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Nach dem krachenden, melodisch vielschichtigen, überaus abwechslungsreichen Erstlingswerk "Hour of Restauration"(1991), schob Magellan diesen nicht minder qualitativen Nachvolger nach.
Gleich das erste Stück "Estadium Nacional" gehört zu den Stärksten dieses Albums und reiht sich in die Gallerie der "Vorführ-Stücke" von Magellan ein. Es fängt mit einem Chorgesang an, der etwas an Queen erinnert, jedoch melodisch typisch "magellanisch" ist.
"Songsmith" ist mit seinen 5:32min zwar etwas "kürzer" geraten, ist aber ein typisches Beispiel dafür, was man alles in einen "Song" reinpacken kann. Aber egal, wo man auch ansetzt, alle Stücke bieten diesen Ideenreichtum und sind höchst abwechslungsreich. Das selbe gilt auch für "Virtual Reality", welches melodisch einbißchen simpler rüberkommt, sich dafür aber gut zum Einsteigen eignet und Gänsehautfeeling bietet.
Grundsätzlich aber fordert eine Hülle und Fülle von Melodien, rhythmischen Breaks, Tempiwechseln und anderen Schmankerln erst einmal das Gehirn, bevor diese Musik auch im Bauch ankommen kann! Aber dann lässt es einen auch nicht mehr los - bis heute bin ich "beinharter" Fan. Wenn man sich erst etwas reingehört hat, merkt man, wie ausgeklügelt, verschachtelt Gardner komponiert. Es sind sehr viele Komponenten aus der klassischen Musik enthalten, im Bezug auf die Harmonien aber auch im Bezug auf die Strukturen.
Trent Gardner hat wieder alle Stücke selbst geschrieben und produziert. Sein Gesang ist messer-scharf, hoch, super-präzise, ein absolutes Wahrzeichen. Und was für einen langen Atem er hat, beweist er auf "Virtual Reality"...
Nach dem kurzen, athmosphärisch dichten Intermezzo "No Time for Words" wird uns das nächste Opus "Storms and Mutiny" um die Ohren gekracht, welches nicht ganz so packend rüberkommt, wie die ersten beiden.
Der kurze Ausklang "Under The Wire" bietet harte Klänge, Athmosphäre und fulminanten Gesang.
Die wenigen negativen Aspekte seien hier auch genannt:
1. Die Abmischung und Produktion lässt das Ganze zum Teil ziemlich kalt und steril wirken;
2. Ausser bei "Waterfront Weirdos", verzichtet Magellan auf einen Drummer und programmiert die Drumtracks; dieser blecherne, hohe Drumsound verstärkt noch den Effekt der Kälte und Sterilität.
Erst ab dem Nachfolgealbum ("Test of Wills", 1997) werden sie durchgehend Session-Drummer einsetzen.
Trotzdem erreicht auch dieses Album "locker" die volle Punktzahl!
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