Reinhard Mey-Fan war ich schon in meiner Jugend, Mitte der siebziger Jahre. Danach verlor sich das, Reinhard Mey galt als peinlich. Irgendwann, viele Jahre später, hörte ich den "51er Kapitän" im Radio - und meine Mey-Begeisterung war mit einem Schlag wieder da. Der typische biographische Text, dieses Mal mit leichter Looser-Attitüde (fast Springsteen-haft, wenn er nicht diesen sentimentalen Touch hätte - aber ohne diese Sentimentalität wäre es ja auch nicht Mey), mit einer für mich, der ich Mey ja aus den Ohren verloren hatte, erfrischenden, fast rockigen Musik - genial! Es dauerte dennoch einige Zeit, bis ich die CD kaufte. Und dann irgendwann die zwei Lieder entdeckte, für die ich Reinhard Mey mehr Hochachtung und Respekt zolle als je zuvor: "Die Kinder von Izieu" und "Selig sind die Verrückten". Wer noch behauptet, Mey sei unpolitisch, kennt diese beiden Lieder nicht - oder hat nicht begriffen, was "politisch" bedeutet. Dazu sind beide Songs musikalisch von ergreifender Schönheit. Wegen dieser drei genannten Titel ist für mich "Immer weiter" eine der (die?) beste(n) Reinhard Mey-Platte(n) überhaupt!