Ich halte Ellis generell für einen guten Autor, habe "Less Than Zero", "Rules of Attraction" sowie "Lunar Park" und "The Informers" gelesen, und würde "Imperial Bedrooms" nicht als sein bestes Werk, doch etwas besser als Informers und Lunar Park bezeichnen - da die Geschichte zusammenhängender war als in "Informers" und nicht so langatmig wie zT in "Lunar Park".
Dennoch bin ich kein "Fan-Boy", der jeden Schritt dieses Autors verfolgt; auf Imperial Bedrooms bin ich nur durch zufälliges Stöbern in einer großen Buchhandlung gestoßen.
Zum Roman an sich:
Der Charakterentwicklung bzw -beschreibung wird bei Ellis ja selten viel Zeit gewidmet, bei Imperial Bedrooms wirken die Personen dennoch glaubwürdig und beklemmend real.
Beklemmende Geschichten zu schreiben ist sowieso das Haupttalent von Ellis, und dieses blitzt (endlich) bei Imperial Bedrooms wieder auf - ich dachte schon, nach Lunar Park hätte Mr. Ellis mit diesem Schreibstil gebrochen.
Waren seine ersten beiden Romane (s.o.) noch richtiggehend schockierend für mich, so konnte mich Imperial Bedrooms zwar nicht mehr "vom Hocker hauen", aber dennoch... er hat eine Atmosphäre erzeugt. Bedrückend. Beklemmend. Kalt. Ekelig. Bewegend. Er kann es also noch.
Er kehrt zurück zu den Anfängen seiner Karriere, nach L.A. zu den verlorenen Gestalten aus Less Than Zero, nimmt Bezug, ohne zu wiederholen, gibt den "toten Seelen" noch einmal Leben, ohne Leichen zu fleddern.
Deswegen: 4 Sterne.