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Der junge Archäologe Michel erkrankt auf seiner Hochzeitsreise in Nordafrika an Schwindsucht. Während seiner langwierigen Genesung wird ihm seine latente Homosexualität bewußt. Doch ein weiter Weg ist zu gehen, bis Michel sich dem wirklich stellen wird. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kühnes Gedankenexperiment,
Rezension bezieht sich auf: Der Immoralist: Roman (Taschenbuch)
Der Protagonist Michel lebt nach überstandener lebensbedrohlicher Krankheit rücksichtlos seine Freiheit aus und sorgt letztendlich dafür, dass seine engelsgleiche Frau Marceline an den Strapazen seines unruhigen Lebens zugrunde geht. Michel selbst erzählt in wunderschönen Worten seinen ehemaligen Freunden seine Lebensgeschichte - dadurch gelingt es Gide, das Ganze neutral darzustellen. Als Leser fühlt man sich trotzdem von seinem Bericht abgestoßen, da dieser stets mit Marcelines Tugendhaftigkeit kontrastiert wird. Dieser Gegensatz ist sehr reizvoll. So erkennt Marceline auch, dass das Ehrlichste und Natürlichste nicht automatisch das Schlimmste im Menschen sein muss und entlarvt dadurch Michels Freiheit als einen Zwang, anders und unmoralisch zu handeln. Dadurch zeigt Gide dem Leser, dass man sich mit seinem Streben nach unendlicher Freiheit schon wieder selbst einsperrt und dass Freiheit nur innerhalb von festgesetzten Grenzen Bestand haben kann. Der Roman stellt somit ein kühnes Gedankenexperiment dar, welches immer nur einmal gelingen kann - hier gelingt es. Eine faszinierende Lektüre.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Durchbrechen des Kreises um welchen Preis,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Immoralist: Roman (Taschenbuch)
Der Immoralist ist eine grundsätzliche Fragestellung: Ist es verurteilenswert, wenn der Mensch seine Einzigartigkeit erkennt und diese ohne Rücksicht auf andere lebt, wenn ein Mensch nicht andere nachahmt und die Menschheit sich somit nicht nur im Kreise dreht ? Die persönliche Freiheit durchbricht den Kreis, nur wer kann in dieser Freiheit leben ? Andre Gide gibt keine Anworten darauf. Er spielt mit diesem Roman nicht den Richter, er trägt nur das Problem vor. Den Bericht den er dem Leser liefert ist von einer poetischen, metapherreichen Sprache geprägt. Ein wirklicher Genuss zum Lesen !
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ecce homo!...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Immoralist: Roman (Taschenbuch)
...denn um einen solchen geht es in diesem Werk. Michel, die Hauptfigur, lebt in diesem Roman genau das aus, was dem Menschen doch so eigen ist: ein nach Freiheit strebender Egoismus. Das hört sich negativ an, aber der Autor urteilt über seine Figur nicht, sondern überlässt es dem Leser über Michel zu richten oder Verständnis zu zeigen. Ganz egal wie sich der Leser entscheidet, er wird im Laufe der Seiten ganz unwillkürlich über sich selbst als Menschen nachdenken und sicher ein Stück Michel in sich selbst entdecken.
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