Endlich ist es da! PEACHES YOU ARE SEX ROCK !!! WOW! Was für ein Album! Die Scheibe geht voll ab! Schon das Booklet ist vielversprechend - außen Peaches als grünäugige Raubkatze, innen mit Feist in Bikinis am Mischpult. Dazu gibt's Lyrics (yeah!) und ein Poster auf der Rückseite. Das erste Stück "Fuck Or Kill" ist nicht nur eine klare Absage an den US- amerikanischen Präsidenten (natürlich peacheslike), sondern musikalisch - dominiert von fetten Drums - das perfekte Intro für das, was folgt. Während "Tent In Your Pants" eines der gerappten, ironischen, schmutzigen Peaches-Stücke ist, das sich zu einem guten Vorspiel steigert, kommt Peaches mit "Hit it hard" gleich zur Sache. Hier ist mindestens tanzen angesagt. Es ist dreckig, es ist heiß und es ist hart. Wie angekündigt ist die dritte Peaches-Scheibe viel rockiger, more hardcore als die Vorgänger - wie das vierte Stück "Boys Wanna Be Her" beweist: rotzige Gitarrenriffs und fette Beats, dazu intelligente, dreckige Lyrics, die ein sehr breites Grinsen erzeugen. Auf "Impeach My Bush" hat Peaches ihren MC505 gegen einen MC909 und - viel wichtiger: eine Band ("The Herms") ausgetauscht. Die Instrumente werden bekanntlich von einer Besetzung gespielt wird, die sich sehen lassen kann. Die Schlagzeugerin Samantha Maloney (Ex Hole/Mötley Crüe/Eagles of Death Metal) gehört nun offensichtlich zum festen Bestandteil der Band, genau so wie JD Samson von Le Tigre und Radio Sloan (Ex Courtney Love-Band/The Need). Multitalent Peaches hat ihren MC 909 fest im Griff und greift hier und da zur Gitarre oder zum Bass. Mit der Singleauskopplung "Downtown" wirds merkwürdig elektrosphärisch. Bei dem etwas entrückt klingenden Song, den Peaches eigentlich für Kelis geschrieben hat, war die Synthiemucke der 80er Vorbild. "Two Guys (For Every Girl)" macht richtig Spass und zwingt zu move-your-ass: "slapping your dicks all over the place, rubbin that shit all up in your face". Dabei wird man etwas an den Yellow-Formel-Eins-Sound erinnert. Wieder anders klingt "Rock The Shocker": Trockener Elektrosound, wie man ihn von Peaches kennt, die diesmal den Jungs, die immer noch nicht wissen wie man Frauen dazu bringt sich "supersonic" zu fühlen eine Lektion erteilt. Hier entschlüsselt sich auch die Bedeutung der Gestik auf der Rückseite des Booklets: Ringfinger runter, Rest hoch - oder, mit Peaches ausgedrückt: zwei vorne, einer hinten und der Daumen, um den Knopf zu drücken "for the girls, right?". Schluss mit Metalhörnern- wer Peaches liebt, sollte ihr diese Geste im Konzert zeigen. Bis dahin ist man schon überzeugt, sein Geld sehr gut investiert zu haben. Aber DER HAMMER kommt bei "You Love It"!!! Ich konnte meinen Finger nicht mehr von der Repeattaste lösen! Peaches und Joan Jett. Freak out now! Das beste Stück, was ich seit langem gehört habe! WOW! Seit Stunden läuft es bei mir hoch und runter, und zwar sehr laut! Sehr rockig, sehr fett. Erinnert an Metal-Stücke der 80er (AC/DC), die richtig abgehen. Allein deswegen lohnen sich die 15 Euro. Was folgt, ist typisch Peaches, sehr gekonnt, originell und mitreißend. Den Sound von "Slippery Dick" (den Fisch gibt's tatsächlich, einfach mal googlen - verrät Peaches in ihrer Show) hat man morgens beim Aufstehen noch im Ohr und muss es sofort wieder hören. Dann kommt "Give'er", gefolgt von "Get it" (auf dem Cover ist es umgekehrt). "Give'er", bekanntlich mit Josh Homme an der Leadgitarre ist sehr rockig, sehr schnell, sehr gut. Das sollte man mehrmals hören, besonders wenn man nach dem absoluten Burner "You love it" schon völlig befriedigt ist. "Get It" erinnert an die Vorgängeralben, kühler Minimalismus, aber sexy und gut tanzbar. Mit "Do Ya" wird's wieder rockig und das letzte Stück "Stick It To The Pimp" ist noch mal ein besonderes Highlight, da macht sich die Göttin des Electro-Clash alle Ehre. Auch hier sind die Lyrics, wie auf der ganzen Scheibe, sehr kräftig und vulgär: "Pissed in your pimp cup, drink up" oder "kiss my ring or ring my bell or ding a ling just go to hell". Peaches entkrampft auf Impeach My Bush ausgediente Klischees mit tiefgründigigem Humor und liefert auch musikalisch eine enorm hohe Qualität ab. Insgesamt eins der wenigen Alben, das sich schon beim 1. Hören sehr geil anhört und mit jedem Hören immer besser und interessanter wird. Dazu einige wirkliche Highlights, die in den Olymp des Rock'n'Roll gehören. Das Warten hat sich gelohnt und ich kann allen nur empfehlen, auf eins ihrer Konzerte zu gehen: Peaches, I love it, love it, love it (when you're hard to have)!!! Das bisher beste Album von Peaches und ein absoluter Meilenstein. Kaufen!