Clive Barker's Bücher lassen sich in keine Kategorie hineinzwängen, "Imajica" hat von allem etwas: Horror, Fantasy und nicht zuletzt auch explizite Erotik. Verpackt in eine Geschichte, die alles in allem über 1000 Seiten umfasst und daher nur schwer zusammenzufassen ist.
Die Story:
Ein verlassener Ehemann engagiert einen Killer, um seine Exfrau Jude umzubringen. Als er seine Meinung ändert, bittet er ausgerechnet den Künstler Gentle (der die große Liebe seiner Exfrau war), Jude zu retten. Aber der Killer Pie'oh'pah hat ohnehin nicht mehr vor, seinen Auftrag auszuführen. Und die ganze Geschichte ist wesentlich komplizierter, als sie am Anfang aussieht.
Pie'oh'pah stammt aus einem der vier "Dominions", die zusammen mit der uns bekannten Welt die "Imajica" bilden. Aber die Erde ist von den anderen Regionen getrennt und ein mysteriöser Londoner Geheimbund hat es sich zum Ziel gesetzt, jede Art von Magie im allgemeinen und ihre Vertreter im besonderen auszulöschen. Wird es trotzdem gelingen, alle fünf Welten wieder zu vereinen? Bisher sind alle Versuche grausam gescheitert.
Gentle und Pie'oh'pah machen sich auf, die vier Dominions kennenzulernen und zu verstehen. Auch Jude hat es sich in den Kopf gesetzt, die Erde zu verlassen. Für Jude und Gentle wird ihre gefährliche Reise zu einer Suche nach der eigenen Identität und der eigenen Vergangenheit.
Bewertung:
Leider ist die Kritik durchaus berechtigt, dass die Handlungen der Hauptfiguren vor allem in der zweiten Hälfte der Geschichte nur unzureichend begründet und damit wenig nachvollziehbar sind. Irgendwie will man nur noch wissen, wie alles ausgeht, verliert aber das Interesse an den Protagonisten.
Dennoch ist "Imajica" ein faszinierendes Buch, dessen Bilder einem lange nicht aus dem Kopf gehen, weil sie trotz allem originell sind. Ich hätte mir gewünscht, dass Gentle, Pie und Jude ein wenig länger an einem Ort in den Dominions verweilen, anstatt ständig unterwegs zu sein. Die Stadt Patashoqua wird z.B. oft erwähnt, aber kommt dann gar nicht wirklich vor.
Alles in allem: Imajica ist - verglichen mit "Weaveworld" und "The Great and Secret Show" und "Everville" - nicht Barker's bestes Buch, aber trotzdem mindestens drei Sterne wert.