In der ersten Geschichte von Ruth Borcherding-Witzke Immer Ärger mit den Verwandten" muss eine Leiche entsorgt werden (wen wundert das bei dem Titel?) Toller Schluss. Die nächste Geschichte von Dorle Gelbhaar zeigt die Veränderungen in der Arbeitswelt nach der Wende. Und macht betroffen. Martin Conraths Story ist rasant und lässt einem dem Atem stocken. Herrlich! Der Kabarettist Ulf Annel zeigt ostdeutsche Geschichte einmal anders herum. Natürlich wie immer amüsant. Die Blutnacht von Christine Lehmann zeigt deutsche Geschichte um den 9. November. Spannend und lehrreich erzählt. Petra A. Bauers Geschichte schildert was ungeliebte Ostdeutsche zu erwarten hatten. Oder ist es vielleicht doch anders? Jutta Motz erzählt einen Kriminalfall, der erst nach der Wende gelöst werden kann. Spannend. Der Beitrag von Dagmar Scharsich ist ein Textauzug aus ihrem Roman Die gefrorene Charlotte", doch passt dieser Text in die Anthologie, macht er doch durch die detaillierte Geschichte der Demonstrationen in Leipzig Gänsehaut. Karr & Wehner schildern in gewohnt gekonnter Manier einen Kriminalfall in Dresden. Gut geschrieben und spannend.
Der Satiriker Matthias Biskupek präsentiert einen Text über einen Dichter im Sozialismus und im Westen. Zum Schmunzeln. André Schinkel schildert wortgewaltig einen Mord kurz vor der Wende auf dem Land. Ein Text zum Nachdenken. Anja Feldhorst unterhält mit einer schönen und witzigen Geschichte einer Familie. Wunderbar berlinerisch. Veit Müller hat sich einen der wenigen verbürgten Fälle von Flucht von West nach Ost ausgesucht. Spannend. Abgerundet wird das Buch mit einer Geschichte von J.Monika Walther. Ein Abriss deutscher Geschichte, der von einem Missbrauch eines kleinen Mädchens erzählt. Sehr bewegend.
Das Buch ist nicht nur für Krimifreunde interessant. Es macht nachdenklich.
Fazit: Deutsch-deutsche Geschichte und Krimi. Das passt zusammen. Unbedingt lesen!