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Immer noch Sturm [Taschenbuch]

Peter Handke
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

20. September 2010
Das Jaunfeld, im Süden Österreichs, in Kärnten: Dort versammeln sich um ein »Ich« (oder steht es eher am Rande?) dessen Vorfahren: die Großeltern und deren Kinder, unter ihnen die eigene Mutter. Sie erscheinen ihm, da sie ihn bis in die Träume begleiten, in einer Vielzahl von Szenenfolgen, in denen sich die unterschiedlichsten Spiel- und Redeformen abwechseln . ein Panorama, das weit über alle literarischen Genres hinausreicht und sie sich zugleich anverwandelt. Gestaltet Peter Handke eine beispielhafte Familientragödie in Szenen? (Immerhin sterben zwei der Brüder in den vierziger Jahren.) Erzählt er anhand einzelner Stationen das Epos eines Volkes, der Slowenen? (Von ihnen ging der einzige bewaffnete Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime innerhalb dessen ursprünglicher Grenzen aus.) Entwirft er das Geschichtsdrama der ewigen Verlierer (die einmal die Historie auf ihrer Seite wähnten und doch nichts erreichten)? Oder wendet er sich, erzählend-dramatisch, zurück zur eigenen Biographie, deren Voraussetzungen und Folgen?
In diesem Buch von Peter Handke durchdringen sich Prosa und Drama, Theatralisches und Poetisches, Geschichtliches und Persönliches, und so wird am Ende doch fraglich, ob der überlebende Bruder der Mutter wirklich das letzte Wort hat: "Es herrscht weiterhin Sturm. Andauernder Sturm. Immer noch Sturm. Ja, wir haben das Unrecht begangen - das Unrecht, hier, gerade hier, geboren zu sein."

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Immer noch Sturm + Die schönen Tage von Aranjuez: Ein Sommerdialog + Wunschloses Unglück: Erzählung (suhrkamp taschenbuch)
Preis für alle drei: EUR 35,39

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 166 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (20. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351842131X
  • ISBN-13: 978-3518421314
  • Größe und/oder Gewicht: 24,6 x 16,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 67.449 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»... Handke gelingt es immer wieder, Poesie in das Geschehen zu bringen, ohne den tiefen Schmerz zu verleugnen. Immer noch Sturm ist mit Sicherheit das persönlichste Stück Handkes und transportiert mühelos große Gefühle. Ebenso sicher ist eine Herausforderung für die szenische Umsetzung. Und schon jetzt einer der vorprogrammierten Höhepunkte der Salzburger Festspiele 2011.«

(relevant.at )

»Leidenschaftlich und poetisch.«

(ORF Radio, Kultur aktuell )

»Peter Handke schreibt ein übergreifendes Opus Magnum und übertrifft sich noch einmal selbst.«

(Wolf Grombacher Märkische Allgemeine )

»Immer noch Sturm ist ein Familienepos, vielleicht Peter Handkes geglücktestes, in jedem Fall sein persönlichstes Stück – ein Werk, das überdies seine frühesten Sprechtheater- und Prosaarbeiten mitschwingen lässt.«

(Peter Stephan Jungk Die Welt )

»Spannend an dem gerade mal 166 Seiten starken Buch ist aber nicht nur die Verschränkung von Familien- und Weltgeschichte, sondern auch die literarische Form. In einer Mischung aus Drehbuch und Roman entwickelt Handke seine Szenen in dichten, wortgewaltigen Dialogen, die sein ›Ich‹ mit den familiären Traumgestalten führt.«

(Nada Weigelt Gießener Allgemeine Zeitung )

» … Pathos und sakraler Ton, Heldentum und kleinlicher familiärer Zwist, Neckereien und Familientragödien, Verklärung und Entzauberung: Handke baut Positionen auf, nicht um sie zu behaupten, sondern um sie in Frage zu stellen, zu unterlaufen und zu brechen.«

(Hubert Spiegel Frankfuter Allgemeine Zeitung )

»Handkes Beschäftigung mit dem ehemaligen Jugoslawien, dem Traum- und Sehnsuchtsland seiner Jugend, hat hier ihren Ursprung. Immer noch Sturm zeigt weitere Facetten dieser Sehnsucht.«

(Helmut Böttinger Deutschlandradio Kultur )

Immer noch Sturm liegt thematisch als Schlusspunkt in einer Linie mit seinem früheren Geniestreich Wunschloses Unglück (1972) und mit seinem bisher besten Roman Die Wiederholung (1986).

(Franz Haas Neue Zürcher Zeitung )

»‚Immer noch Sturm’ von Peter Handke ist voller Wunder und ein großes dramatisches Gedicht über seine slowenischen Ahnen. Als Welt-, Sprach- und Volksschicksal.«

(Gerhard Stadelmaier Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Über den Autor

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht er das Gymnasium in Tanzenberg und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1969), Der kurze Brief zum langen Abschied (1971), Die linkshändige Frau (1976), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre Sainet-Victoire (1981), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Mein Jahr in der Niemandsbucht (2004), Der Bildverlust (2002) sowie 2008 Die morawische Nacht.

Auf die Publikumsbeschimpfung folgt 1967, ebenfalls in Frankfurt uraufgeführt, Kaspar von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee (1970), Die Unvernünftigen sterben aus (1973), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1988), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1991), über den Untertagblues (2002) und Bis daß der Tag euch scheidet (2008) über das große Epos Immer noch Sturm, das im August 2011 bei den Salzburger Festspielen seine Uraufführung hatte und 2012 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet wurde, bis zum Sommerdialog Die schönen Tage von Aranjuez (2012).

Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.

Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt.

Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«


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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
4.4 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein poetisches und sehr persönliches Buch 28. September 2010
Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Peter Handke hat sich wieder zu Wort gemeldet und zwar mit einer eigenwilligen Mischung aus Familientragödie und Geschichtsdrama. Eigentlich sollte "Immer noch Sturm" als Theaterstück in einer Koproduktion von Burgtheater und Berliner Ensemble in Wien uraufgeführt werden, doch dann gaben Peter Handke und Claus Peymann ihre Zusammenarbeit auf. Daraufhin erschien Handkes Text, eine mehr an Prosa als an Theaterdialoge orientierte Szenenfolge, in Buchform im Suhrkamp Verlag.

Peter Handke entführt den Leser in fünf Kapiteln (eigentlich als fünf Akte gedacht) in das Jaunfeld östlich von Klagenfurt. Die Region in Südkärnten war das traditionelle Siedlungsgebiet der Kärntner Slowenen. Jaunfeld - das Wort bedeutet im Slowenischen "Eichenwald".

In der Heidesteppe, auf einer Bank unter einem Apfelbaum, behängt mit 99 Frühäpfeln, versammelt der Autor um sich die Geister seiner slowenischen Vorfahren: die Großeltern und deren Kinder, darunter die eigene Mutter sowie deren Geschwister - drei Brüder Gregor, Valentin und Benjamin sowie die Schwester Ursula. Sie treten in verschiedenen erzählerischen Szenenfolgen auf.

Die scheinbare Idylle bildet den Hintergrund für ein Familiendrama, das gleichzeitig ein Drama der europäischen Geschichte ist. Während die Großeltern noch sehr der slowenischen Tradition (und Sprache) verhaftet waren, gingen die Kinder eigene Wege. Zwei Brüder der Mutter fielen an der Ostfront. Gregor, der ältere Bruder, schloss sich dagegen den Partisanen an; seitdem ist er verschollen. Überhaupt spielt der slowenische Widerstand gegen das Nazi-Regime eine Hauptrolle auf den 166 Seiten.

Die Familientragödie widerspiegelt sich selbst in Handkes Geburt (1942 in dem kleinen Ort Griffen in Südkärnten geboren), denn der Autor ist Sohn von Maria Handke, geborene Siutz, und eines deutschen Wehrmachtsoldaten. Doch jetzt, nach sechzig Jahren, hier auf dieser Bank in der Heidesteppe, wird er mit der Anschuldigung "Er versteht unsere Sprache nicht, kein Wort!" konfrontiert. Zwischen dem Nachfahren Peter Handke und seinen Vorfahren türmt sich auch der Stapel seiner Bücher.

"Immer noch Sturm" ist ein wunderbar poetisches und sehr persönliches Buch, sodass man auf die dramatische Fassung neugierig ist, denn nach neuesten Informationen ist die Uraufführung am 12. August 2011 bei den Salzburger Festspielen geplant.

Manfred Orlick
War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zwischen prosa und drama - mit handkes stimme im kopf 16. Oktober 2010
Von J. Fromholzer TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Hat man einmal begonnen, den Text mit der inneren Stimme - laut - zu lesen, dann hat man ständig die Stimme Peter Handkes im Kopf. Zuviele Handke-Wörter (Allerheiligenlitanei, Abort, Erdäpfel, Hergottswinkel.... und immer wieder die Äpfel in allen Variationen), Handke-Sätze. Warum hat der Suhrkamp-Verlag nicht parallel zum Buch, ein vom Autor selbt (!) gelesenes Hörbuch produziert???

Handke reiht hier Bilder aneinander, Stimmungen, Momentaufnahmen, einen strengen dramaturgischen Faden braucht dieser Text nicht. Es ist egal. Der Leser kann genauso gut hinten im Buch anfangen zu lesen. Die Übergänge Prosa - Drama sind fließend.

Wer wissen will, wie Handkes Stimme im Kopf klingt, der sollte sich Peter Handkes Autorenlesung von GESTERN UNTERWEGS anhören, 4 CDs, ein seltenes Ereignis, ein Glücksfall, dass der Dichter überzeugt werden konnte, davon ein Hörbuch selbst zu lesen. Das Hörbuch GESTERN UNTERWEGS macht süchtig. Ich habe es mehrere male ganz durchgehört.

"Andauernder Sturm", ein Handke-Wörter-Text ist im Anflug.

(J. Fromholzer)
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5.0 von 5 Sternen Eine Rückkehr in die eigene Vergangenheit 23. November 2012
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Peter Handke thematisiert in "Immer noch Sturm", das als Theaterstück konzipiert ist, eine fiktive Begegnung seines Erzähl-Ichs mit seinen Vorfahren, Angehörigen der Volksgruppe der Kärntner Slowenen. Es kommt, eingebettet in das Idyll der Kärntner Heide, zu einer (geträumten?) Begegnung mit seinen Großeltern, seiner Mutter, deren im zweiten Weltkrieg gestorbenen Geschwistern sowie seinem eigenen jüngeren Ich als Kleinkind und Heranwachsender. Vor dem Hintergrund unmittelbar vor und während des zweiten Weltkriegs stattfindender Ereignisse werden von Handke szenisch Begebenheiten, Gespräche und Monologe dieser Familienmitglieder geschildert, denen das Erzähl-Ich entweder passiv folgt oder die es teilweise auch kommentiert. Es geht um Herkunft und Zugehörigkeit, die stetige Wehrhaftigkeit einer Minderheit, die von Österreich geduldet, den Nationalsozialisten angefeindet und der Besatzungsmacht nicht anerkannt wurde. Als Kind eines Deutschen und einer slowenischstämmigen Mutter findet sich das Erzähl-Ich selbst untrennbar mit dieser Vergangenheit verbunden, obwohl auch von den eigenen Vorfahren als Außenstehender betrachtet. Handke zeichnet in diesen Begegnungen ein in eine sehr schöne Sprache gekleidetes Bild des Schicksals einer Familie und einer gesamten Volksgruppe, der das Erzähl-Ich entstammt und der es doch nicht vollständig zugehörig ist. Handke gelingt ein feinfühliges und sprachgewaltiges Buch über die Unwiederbringlichkeit des Vergangenen, die Bitterkeit der Kriegsjahre und die Frage der eigenen Identität.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Peter Handke Immer noch Sturm
Bin sehr gespannt auf diese Lektüre.
Habe einen großen Stapel zum Lesen vor mir!
Wünsche fröhliche Osterfesttage!
Wünsche alles Gute!
Vor 1 Monat von Dorothea Prager veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen raumzeitlicher Schwebezustand
Keine Rezension; die ist Sache der Profis, Literaturkritiker und so.
Mehr eine Impression, ein Berührtsein von diesem Buch; ich schlug es auf, war zufällig darauf... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Maria Reinecke veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen bester Handke
HANDKE, Peter: "Immer noch Sturm", Berlin 2010
Wie aktuell doch dieses Buch ist. Wenn ich die letzten Nachrichten und die Aussagen von dortigen Politikern lese, dann ist das... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Johann Guenther veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Peter Handkes Immer noch Sturm ' fertig.
Die Sprache schöpft aus dem Unterbewussten, ist traumhaft und visionär. Ich hatte erst Mühe, mich darauf einzulesen. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Manfred Thonhauser veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Immer noch Sturm? Ja, im wasserglas
Nur ein sternderl vergebe ich hier. Aber das sternderl gilt mir als leserin, nicht dem buch. Wahrscheinlich ist es meine ignoranz, die mich daran hindert, die erhabene bedeutung... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Anja Friedrich veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Das Buch ist ein Sturm. In Handke stürmt es noch immer
Nach 40 Seiten wollte ich das Buch weglegen, zwang mich aber weiterzulesen. Mit großem Erfolg. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. März 2011 von Franz Miklautz
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