Erdogan Ercivan ist erneut ein sehr interessantes und spannendes Buch gelungen das seine Fans oder Bewunderer mehr als zufrieden stellen wird. Hier Meine Zusammenfassung:
In den ersten 4 Kapiteln geht es um verschiedene Theorien, welche die prädynastische Zeit und astronomische Gegebenheiten betreffen. Dabei geht um die Epochen vor den "wissenschaftlichen" Zeitangaben der Pyramiden usw. Des weiteren werden die Zusammenhänge in den alten Pyramidentexten zwischen Mensch und Kosmos dargelegt, die ganz offensichtlich einem Plan folgen und warum diese Tatsachen von allen Forschern unterschiedlich interpretiert werden. Ercivan zeigt hier nochmal die Indifferenzen in den Datierungen seitens der Wissenschaft auf und geht auf verschiedene Theorien ein, die eine Widersprüchlichkeit in sich nicht leugnen können.
Ab Kapitel fünf lernt der Leser schließlich den weisen Priester Imhotep und seine Taten innerhalb des antiken Ägypten kennen. Dabei staunt man nicht schlecht, wenn man erfährt wie fortschrittlich bereits chirurgische Eingriffe oder andere Handlungen der Mediziner waren. Selbst die Bakteriologie und andere mikrokosmische Eingriffe, so hat Ercivan herausgefunden, waren diesen Priester-Kasten schon bekannt.
Einen ganzen Kapitel widmet Ercivan auch dem ominösen Bauwerk Osireion, das nach Meinung einiger Forscher (jenseits der starren Pfade) durchaus als das älteste Bauwerk der Welt angesehen wurde. Selbst Plutarch erwähnte es schon als Grabstelle des Gottes Osiris. Dennoch liegt der Zweck der Anlage offenbar immer noch im Dunklen.
Was ich sehr interessant fand, hatte weniger mit Imhotep selbst als mit dem Sphinx in Giseh zu tun. Im 16. Jahrhundert schrieb der Reisende Johann Helffrich, dass er über Hohlräume verfügte... Und dass seiner Meinung nach ein Gang in den Kopf geführt haben soll, von dem Priester zum Volk sprachen, sodass man glaubte, der Sphinx selbst würde zu ihnen sprechen...
Darüber hinaus hat der römische Historiker Cajus Plinius Secundus in der "Naturgeschichte" berichtet, dass der Sphinx die Grabstätte eines Königs "Haramis" ist und die "Figur" selbst von weit hergekommen sein soll, also dort nicht erbaut wurde...
Ercivan schafft hier eine Verbindung von Haramis zu einer Variante von Hermes, also wieder Thot.
Das würde bedeuten, dass Thot seine "Grabstätte" im Sphinx gefunden hat... wie immer man das interpretieren möchte. Und sich dort vermutlich noch befinden könnte...
Sehr wertvoll finde ich außerdem die Auflistung der Chronologie des Alten Ägypten im Anhang. Da wird noch einmal auf die einzelnen Götter-Dynastien eingegangen, angefangen mit der Ptah-Dynastie die z.B. von 20920-11970 v. Chr. andauerte bis hin zur 31. Dynastie (die Perser) um 300 v. Chr.
Alles in allem ist es ein spannendes Buch über Ägypten, seine Forscher und die immer wiederkehrenden Widersprüche und auch Geheimhaltungen auf allen möglichen Forscherseiten... insbesondere aber der untereinander abhängigen Archäologen-Teams.
Zahi Hawass und seine Methoden und die Organisation SCA werden dabei übrigens auch "bedacht"...