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Immer mehr ist nicht genug!: Vom Wachstumswahn zum Bruttosozialglück
 
 
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Immer mehr ist nicht genug!: Vom Wachstumswahn zum Bruttosozialglück [Broschiert]

Petra Pinzler
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Pantheon Verlag; Auflage: 1. Aufl. (5. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570551636
  • ISBN-13: 978-3570551639
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 182.565 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Gut geschrieben und anhand zahlreicher Beispiele zeigt Pinzler, dass die alte Annahme der Ökonomen, höherer materieller Wohlstand sei das wichtigste Motiv menschlichen Handelns, nicht zutrifft. Manches davon kennt man, vieles ist neu, alles liest sich unterhaltsam.« (Handelsblatt, 11.11.2011 )

»Der Journalistin Pinzler gelingt es, die Notwendigkeit des Umdenkens in Bezug auf das Wachstum schlüssig zu begründen und Gedankenanstöße für ein Leben ohne den verengten Blick auf das Wachstumsstreben zu geben, und zwar ohne mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger zu drohen.« (DER TAGESSPIEGEL, 23.01.2012 )

»Ein wichtiger Beitrag einer weisen Journalistin!« (susannestrobach.at, 04.11.2011 )

Kurzbeschreibung

Wir steigern das Bruttosozialglück

Der wichtigste Indikator für das Wohlergehen einer Gesellschaft war bislang das Wirtschaftswachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Doch inzwischen weiß man: Mehr Wachstum macht die Menschen eines Landes nicht automatisch glücklicher. Mindestens so wichtig wie das wirtschaftliche Wohlergehen sind für das Lebensglück Faktoren wie Bildung, Gerechtigkeit, Gesundheit, eine intakte Umwelt, Zeit für sich und die Familie. Petra Pinzler zeigt, dass es höchste Zeit ist umzudenken. Statt immer größerem Wachstum und immer mehr Konsum hinterherzujagen, sollte die Politik und jeder Einzelne von uns alles daran setzen, das Bruttosozialglück zu steigern.

Lange war das Bruttoinlandsprodukt das Maß aller Dinge. Boomt die Wirtschaft und wächst das BIP, werden auch die Menschen glücklicher. So dachte man, aber stimmt das auch? Neue Forschungen zeigen, dass »immer mehr« nicht genug ist und auch nicht glücklicher macht. Will Politik wirklich für gute Lebensbedingungen im Land sorgen, muss sie sich vom Wachstumswahn abwenden und stattdessen Bildung, Sicherheit und eine gerechte Verteilung des Wohlstands stärken. Zumal sich nur so der Globus retten lässt.

Petra Pinzler zeigt, warum Wachstum als Leitgedanke der Politik keine Zukunft hat. Sie stellt die Ergebnisse der modernen Glücksforschung sowie die Entwicklung neuer Wohlstandsindikatoren vor und hat sich weltweit auf die Suche nach Politikern gemacht, die jetzt schon neue Wege beschreiten – sei es in Tasmanien oder in Bremen. Dabei steht fest: Um das Bruttosozialglück zu steigern, müssen nicht nur wir, sondern auch die Politik sich ändern, im Berliner Kanzleramt, im Parlament und in den Rathäusern der Republik.


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Format:Broschiert
Petra Pinzler hat mit "Immer mehr ist nicht genug" ein gut recherchiertes Buch zu einem wichtigen und bedenkenswerten Thema vorgelegt. Allerdings hat der Text einige inhaltliche Schwächen. Die Autorin setzt sich nicht wirklich kritisch mit ihrem Thema auseinander. Es ist ein Buch, in dem es Böse und Gut gibt. Die Grenze zwischen beiden wird klar gezogen. Wer nicht einsieht, dass wir kein Wirtschaftswachstum brauchen, um glücklich zu sein, ist bestenfalls auf eine Ideologie hereingefallen oder ein engstirniger Ewiggestriger. Dagegen stehen die "Helden", die sich um Alternativen zur Wachstumsgesellschaft kümmern, die die Umwelt schützen wollen oder den Stresspegel für alle Menschen senken wollen, die Elektroautos fahren, Bioprodukte kaufen und eingesehen haben, was eigentlich allen klar ist: Ein iPod und ein Flatscreen machen allein nicht glücklich. Es sind die Glücksforscher und Aussteiger, die, verteilt über den Globus, für eine bessere Welt für alle kämpfen.

So richtig und unterstützenswert das Anliegen der Autorin ist, so schade ist es, dass sie den ganzen Diskurs um Wachstum und Alternativen nicht kritisch reflektiert, sondern sich plump auf die Seite derer stellt, die vermeintlich das Neue und Gute vertreten. Dieser Ansatz funktioniert wunderbar an den Stellen, an denen sie zu Recht ideologische Verblendung attestieren kann. So zum Beispiel bei der herrschenden Wirtschaftswissenschaft in Deutschland, deren neoliberales Weltbild tatsächlich zu unreflektierten Dogmen geführt hat, unter anderem jenem, die Notwendigkeit von Wachstum einfach nicht hinterfragen. Weniger erfolgreich ist diese einseitige Darstellung allerdings dann, wenn ernst zu nehmende Argumente einfach nur als Beispiele für rückwärts gewandtes Denken abqualifiziert werden. Auch dafür ein Beispiel: An einer Stelle beschreibt die Autorin, wie in einer Diskussionsrunde ein sozialdemokratisches Argument gegen die Wachstumskritik vorgebracht wird, nämlich, dass es mit neuem Konsum und ohne Wachstum Probleme gäbe für sozial benachteiligte Schichten, in der Gesellschaft Chancengleichheit zu organisieren. Gerade wenn das Anliegen "nachhaltiges Wirtschaften für Mensch und Natur" so gewichtig vorangebracht wird und in vorherigen Kapiteln festgestellt wurde, dass Menschen in Gesellschaften glücklicher sind, in denen die Unterschiede zwischen Arm und Reich gering sind, sollten solche Argumente doch von Gewicht sein!

Aber die Autorin wertet ohne Unterschied alle Ansätze, die Wachstum kritisch betrachten, als positiv und alle anderen als negativ und steckt so Menschen aus verschiedenen politischen Richtungen in die eine oder die andere Schublade. In beiden finden sich Konservative, Liberale und Linke in einer völlig neuen Konstellation. Daraus folgt schließlich eine abstruse These: "Die Glücksforschung und ihre Ergebnisse sind ideologiefrei", denn sie werden ja schließlich in allen politischen Lagern vertreten. Arbeitet die Autorin im Buch richtig heraus, dass der Wachstumswahn ideologische Ursachen hat, fällt sie doch ständig selbst in die Ideologiefalle. Wie die Wirtschaftswissenschaftler der letzten drei Jahrzehnte glaubt sie, in der Glücksforschung und der Ökologiebewegung die einzig richtige Wahrheit gefunden zu haben. Wie die Wirtschaftswissenschaftler glaubt sie daran, dass es eine objektiv-ideologiefreie Wahrheit gibt, und wie die Wirtschaftswissenschaftler hat sie Probleme im Umgang mit Argumenten, die das eigene Weltbild übersteigen.

So bleibt ein Buch, dessen Wert darin zu suchen ist, dass es die ernsten Folgen des Wachstumswahns für Mensch und Umwelt herausstellt und die vielen Ansätze zusammenstellt, die sich kritisch mit diesem Wahn auseinandersetzen. Dass es einen neuen Diskurs braucht um Wachstum und vor allem um die Begrenzung des Wachstums, steht außer Frage. Die Stellen im Buch, in denen über die beschriebenen Standpunkte geurteilt wird, sollten allerdings überlesen werden, damit der Weg frei wird für eine konstruktive Debatte über das Thema.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Mit dem Wachstum scheint es mir so zu sein wie mit dem Schuldenmachen und dem Klima. Irgendwann schlägt die Quantität in eine Qualität um, die das genaue Gegenteil von dem ist, was ursprünglich gedacht und geplant war. Und dann beginnen hektische Bemühungen, wie man sie in den vergangenen Monaten fast jeden Abend live am Fernseher in den Nachrichten beobachten konnte. Und dem kritischen und einigermaßen seiner Sinne und seines Urteilsvermögens mächtigen Zeitgenossen dämmert etwas, was Albert Einstein einmal so formulierte:
"Wir können Probleme nicht durch dieselbe Denkweise lösen, die sie geschaffen hat."

Diesen Satz hat Petra Pinzler, seit langen Jahren Korrespondentin der ZEIT und seit 2007 Mitglied der Hauptstadtredaktion dieser Wochenzeitung, ihrem Buch vorangestellt , in dem sie darüber nachdenkt, wie eine Gesellschaft "vom Wachstumswahn zum Bruttosozialglück" kommen kann. Man muss, so Pinzler, sich endgültig von den bisherigen Parametern trennen, mit dem unsere Gesellschaft ihr eigenes Wohlergehen und das seiner Mitglieder gemessen und ausgedrückt hat. Über lange Zeit war es das Bruttoinlandsprodukt, für das das Wirtschaftswachstum der wichtigste Indikator war.

Doch die kritischen Fachleute wissen es schon lange, in den siebziger Jahren wurde schon von Wissenschaftler darüber nachgedacht, aber langsam sickert es auch in die Köpfe und vor allem die Seelen von immer mehr ganz normalen Menschen ein: mehr Wachstum macht die Menschen eines Landes nicht automatisch glücklicher. Im Gegenteil: die für das Wachstum immer mehr gesteigerte Produktivität und die dadurch entstehende Mehrbelastung für die Beschäftigten machen immer mehr Frauen und Männer krank, krank an Körper und Seele.

Petra Pinzler beschreibt in diesem Buch eindrücklich und ausführlich, was vielen Menschen unbewusst schon lange klar ist: für das persönliche Lebensglück ist nicht nur das wirtschaftliche Wohlergehen der Menschen wichtig, sondern auch Faktoren wie gute Bildung, eine Gesellschaft, in der Gerechtigkeit angestrebt wird; es ist wichtig, dass ich gesund bin und mit meinem Kindern in einer gesunden Umwelt leben kann auch in der Zukunft. Und es ist wichtig - und dieses Element des Lebensglücks wird in den kommenden Jahren noch viel stärker ins Bewusstsein treten - dass ich für mich und meine Familie mehr Zeit habe, bzw. sie mir nehme.

Diese Ergänzung ist wichtig, denn der Einzelne ist nicht nur ein hilfloses Rädchen im Wachstumsgetriebe unserer Gesellschaft, die langsam vor lauter Geschwindigkeit und Problemen die Richtung verliert, sondern er hat es in bestimmten Grenzen, die aber weiter sind, als man es sich normalerweise vorstellt, selbst in der Hand, seinem Leben mehr "Bruttosozialglück" zu verschaffen. Warum eigentlich immer mehr Konsum, immer mehr vordergründigen Kontakten im Internet hinterher jagen? Warum statt auf die namenlosen Freunde in den Sozialnetzwerken zu schielen (wer kennt mich alles?), sich mal wieder mit einem richtigen Freund treffen und mit ihm zu reden? Jeder hat es selbst in der Hand, ob er die vielen aushäusigen Kontakte wirklich braucht, oder ob er seinem Leben eine andere Richtung gibt, indem er wieder mehr Zeit mit seiner Familie und seinen Kindern verbringt?

Also: nicht immer auf die große Politik schielen, obwohl die von Petra Pinzler auch gehörig zur Brust genommen wird, sondern selbst etwas tun für die eigene Lebensqualität. Viele wird es hart ankommen, denn die Weisheit des "weniger ist mehr" wirklich zu leben, ist schwerer, als sie bloß immer wieder als schlauen Spruch auf den Lippen zu tragen. Doch es lohnt sich aus einem Hamsterrad des Immer-Mehr auszusteigen, und mein eigenes Lebenstempo wieder selbst zu bestimmen und das, was für meine begrenzte Lebenszeit wichtig ist.
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