierten Brutalo-Kollegen Schiffer (Jean Reno) herausfindet, dass weit mehr als ein Serienkiller hinter diesen grauenvollen Morden steckt. Auch dies ist eine Entdeckung, die der Gesundheit nicht gerade zuträglich ist.
Dumm gelaufen ist die Sache auch für den Zuschauer, wenn nach der ersten, sehr spannenden Hälfte des Filmes klar wird, wie diese beiden Handlungsstränge zusammenhängen und wer Anna in Wirklichkeit ist, denn danach bricht die bis dahin schier unerträgliche Spannung schlagartig ein und die Story plätschert im Dauerregen von Paris den Kanal hinunter. Bis sich im sonnigen und trockenen Anatolien alle Protagonisten zum blutigen Showdown und zu Auflösung des letzten Rätsels wiedertreffen, erhält man zur Unterhaltung eigentlich nur noch logikfreie Messerschlitzereien und unmotivierte Explosionen geboten.
Trotzdem:
Die düstere Atmosphäre, ein wie immer grandioser Reno mit einem Gefolge an wirklich sehenswerten jungen Schauspielerkollegen (besonders das Klappergestell Arly Jover ist ein extrem erotischer Augenschmauß), eine absolut haarsträubende und aufregende erste Hälfte und eine schräge Mischung aus Agenten-Krimi und Film Noir hinterließen bei mir letztlich das Gefühl äußerst actionreich und spannungsgeladen unterhalten worden zu sein.
Summa summarum ein Film, der seinem Genre alle Ehre macht. Ansehen lohnt sich!
DVD:
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Französisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Französisch und Deutsch für Hörgeschädigte
- Bildformat: 2.35:1 (16:9 anamorph codiert)
- Dolby, DTS Surround Sound, Surround Sound, PAL
- Laufzeit: 123 Minuten
- Special Features Audiokommentar
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Graue Wölfe, Serienkiller, Auftragskiller, Bullen und Geheimdienstler, 5. September 2009
Zwei Handlungsstränge, die langsam und zielgerichtet zu einer Einheit verschmelzen sollen:
Anna Heymes (Arly Jover) leidet an einer mysteriösen Krankheit. Sie kann sich nur schwer an ihre Vergangenheit erinnern, ihr Gedächtnis weist Löcher auf. Selbst ihren Ehemann Laurent (Philippe Bas) erkennt sie unter Stress nicht mehr. Darunter leidet die Beziehung und die Ärzte wollen aufwendige Scans und eine Biopsie machen, aber Anna, die Laurent gegenüber mehr und mehr misstrauisch ist und sich ihm entfremdet, konsultiert auf eigene Faust die Psychologin Mathilde Urano (Laura Maurante). Durch das Augenmerk des pychologischen Aspekts keimt in Anna immer der Verdacht auf, dass sie nicht die ist, die sie angeblich sein soll. Mathilde ergreift die Flucht und versucht, ihre Vergangenheit und ihre wahre Identität zu erforschen.
Zur gleichen Zeit treibt ein Serienkiller in einem verarmten Viertel der Stadt sein Unwesen. Der junge, unerfahrene Polizist Paul Nerteaux (Jocelyn Quivrin) wird auf diese mysteriösen Fälle angesetzt.
Mehrere illegal eingewanderte rothaarige Frauen türkischer Herkunft wurden grausam hingerichtet. Weil er allein nicht weiter kommt, konsultiert Nerteaux den vorzeitig in den Ruhestand versetzten Brutalo-Ermittler Schiffer (Jean Reno), ein Experte in Sachen türkischer Mafia und eine wertvolle Informationsquelle ist. Doch schon der erste Einsatz endet in einem Blutbad, aber Nerteeaux muss erkennen, dass er ohne Schiffer aufgeschmissen ist...
"Das Imperium der Wölfe" ist ein französischer Thriller aus dem Jahr 2005, der auf dem gleichnamigen Roman von Jean-Christophe Grange basiert. Es ist nach "Die purpurnen Flüsse" die zweite Verfilmung eines Werkes von Grange, bei dem Jean Reno die Hauptrolle spielt.
"Die purpurnen Flüsse" wird mir deshalb in Erinnerung bleiben, weil es ein sehr spannnender, komplexer Film war mit dem wohl enttäuschendsten Filmende der letzten Jahre.
"Das Imperium der Wölfe" ist allerdings trotz Jean Reno, den ich als Schauspieler vor allem durch seine grandiosen Darstellungen in "Big Blue" und "Leon, der Profi" sehr schätze, noch schwächer als der Vörgänger.
Ebenso wie die purpurnen Flüsse hat auch "Das Imperium der wölfe" einen ausserordenlich schwachen Schluß, der diesmal allerdings nicht ganz so gravierend ins Gewicht fällt, weil schon im Laufe der Story überzogene Anteile und eher unlogische Entwicklungen stattfinden und deshalb mein Daumen viel früher schon nach unten zeigt.
Lediglich das Grundgerüst stimmt und macht eigentlich Lust das filmische Rätsel zu lösen. Spannend ist auch die Story von Anna, die zunehmend jeglichen Boden unter den Füßen verliert.
Auch die Optik ist gelungen.
Das Kunststück beide Handlungsstränge stimmig miteinander zu verbinden, scheitert allerdings nach meiner Meinung auf ganzer Linie.
Der Film leidet an einer unglaubwürdigen Konstruktion.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grangé und doch nicht (ganz) Grangé, 27. Juni 2006
Ich habe mich von den fast durchweg negativen Rezensionen nicht schrecken lassen, zuerst das Buch gelesen und erst danach den Film gesehen. Wer die Art von Grangé (so wie ich) mag, zwei unterschiedliche Handlungsstränge perfekt miteinander zu verschmelzen, der kommt auch mit dem Film voll auf seine Kosten. Denn auch hier hat Grangé, so wie bei "Die purpurnen Flüsse" auch, selbst am Drehbuch mitgeschrieben. Das mertkt man, auch wenn zwei Protagonisten im Buch relativ früh, im Film aber überhaupt nicht sterben. Aber so wie Grangé in dem sehr informativen Interview des Bonusmaterials selbst sagt, unterscheiden sich Art und Weise, Spannung entweder in einem Film oder einem Buch zu erzeugen, so sehr voneinander, dass auch er die teilweise sehr starke Abweichung der Filmadaption von seinem Roman akzeptiert hat. Aber meiner Meinung nach sollte man UNBEDINGT (!!!) erst das Buch lesen, bevor man sich den Film ansieht. Denn der Stil von Grangé erschließt sich primär über das Buch, da er dem Film (wohl aus stilistischen Gründen) nicht so sehr seinen Stempel aufdrücken konnte. Ich habe jedenfalls den Kauf der DVD gerade in der Deluxe Edition nicht eine Sekunde lang bereut. Man könnte wohl aus einer so phantastischen und sehr intelligent erzählten Geschichte ohnehin keinen wirklich schlechten Film machen, zumal die Besetzung von Jean Reno dies erst recht unmöglich macht.
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