Dieses Buch ist keineswegs ein Buch für Neuankömmlinge in Köln, die wissen wollen wo man schön wohnen kann und wo das Einwohnermeldeamt ist.
Nein, der Autor ist nämlich selber "Imi" (= nicht in Köln aufgewachsen) und erzählt von seiner Hassliebe zu dieser nicht ganz gewöhnlichen regionalen Weltstadt.
Deshalb sollte man schon ein paar Monate in Köln wohnen, ehe man sich das Buch antut. Sonst versteht man die massenhaften Anspielungen nicht und die Sache macht nur halb so viel Spaß. Wie bei einer Satire üblich kann man nämlich nur dann lachen, wenn man das Objekt der Persiflage halbwegs kennt. Und hier wird wirklich jedes kölsche Klischee gnadenlos ausgewalzt: der Klüngel, die etwas missglückte Städtebauplanung seit dem Krieg, das hochentwickelte Selbstwertgefühl der Einheimischen etc. etc.
Dabei muss man sagen, dass Herr Rademacher die Sachverhalte - einer Satire entsprechend - nach Herzenslust übertrieben darstellt. Hinter den meisten Sachen steckt ein wahrer Kern, nur sollte man die Geschichten nie für bare Münze nehmen - gerade als frisch Zugezogener nicht.
Fazit: "Nutzwert" hat das Buch fast keinen, der Unterhaltungswert ist dagegen sehr hoch.