...macht sich Khoury mit diesem Roman sicher nicht. Ganz grob umrissen geht es um ein geheimnisvolles Buch, das in den Wirren des Irak-Kriegs aufgetaucht ist. Worum es in dem Buch geht, wird durch allerlei Andeutungen relativ schnell klar, ohne dass es wirklich ausgesprochen wird. Nachdem ein irakischer Antiquitätenhändler das Buch an eine amerikanische Professorin in Beirut verkaufen will, überschlagen sich die Ereignisse. Die Professoren wird entführt und es beginnt eine Jagt nach ihr, den Entführern und natürlich noch dem geheimnisvollen Buch mit dem Symbol der Schlange, die ihren eigenen Schwanz verschlingt.
Der Thriller hat alles, was ein amerikanischer Thriller braucht: Eine entführte Amerikanerin, ihre Tochter, die sie aber kaum kennt, weil sie nicht bei ihr aufgewachsen ist, ein CIA-Agent, einen Botschaftsmitarbeiter und jede Menge Feinde, die vor nichts zurückschrecken. Und das alles vor der angespannten Kulisse des Nahen Ostens. Neben der eigentlichen Handlung darf natürlich die Aufarbeitung der Familienprobleme sowie Rückblenden ins 18. Jahrhundert nicht fehlen.
Das hört sich alles ein wenig nach typischem Schema an, ist es auch. "Immortalis" schwimmt auf der Welle mit, die seit Dan Browns "Illuminati" immer neue, vorher unbekannte Autoren hervorbringt. Leider gibt es mittlerweile eine Inflation ähnlicher Titel, die sich mit irgendwelchen alten Mysterien auseinandersetzen. Immerhin geht es in "Immortalis" nicht um die Kirche. Am Ende bleibt alles dann doch ein wenig zu konstruiert. Insgesamt fehlt mir die Identifikation mit einer Hauptperson. Khoury wechselt ständig die Erzählperspektive, häufig auch innerhalb eines Kapitels, was ab und zu verwirrt und auch nicht dazu beiträgt, die einzelnen Protagonisten genauer kennen zu lernen.
"Immortalis" ist sicher kein schlechtes Buch. Im Gegenteil, es ist durchaus spannend und teilweise rasant geschrieben. Es bietet gute Unterhaltung, mehr aber auch nicht. Im Vergleich zu anderen Thrillern fehlt einfach das gewisse Etwas. Deswegen von mir nur 3 Sterne.