"Wir sitzen in kleinen Booten, versuchen in schaukelnden Wellen eine ruhige Hand."
Annäherung, Begeisterung, Abflauen und Trennung und dann bleibt die Erinnerung. Vielleicht sind es diese schaukelnden Begegnungen im Wasser des Lebens, die Alissa Walser in diesen sprachlich brillanten Erzählungen treibt, um die Beziehung, die vom "Stirb und Werde" zwischen den Geschlechtern pendelt. Und so wie die Beschreibung des Selbst in drei Worten funktionieren soll, so konzentriert sich der Mensch in der Kunst oder bildet sich selbst als ein Kunstwerk. Egal wie, es bleibt ein Spiel zwischen Kunst und Leben, zwischen Schein und Sein, zwischen Sex und Liebe. Ob in New York zur Weihnachtszeit, wo offensichtlich nicht nur das Klavier umgestimmt bleibt, oder als unerwarteter Babysitter, überall treten in den Erzählungen oder gar zwischen ihnen die Rätsel des Lebens auf, die erst im nächsten Rätsel gelöst scheinen.
"Immer ich" ist eine kleine erinnernde Botschaft gegenüber einem kleinen Mädchen, aber letztendlich ist es auch ein Seufzer, der von der Mühsal und der Vergeblichkeit befreien soll. Allem oder nur Einzigem gegenüber zeigt sich Alissa Walser präzise. Sie ist allzeit die Meisterin der Worte und sie weiß um ihre eigene malerische (das Cover ist von der Autorin) wie literarische Vergangenheit, die sie hier voller Unbedenklichkeit begegnet, weil sie sich mühelos voller Zukunft zeigt.
In Erinnerung an ihren wunderbaren Roman: "Am Anfang war die Nacht Musik" wird man auch hier sich der Sprachspiele, der fast poetischen Konzentration von Gefühl und Leben erfreuen. Daher eine Empfehlung.
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