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Stärker als etwa auf Double Fantasy ist hier Lennon pur zu genießen, in all seinen Widersprüchlichkeiten zwischen Seelenstriptease ("Crippled Inside") und Liebeshommage ("Oh Yoko!"), ein zwischen Selbstzweifeln, Optimismus und Aggression hin- und hergerissenes menschliches Wesen ohne Star-Schminke, aber mit allen Star-Qualitäten. Da trifft es sich gut, dass das neue Remastering zwar seiner Stimme den häufigen Hall-Schleier nicht nimmt, die Arrangements aber transparenter denn je strahlen dürfen. --Claus Böhm
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Den Anfang macht der Titelsong, das utopische "Imagine"... was soll man dazu noch groß sagen. Ein zeitloser Klassiker und eins meiner absoluten Lieblingslieder. Der Text wurde letztens zu den besten Lyrics aller Zeiten gewählt und er drückt auch genau meine Lebensphilosophie aus. Strahlt eine ungeheure Leichtigkeit aus. Einfach perfekt.
Es folgt das nicht ganz so perfekte "Crippled Inside". Nichtsdestotrotz interessante Lyrics, guter Sound, hört sich für mich aber immer ein bisschen nach Bauernhof an ;) Steht nahe am Abgrund zu Country.
"Jealous Guy" ist dann wiederum ein Album-Höhepunkt und einer der besten Lennon-Stücke überhaupt mit einer sehr schönen Klavier-Melodie und gefühlvollem Gesang. Meilenweit besser als die schreckliche, komischerweise ziemlich populäre Cover-Version von Roxy Music!
"It's So Hard" ist sehr blueslastig. Bekommt durch die Streicher fast einen indischen Touch.
"I Don't Wanna Be a Soldier Mama" - nicht mein Favorit auf der Platte, einfaches Lied, was schnell auf den Punkt kommt. Am besten gefällt mir immer die Zeile "I don't wanna be a lawyer mama, I don't wanna lie" *g* Wird insgesamt aber schnell langweilig, weil sich alles praktisch dauernd nur wiederholt.
In "Gimme Some Truth" spuckt John regelrecht die Wörter nur so aus und ich liebe es! Kraftvoller Gesang, direkte Lyrics und eine harte Gitarre von George Harrison. Was will man mehr.
Dann noch ein tolles Lied was ich besonders mag: "Oh My Love". Klingt ein bisschen wehmütig, aber gleichzeitig romantisch.
"How Do You Sleep" ist eine Abrechnung mit Paul McCartney, oder soll ich Attentat sagen... amüsanter Text!
"A pretty face may last a year or two, but pretty soon they'll see what you can do
the sound you make is muzak to my ears, you must have learned something in all those years" Autsch...!
Auch hier spielt George Harrison Gitarre, was erahnen lässt auf welcher Seite er stand. Besonders gefällt mir der Einsatz von Streichern wie schon bei "It's So Hard", wodurch der Song noch intensiver wird.
"How" ist ein weiterer wirklich schöner Song des Albums. "How can I go forward, when I don't know which way I'm facin'" ... und sowas von John Lennon.
Als guter Abschluss dann noch "Oh Yoko"... ein schnelleres Liebes-Lied, macht einfach gute Laune, obwohl mir das ständige Erwähnen von Yoko nach einer Weile doch leicht auf die Nerven geht.
Die schlechtesten Stücke sind in meinen Ohren "It's So Hard" und "I Don't Wanna Be a Soldier Mama", manche Leute würden das als Filler bezeichnen, kann ja sein, aber ein Filler von Lennon ist immer noch besser als so manches "Meistwerk" von anderen Künstlern.
Noch vor "Plastic Ono Band" ist "Imagine" mein Lieblings-Lennon-Solo-Album. Ich liebe die Songs, die Art wie sie gesungen sind, die Message, den Sound und das Feeling des Albums. Ein Klassiker. Und dazu noch ein perfekt remasterter Klassiker...
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