Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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105 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Berlin trifft Nashville, 29. August 2009
Nach ihrem Erfolgsalbum "Mittelpunkt der Welt" im September 2005 hatte man wenig bis nichts mehr von Element of Crime gehört. Gut, eine Tour 2006 und Sven Regeners Buch "Der kleine Bruder" 2008, aber sonst Stille. Das führte zu Entzugserscheinungen der ganz üblen Art: Unterwegs in Berlin sah ich ständig Sven Regener. Stand er da nicht an der Supermarktkasse? Und der nachdenklich blickende Mann dort am Flohmarktstand, das war doch -? Die Stimme hinter mir im Plattenladen? Doch immer da, wo ich war, war er nie. Und Halluzinationen sind nicht schön. Das hat nun ein Ende, wenn auch das Versteckspiel irgendwie weitergeht, denn "Immer da wo du bist bin ich nie" heißt das neue Album von Element of Crime.
Ich habe nie so richtig verstanden, warum das Tonstudio beim Aufnehmen oder Abmischen eines Album Einfluss auf die Produktion haben sollte. Aber hier hört man die Mischung aus Berlin und Nashville in jedem Ton. Und das ist der schöne Überraschungseffekt, das Neue und gleichzeitig sehr Vertraute bei Element of Crime.
Zehn Songs verteilt auf pfirsich Minuten bringen das gute alte EoC-Gefühl zurück in Ohren, Hirn und Herz. Es kitzelt einem Lachtränen in die Augen oder legt sich schwermütig auf die lyrische Seele. Es macht größtenteils Spaß und es gibt Sinn, mit jedem Hören mehr. Etwas Geduld bis zum Kick der Erkenntnis braucht man schon.
Natürlich ist man - wie immer bei Musik dieser Band - geneigt, jeden Song zu zerpflücken. Jede zweite Zeile ist ein echter Regener, zitierfähig durchdacht. All die musikalischen Feinheiten verdienen Beachtung, von der Idee bis zur Ausführung. Doch jeder Hörer zerpflückt anders und soll dies bitte selber tun oder bleiben lassen.
Das neue Album, Nummer 13 in der 22 jährigen Geschichte des Quartetts, beginnt "böse und heiß" mit einer beschwingten Autofahrt und lässt erste Ausflüge ins Country-Land hören. Im Verlauf gibt es mehrere Songs, die rhythmisch & ruppig an den jungen Johnny Cash erinnern, die mit Banjo, Mundharmonika und Steel-Gitarre glänzen. Es gibt natürlich auch erwartungsgemäß die wunderbaren Chansons im 3/4 Takt und sehr schöne Balladen. Streicher und Trompete tauchen eher dezent auf.
Die Texte handeln von Spielplätzen und Gartencafés, von Erdbeereis und Kaffee - letztlich immer von großen Gedanken im kleinen Gehirn. Es sind detaillierte Alltagsbeobachtungen und Liebeserklärungen, stets in dem von Sven Regener perfektionierten sinnwandelnden Textzeilen-Splitting. Den Ausrutscher in die Rolf-Zuckowski-Welt kann man verzeihen angesichts der Herrlichkeit der anderen Songs. Am Ende fühlt man sich wieder bestätigt, dass man ohne Element of Crime nicht glücklich leben kann, dass man sie nicht suchen muss, weil ihre Musik einen findet und dass es eine niveauvolle Melange aus Eloquenz, Melancholie und Humor gibt.
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23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bitte bleibt bei mir!, 12. Oktober 2009
Element of Crime sind nach wie vor Spitzenklasse und liefern auch bei diesem neuen Album wieder Gehaltvolles ab. Trotzdem ist es im gesamten gesehn nicht mehr ganz so stark wie manch andere ihrer Dauerbrenner. Das Sven Regener ein Text Genius ist und es mit seiner Combo voll drauf hat, bleibt unbestritten,aber es fehlt ein wenig die knisternde Subtilität, die schräge Akkordschaft und die Grenzgenialität, welche diese großartige Band in sich trägt und des öfteren schon so ausgezeichnet hat.
Der große Erfolgskurs vom "Mittelpunkt der Welt" wurde hier nicht mehr verlassen, sondern weiter fortgesetzt. Es tummeln sich auch einige schwächere Songs auf dieser CD, das kann drehen und wenden wie jeder will,"immer da wo du bist, bin ich nie" bleibt ein Werk, zu welchen ich nicht uneingeschränkt super sagen kann .Ich als Intensivfan über viele Longplayer hinweg, habe mich wirklich sehr bemüht, die Tracks wohlwollenst zu bewerten.Irgendwie klingt das Album ein wenig zu zurückgelehnt, ein wenig zu beschaulich und auch ein ganz klein wenig zu brav.
Trotzdem immer noch wirklich gut anhörbar, klug und auf einem äußerst gepflegten Niveau, wenngleich auch dieser rotzige Biss und die Kantigkeit der früheren Jahre nur mehr vereinzelt aufblitzt.
So halte ich es mit einem echten musikalischen GLÜCKLICHMACHER, dem wohl gelungensten Lied ihres neuen Silberlings, der für mich einer der herrlichsten EoC Balladen aller Zeiten darstellt:
BITTE BLEIB(t) BEI MIR!
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kein neues Meisterwerk, 18. September 2009
"Immer da wo Du bist bin ich nie" enthält alles, was ich seit Jahren an Element Of Crime schätze: eigenwillige skurrile Texte, die ungewöhnliche Stimmungen produzieren, irgendwo zwischen ironisch, romantisch, melancholisch und heiter verspielt. Die Musik ist recht gitarrenlastig, rockig, balladig und mit Country- und Folkelementen versetzt. Jakob Iljas Spiel ist wieder mal großartig. Höhepunkt ist für mich "Euro und Markstück", ein langsames Stück, in dem Regeners Stimme besonders präsent ist und quasi im Duett mit seiner melancholischen Trompete eine wunderbare Atmosphäre schafft. An einigen Stellen wirkt das Album allerdings etwas lieblos. Da werden Texte, die eigentlich nicht zur Melodie passen, durch merkwürdige Pausen künstlich hingebogen. Auch weichen die Texte im Booklet zum Teil von den tatsächlich gesungenen Texten ab. Tiefpunkt ist für mich der Song "Der weiße Hai", der durch den mit zwei Kinderstimmen im Chor gesungenen Refrain etwas albern wird. So was kennt man von Reinhard Mey, der ja gerne mal seine Familie einbezieht. Dass nun Alexandra Regener einen Auftritt hat, sei ihr gegönnt, und sie macht es auch nicht schlecht, aber zur Musik von Element Of Crime passen keine Kinderstimmen. Das Booklet ist etwas liebloser als sonst. Erinnert man sich an die aufwändigen Fotoarbeiten aus "An einem Sonntag im April", ist die Gestaltung diesmal vergleichsweise mager. "Immer da wo Du bist bin ich nie" ist ein insgesamt empfehlenswertes Element Of Crime-Album mit einigen Höhepunkten, aber an die Qualität früherer Meisterwerke reicht es nicht ganz heran.
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