Nach 30 Jahren entschloß man sich, die witzige und sehr erfolgreiche Komödie Ein seltsames Paar fortzusetzen. Ob das eine gute Idee war?
Ein ganz klares "Ja", wobei die Fortsetzung - wie so oft - nicht ganz den Charme des Originals versprüht. Dazu ist einfach zu viel Zeit ins Land vergangen aber dankenswerter Weise wurde schon im Vorfeld darauf geachtet, dem Original eine würdige Fortsetzung zu geben auch wenn der satirische Aspekt komplett verloren gegangen ist.
Angefangen natürlich bei Jack Lemmon und Walter Matthau, die mit Lust und Spaß wieder mit von der Partie sind, nur eben 30 Jahre älter aber keinesfalls reifer. Oscar ist genauso chaotisch und schlampig wie eh und je, aber mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Und über Felix' Mimosen könnte man mittlerweile ein Buch schreiben...
Auch Drehbuchautor Neil Simon ist wieder dabei und er hat nicht den Fehler gemacht, die Geschichte des Originals 1:1 zu kopieren (wie es z.B. bei Kevin allein zu Haus gemacht wurde).
Das Script ist moderner und als Roadmovie angelegt, so das die beiden "Helden" mal an die frische Luft kommen. Das man dabei ab und zu an Ein Ticket für Zwei erinnert wird liegt wohl in der Natur der Sache, wenn zwei völlig unterschiedliche Charactere in diesem Genre aufeinander losgelassen werden und ist damit zu verschmerzen.
Oscars (Walter Matthau; mittlerweile in Florida ansässig) Sohn möchte in Kalifornien heiraten und hat dazu ausgerechnet die Tochter von seinem ehemaligen "Hausdrachen" Felix (Jack Lemmon) auserwählt. Also machen sich die beiden - die sich 17 Jahre nicht mehr gesehen haben - notgedrungen gemeinsam auf den Weg. Das sie dabei sich und andere zur Verzweiflung bringen, liegt in der Natur von Oscar und vor allen Dingen Felix.
Der Humor ist stellenweise etwas schlüpfriger als im ersten Teil, aber er verkommt nie zur billigen Zotenreißerei. Oscar scheint auch ein Filmfreund (geworden) zu sein, denn er zitiert einige Filme wie z.B. Thelma & Louise. Köstlich.
Die beiden brillanten Hauptdarsteller tragen diesen Film völlig alleine, da es im Gegensatz zum Original - die Pokerrunde oder die Geschwister Fink - an starken Nebenfiguren mangelt. Einzig der genervte Polizeichief bleibt in Erinnerung.
Der Score von Alan Silvestri ist insgesamt stimmig aber das geniale Hauptthema von Ein seltsames Paar dominiert auch hier und ist unschlagbar. Wieder Ohrwurmgefahr!
Alles in allem eine witzige Komödie und die letzte Gelegenheit, die beiden Vollblutschauspieler noch einmal zusammen in Aktion zu sehen.