Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, habe ich aufgrund der Werbung und der Packungsrückseite einen Verschwörungsthriller à la City Hall erwartet. Ich muss zugeben, als der Abspann rollte war ich zuerst sehr enttäuscht. Es war kein Thriller! ABER: Dann hab ich einige Zeit darüber nachgedacht und den Film am selben Abend nochmal gesehen. Dabei habe ich festgestellt dass der Film, wenn man ihn als das erkennt was er ist, nämlich eine Charakterstudie, wirklich großartig ist. Im Mittelpunkt steht nicht die beworbene Verschwörung, sondern der Versuch eines alten Mannes in seinem Leben noch etwas zu erreichen was wirklich etwas wert ist. Und diesen Kampf trägt Al Pacino großartig aus. Seine Person wirkt teilweise ausgebrannt, alt, gebrechlich und in anderen Augeblicken blitzt seine Energie und sein Können nocheinmal ganz groß auf. (Wohlgemerkt in seiner Rolle, Pacino selbst ist im ganzen Film eindrucksvoll)
Ich bin überzeugt, dass der Film deutlich besser aufgenommen worden wäre, wenn in seiner Vermarktung weniger auf das Element "Thriller" gesetzt worden wäre, da dieser Film schlichtweg keiner ist.
Diesem Film muß man ein bisschen Zeit geben, er erschließt sich vielleicht nicht sofort, aber wie bei gutem Wein oder Musik lohnt sich die Mühe.
(Und nebenbei gemerkt, dieser Film ist durchaus auch für junge Leute interessant ;-) )