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"Jetzt reden wir über Image," sagte Joschka Fischer in der ZDF-Sendung Was nun, Herr Fischer (10. November 1999). "Da möchte ich nicht drüber reden. Ich rede über Substanz." Womit der Außenminister nicht nur vielen im Lande aus der Seele gesprochen, sondern darüber hinaus bewiesen hätte, dass er die erste Regel des Image-Design aus dem Effeff beherrscht: den Eindruck zu erzeugen, der Gedanke, Eindruck zu machen, läge ihm fern. Obwohl in unserer Kultur der Inszenierung Aussehen und Auftreten eine entscheidende Rolle für den persönlichen und beruflichen Erfolg spielen, sind die Begriffe Image und Selbstdarstellung in der Umgangssprache eher negativ besetzt. Viele Menschen assoziieren damit Inhaltsleere, Foul play und Verrat am eigenen Selbst und wollen im Zweifelsfall immer noch lieber Elefant im Porzellanladen als soziales Chamäleon sein. Die Wissenschaft sieht das wertneutraler: Anders als in der Alltagssprache umfassen die Begriffe Image-Design und Selbstdarstellung im wissenschaftlichen Gebrauch alle Verhaltensweisen, mit denen wir unsere Wirkung auf andere beeinflussen - unabhängig davon, ob wir aus gut gemeinten oder eigennützigen Motiven handeln.
Mit dieser Definition trägt die Psychologie nicht nur der Lebenswirklichkeit, sondern vor allem den Prozessen der menschlichen Eindrucksbildung Rechnung. Die verlaufen nämlich schneller, spontaner und emotionaler, als wir wahrhaben möchten. Probieren Sie es aus: Was halten Sie denn davon, wenn der Webdesigner, der den Internet-Auftritt für Ihre neu gegründete GmbH entwickeln soll, Sie in Birkenstock-Sandalen und verfilzten Wollsocken empfängt? Wenn der Vorstandsvorsitzende einer deutschen Großbank einen zweistelligen Millionenverlust als "Peanuts" kommentiert? Wenn die Sprechstundenhelferin in der Tierarztpraxis kaugummikauend nach dem Krankenblatt kramt, um schließlich angesichts Ihres Neufundländers zu fragen: "Sie kommen mit der Micky?" Oder wenn der neue Mann in Ihrem Leben Sie zum ersten Mal zum Essen einlädt und Ihnen Waldpilzsuppe aus der Tüte serviert?
Äußerlichkeiten, finden Sie, die nicht viel über die Leistung, das Verantwortungsgefühl, das Engagement, den wahren Wert eines Menschen aussagen? Oder ziehen Sie (genau wie ich) aus diesen wenigen Signalen nicht doch Ihre Schlüsse? Und stimmen Ihr weiteres Verhalten darauf ab? Mal ehrlich: Vermutlich letzteres. Denn ob wir es wollen oder nicht: Wir urteilen nach dem Augenschein. Intuitiv spüren wir auf den ersten Blick: Verbündeter oder Gegner, Freundin oder Feindin, High-Potential oder guter Durchschnitt.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nichts für Ckecklistenabarbeiter,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Image-Design (Taschenbuch)
Ich denke die Entäuschung, die hier von einigen Rezensenten zum Ausdruck gebracht wird, rührt daher, dass diese eine konkrete Handlungsanleitung für die Überwindung ihrer (selbst-)diagnostizierten Defizite suchten.Frau Märten hat aber ein Buch über Imagedesign geschrieben und weiß sehr gut, dass Image mehr ist, als das gelernte Verhalten in bestimmten Situationen. Image hat auch was mit Fuzzy-Logik zu tun, dem Umstand also, jeden Tag aus einer Vielzahl von Wahrheiten und Optionen neu entscheiden zu müssen, ohne dabei die grobe Richtung aus den Augen zu verlieren, in die man sich mittelfristig entwickeln möchte. Das Image, das man von jemanden hat ist oft nicht direkt greifbar und setzt sich sehr vielschichtig zusammen. Dementsprechend häufig treten Irritationen auf, wenn man auf ein Gegenüber trifft, das nicht authentisch ist, weil es allzu hektisch an seinem Image gebastelt hat. Frau Märten hat in Ihrem Buch alle imagebildenden Bereiche vorgestellt (und das sind mehr als ich vermutet habe) und die richtigen Denkanstöße gegeben, alles andere müssen Sie selbst erledigen. Und das ist ja auch gut so. Sehr angenehm und souverän finde ich zudem den Schreibstil von Frau Märten, der, obwohl ich nur auf einem Kanal und in eine Richtung mit Ihr kommuniziert habe, ein positives Image aufbaut. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leicht lesbarer, hochinformativer Image-Krimi,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Image-Design (Taschenbuch)
Selten habe ich ein Fachbuch gelesen, das sich neben einer hohen Kompetenz einer derart schönen Sprache bedient. Wer dem Thema der Eindrucksbildung noch schüchtern und ungeküßt gegenüber steht, wird hier bestens versorgt: Viele wichtige Themenbereiche wie: Sich selbst und seine Wirkung kennenlernen und zielgerecht einsetzen, effektive Kommunikation, guter Stil und passende Kleidung sind angesprochen. Die Ausführungen der Autorin zeigen, dass sie weiß wovon sie schreibt. Ebenfalls bemerkenswert ist das Literaturverzeichnis. Zu allen wichtigen Themen des vorliegenden Buches gibt es Tipps zu weiterführender Literatur namhafter Spezialisten. Neben dem Lerneffekt fand ich Image-Design so spannend, dass ich mir auch die übrigen Veröffentlichungen der Autorin bestellt habe und mich auf weiteres bildendes Lesevergnügen freue.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Überzeugend,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Image-Design (Taschenbuch)
Im allgemeinen bin ich Ratgebern gegenüber immer etwas skeptisch. Dieses Buch von Doris Märtin aber hat mir gefallen. Der Autorin merkt man ihren akademischen Hintergrund deutlich an. Das Buch ist sehr systematisch aufgebaut, und hakt die wesentlichen Punkte des Themas sehr konsequent und prägnant nacheinander ab. Statt langem "Ratgeber"-Gefasel werden die Aspekte kurz und deutlich vorgestellt. Das gefällt vor allem deshalb, weil sich die prägnante Kürze des Buches auch im relativ geringen Preis niederschlägt. Einzige Kritik: Im Kapitel "Look for Success" gibt Doris Märtin Tipps, worauf man bei Kleidung und Styling der eigenen Person achten sollte. Sicher ein entscheidender Aspekt bei diesem Thema. Aber hier lehnt sie sich zu weit aus dem Fenster: das Thema ist zu komplex, so das es den Rahmen des Buches sprengen würde, das Thema in angemessener Weise zu behandeln. Somit sind ihre Tipps zum Styling der eigenen Person bei weitem zu "dünn". Hier hätte sie besser nur auf weiterführende Fachliteratur verweisen sollen.
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