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Imperien: Die Logik der Weltherrschaft - vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten
 
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Imperien: Die Logik der Weltherrschaft - vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten [Taschenbuch]

Herfried Münkler
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 2 (2. April 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499622130
  • ISBN-13: 978-3499622137
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Herfried Münkler
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Spätestens mit dem Ende der Sowjetunion schien die Zeit der Imperien endgültig zu Ende. In der globalsierten Welt sei, so die weit verbreitete Einschätzung, für eine imperiale Machtentfaltung angesichts der ebenso vielfältigen wie komplexen Abhängigkeiten zwischen den Staaten kein Raum mehr. Zudem war man mehrheitlich der Überzeugung, imperiale Politik zu betreiben, liege eigentlich auch in keines Staates Interesse. Spätestens angesichts der weltpolitischen Alleingänge der USA jedoch, die zuletzt ein ums andere Mal auch Verbündete mit weit gespannten Machtansprüchen und Gefolgschaftserwartungen brüskierten, hat man begonnen, diese Einschätzung zu revidieren. In den USA und auch anderswo mehren sich die Stimmen, die fordern, Amerika solle seine Rolle als Imperium nicht nur nicht länger leugnen, sondern sie zum eigenen und zum Wohle der Welt offensiv gestalten.

All dies ruft Herfried Münkler uns in Erinnerung und zeigt sogleich, woran es bei der Diskussion heute zumeist hapert. So bestehen über Begriff und Wesen des Imperiums sowie den möglichen Sinn und Nutzen imperialer Politik bei den Diskutanten und Autoren häufig enorme Unsicherheiten. Begriffe wie Imperialismus und Hegemonie werden nur selten hinreichend trennscharf differenziert, Missverständnisse sind deshalb an der Tagesordnung. Der "wandelnde Ein-Mann-Think-Tank", als den Die Zeit den Politikwissenschaftler von der Berliner Humboldt-Universität einmal bezeichnet hat, sortiert in Imperien deshalb zunächst zu Recht sehr ausführlich das entsprechende Begriffsfeld. Sodann zeichnet er eine prägnante Typologie imperialer Herrschaft und analysiert an den historischen Beispielen die Aufgaben imperialer Ordnung und führt uns vor Augen, worin die Ursachen für das häufige "Scheitern der Imperien an der Macht der Schwachen" zu suchen sind.

Ein ausgesprochen lesenswerter Band für all jene, die statt an wohlfeilen Allgemeinplätzen, wie sie in der Diskussion um das amerikanische Imperium heute an der Tagesordnung sind, an historisch und theoretisch fundierter Information und Analyse interessiert sind. -- Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Imperien seien Relikte der Vergangenheit, glaubte man bis vor kurzem. Umso bestürzter waren die Europäer, als die USA ihre Vormachtstellung offen demonstrierten. Plötzlich stellen sich drängende Fragen: Wodurch zeichnen sich Imperien aus? Welche Risiken birgt eine imperiale Ordnung? Und welche Chancen bietet sie? Herfried Münkler zeigt, wie Imperien für Stabilität sorgen und welche Gefahren ihnen drohen, wenn sie ihre Kräfte überdehnen.

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66 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Immer häufiger werden die Vereinigten Staaten neuerdings als Imperium bezeichnet. Nur unter dieser Voraussetzung, so heißt es, seien ihr Verhalten und die gegenwärtige Konstellation der internationalen Politik angemessen zu begreifen. Aber was sind Imperien eigentlich? Worin unterscheiden sie sich von anderen politischen Einheiten, wie Nationalstaaten oder Stammesverbänden, und gehören sie im 21. Jh. nicht längst der Vergangenheit an?

In seinem neuen Buch versucht Herfried Münkler diese Fragen zu beantworten. Dabei geht er von der Feststellung aus, daß die Erklärungskraft der traditionellen Imperialismustheorien (Hobson, Lenin, Schumpeter usw.) enttäuschend sei. Sie konzentrierten sich nämlich auf die europäischen Kolonialreiche des 19. Jh., vernachlässigten die Peripherie zugunsten des Zentrums, berücksichtigten fast nur die Entstehungsphase von Imperien und seien weitgehend normativ statt deskriptiv-erklärend ausgerichtet.

Ihnen möchte Münkler eine theoretische Alternative gegenüberstellen, die all diese Schwächen überwindet. Sie soll universalhistorisch fundiert sein, eine umfassende Typologie von Imperien entwickeln, deren Konsolidierung und Untergang gebührend berücksichtigen, und vor allem ihre inneren Zwänge, die „Logik der Weltherrschaft“ (S. 9) herausarbeiten. Was Münkler also anstrebt, ist nichts geringeres als eine historische Soziologie der Imperien, vergleichbar etwa mit Max Webers Soziologie der Herrschaft. Auf dieser Grundlage möchte er auch die weltpolitische Situation der Gegenwart verorten und Prognosen über Dauer und Stabilität des amerikanischen Imperiums wagen.

Anders als Weber bezieht Münkler sein theoretisches Instrumetarium ganz offen von fremden Autoren. Seine Soziologie der Imperien beruht auf einer Kombination von Machiavellis Zyklentheorie, Michael Manns Typologie der Machtformen (militärisch, politisch, ökonomisch, ideologisch) und Michael Doyles Idee der „augusteischen Schwelle“.

Zusammengehalten wird diese Mischung durch einen simplen Gedanken: Imperien, so Münkler, werden mit militärischer oder wirtschaftlicher Macht gegründet, können aber nur unter Zuhilfenahme anderer Machtformen stabilisiert werden. Gelinge dieser Übergang (z. B. Rom, China), könne von einem Überschreiten der „augusteischen Schwelle“ gesprochen werden, was die Grundvoraussetzung für den längeren Bestand eines Reiches darstelle. Scheitere er hingegen (z. B. Spanien, Rußland, osmanisches Reich), müsse die Reichsbildung prekär bleiben.

Je mehr Machtsorten einem Imperium zur Verfügung stünden, desto größer sei der Handlungsspielraum seiner Führer und Eliten, und desto günstiger seine Aussichten auf Stabilität. Auch die beste politische Führung könne jedoch nur den Aufenthalt ihres Reiches im oberen Zyklussegment verlängern, nicht aber die zyklische Abfolge von Aufstieg, Blüte und Niedergang als solche beseitigen.

Dieses einfache theoretische Modell ergänzt Münkler durch eine Reihe locker angefügter, eher impressionistischer Überlegungen zur Legitimation von Großreichen (Hauptthemen: Frieden und Wohlstand), zu den Gefahren imperialer Überdehnung sowie über die Aussicht beherrschter Völker, der Imperialmacht durch asymmetrischen Widerstand (Guerillakrieg, Terrorismus) Niederlagen zuzufügen.

Sehr aufschlußreich ist Münklers Einschätzung, daß die Entstehung von Weltreichen nur wenig mit der Eroberungslust einzelner Führer zu tun habe und mehr auf objektive Strukuren der Staatenwelt zurückgehe, die eine solche Entwicklung begünstigten oder sogar herausforderten.

Hält Münkler sich in seinen historischen Ausführungen weitgehend an die Beispiele des römischen, des chinesischen, des spanischen, des osmanischen und des russischen Reiches, so gelten seine aktuellen Schlußfolgerungen überwiegend den Vereinigten Staaten. Aus seiner Unterscheidung zwischen Imperium (großer, institutionalisierter Machtunterschied zwischen Herrschern und Beherrschten) und Hegemonie (relativ geringer Machtunterschied; Führungsmacht kann nicht ohne Zustimmung der Verbündeten dominieren) folgt, daß Amerika gegenwärtig beides ist: Imperial- UND Hegemonialmacht. In der Tat scheint es plausibel, die Position der USA in der Karibik und im Nahen Osten als imperial, in Europa dagegen als hegemonial und in Ostasien nur als die einer Großmacht unter anderen zu bestimmen.

Zu den interessantesten Passagen des Buches gehören Münklers Ausführungen über die imperiale „Dynamik“ der Gegenwart. Die Vereinigten Staaten seien - ebenso wie die europäischen Mächte des 19. Jh. - durch Konflikte und Krisen der Peripherie in eine von ihnen ursprünglich nicht erstrebte imperiale Rolle hineingezogen worden. Da die Globalisierung auf vormoderne gesellschaftliche Strukturen zersetzend wirke, schaffe sie Zustände (Anarchie, Völkermord, ethnische Säuberungen, Fundamentalismus), die den Industrieländern inakzeptabel erscheinen. Nachdem die UNO an diesen Herausforderungen völlig gescheitert sei, habe Amerika der imperialen Versuchung nicht mehr widerstehen können. Die Europäische Union, so schließt Münkler an, werde auf entsprechende Vorgänge in ihrer Umgebung mittelfristig ähnlich reagieren müssen.

Nicht minder bedenkenswert sind Münklers Überlegungen zum Verhältnis von Demokratie und imperialer Herrschaft. Unter dem Zwang, ihrer Bevölkerung kurzfristige Erfolge zu präsentieren, neigten demokratische Imperien stark zu militärischen Lösungen und wirtschaftlicher Ausnutzung ihrer Macht. Demokratische Großreiche seien also nicht friedlicher als autoritäre, sondern im Gegenteil aggressiver und ausbeuterischer.

Trotz der Vielzahl wertvoller Informationen und Anregungen, die Münkler zusammenträgt, gelingt es ihm jedoch nur begrenzt, eine historische Soziologie der Imperien zu entwerfen. Schon seine theoretischen Grundannahmen bleiben unklar. Was bedeutet etwa die Rede von verschiedenen Machtformen? Michael Mann mag sie im Einzelnen erläutert haben, Münkler tut es nicht. Auch für Machiavellis Zyklenlehre fehlt bei ihm jede Begründung. Entsprechend dünn ist die historische Auswertung der Theorie. Keines der von Münkler behandelten Welteiche wird dem Leser in seiner Geschichte und Struktur wirklich verständlich. Wer nach den Gründen für den Untergang des Römischen Reiches fragt oder wissen möchte, warum sich die Staatsgründung der Osmanen als die langlebigste aller Turkvölker erwies, wird die Antwort bei Münkler nicht finden.

Münklers Gegenwartsanalyse bleibt ebenfalls fragmentarisch, was nicht erstaunlich ist. Um die Zukunftsaussichten des amerikanischen Imperiums beurteilen zu können, reicht es eben nicht aus, seine Probleme mit der „Macht der Schwachen“, im wesentlichen also der islamischen Welt, zu analysieren. Viel wichtiger dürfte in dieser Hinsicht das Verhältnis Amerikas zu den „Starken“ von morgen sein (China, Indien, Europa, Rußland).

Andererseits ist zu bedenken, daß die Theorie der Imperien, wie Münkler zu recht bemerkt, noch in ihren Anfängen steckt. Nimmt man sein Buch als einen ersten Ansatz, so hat es trotz mancher Schwächen allen Respekt verdient.

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Pax Americana 11. Januar 2007
Von artbap
Format:Gebundene Ausgabe
Alle Imperien der Geschichte erlebten drei Phasen: Aufstieg, Höhepunkt und Untergang. Was für das Osmanische Reich, das britische Empire und die Sowjetunion galt, trifft also auch auf die Hegemonialmacht USA zu. Das jedenfalls verspricht der Untertitel des Buches: "Die Logik der Weltherrschaft - vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten".

Es macht Spaß, Autor Münkler bei seinem Streifzug durch die Geschichte zu begleiten. Leider baut er vor dem Leser jedoch die ein oder andere Hürde in Form von Fremdwörtern auf: Hand aufs Herz, wissen Sie auf Anhieb, was "Hegemonialmacht" bedeutet? Der "Hegemon" ist laut FremdwörterDuden ein Wort aus dem Griechischen und bezeichnet einen "Fürst, der über andere Fürsten herrscht".

Lesen soll ja bilden, trotzdem wäre ein Glossar bei diesem Buch sinnvoll gewesen. Wenn der Leser allerdings bereit ist, solche Wissenslücken quasi nebenbei zu klären, die leider bei Autoren aus der Wissenschaft häufig vorkommen, dann öffnen sich Ein- und Seitenblicke in beziehungsweise auf bestehende und untergegangene Weltreiche.

Münkler ist Professor für Politikwissenschaft in Berlin. Sein Buch unterscheidet sich wohltuend von anderen Publikationen. Denn der modischen Versuchung zur US-Schelte entgeht er. Vielmehr beschreibt er den gegenwärtigen Zustand ' wertneutral, sachlich, präzise.

Das Buch beinhaltet zehn Karten, vom Athener Seeimperium bis zur Weltkarte mit US-Stützpunkten und den jeweiligen Truppenstärken. Selbstverständlich bietet es Quellenverweise und Erläuterungen.

Münkler zufolge prägt der große Machtunterschied zwischen dem Herrscher und den Beherrschten ein Im'perium, während eine Hegemonie nicht ohne Zustimmung der Verbündeten dominieren kann. Für ihn ist Amerika beides, Hegimonialmacht und Imperium in

einem. In seinem Buch geht Münkler auf die Suche nach Strukturen und Gesetzmäßigkeiten. Gibt es eine Linie, die allen imperialen Bestrebungen innewohnt?

Dem Leser erschließt sich so, aus seinem historischen Interesse heraus, eine Deutung für die weltpolitischen Probleme der Gegenwart. Ein Blick ins Verzeichnis der sechs Hauptkapitel zeigt, dass hier keine Langeweile aufkommt. Kapitel eins fragt: "Was ist ein Imperium?", das letzte Kapitel lautet: "Die überraschende Wiederkehr des Imperiums im postimperialen Zeitalter".

Was der Titel wirklich nicht vermuten lässt: Gerade dieser letzte Buchteil hat es in sich. Neben einer präzisen Diagnose der heutigen US-Politik leitet Münkler Erkenntnisse für die Europäische Union ab. Wie viel Imperium muss Europa sein, um im 21. Jahrhundert zu bestehen? Reichen unsere Fähigkeiten und Konzepte für die Herausforderungen der Zukunft?
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
War nach der Selbstauflösung der Sowjetunion schon voreilig vom "Ende der Geschichte" und "vom Ende des imperialen Zeitalters" die Rede, so wirft dieses Buch die Frage auf, ob es auch heute Imperien geben darf, kann oder muss. Dieser Frage widmet sich Herfried Münkler in einem sehr lesenswerten und interessanten politischen Sachbuch.

Dabei wird der Begriff aus verschiedenen Richtungen beleuchtet, werden die bekannten Autoren zu diesem Thema vorgestellt und der Begriff Imperium definiert. Immer auch - und das macht dieses Buch sehr lesenswert - aus der heutigen Perspektive, die das Imperium schon tot glaubte.

Münkler stellt die verschiedenen Imperien der Weltgeschichte dar, so z.B. das Rom, China, sowie die "Steppenimperien" und klärt die Frage warum und unter welchen Bedingungen Imperien als stabile Gebilde anzusehen sind, und ob es Ihnen darüber hinaus gelingt Stabilität aus dem Zentrum des Imperiums in die Randgebiete (sog. Peripherie) zu tragen.

Überhaupt nimmt die Frage, wie diese Randgebiete Einfluss auf das Machtzentrum eines Imperiums nehmen und welche Auswirkungen die Vernachlässigung der Peripherie auf das Zentrum hat, einen großen Raum ein. Hierbei wird der sog. Barbarendiskurs vorgestellt und erläutert.

Nicht zuletzt widmet sich Münkler natürlich der Frage, welcher Einschätzung die USA heute unterliegen. Handelt es sich um ein Imperium? Eine Hegemonialmacht oder gar beides? Kenntnisreich schildert Münkler hier alle Aspekte und Möglichkeiten, die der "letzten Supermacht" zur Verfügung stehen und wie Europa in das durchaus komplexe Bild aus Wirtschafts- und Militärmacht hineinpasst.

Ein Buch, welches jedem Leser, der Interesse an dieser Thematik hat, empfohlen werden kann. Nach Lektüre dieses Buches kann sich jeder ein Bild über den wieder zu "Ehren" gekommenen Begriff "Imperium" machen. Uneingeschränkt auch deshalb empfehlenswert ist, weil Herfried Münkler ein Meister des Erzählens ist.

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