16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr gute, systemkritische Analyse der Suchtproblematik, 18. Oktober 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Im Zeitalter der Sucht: Wege aus der Abhängigkeit (Taschenbuch)
Dies Buch spricht nicht nur den typisch Süchtigen, wie Alkoholiker, Drogenabhängigen etc. an, sondern auch den Co-Abhängigen an, also denjenigen, der nicht stoffgebunden, sondern z.B. emotional abhängig ist. Es hilft, die selbstkritisch sich zu erkennen und motiviert, neue Lebensansätze und Wege zu finden, sich aus der Sucht und dem System der Sucht zu befreien. Äußerst empfehlenswert für alle, die mit der Problematik zu tun haben, aber auch für den "normalen" Leser, der erstaunt sein wird, wie er in dem Gesellschaftssystem Sucht gefangen ist.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine gekonnte Weltschau, 23. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Im Zeitalter der Sucht: Wege aus der Abhängigkeit (Taschenbuch)
Das Buch trifft einen empfindlichen Nerv in unserer ach so "freien" Welt. Die Autorin deckt auf, wie die Welt als Suchtsystem funktioniert und wie Menschen in diesem System gefangen sind. Ersetzt man einmal das Wort "Sucht" durch das Wort "Sünde" erhält auch dieser, in unseren Zeiten leider negativ belegte Begriff, seine immer noch aktuelle Bedeutung wieder: "am Ziel vorbei" - nämlich an einem freien, eigenverantwortlichen Leben. Ein Muß für jeden, der noch wach genug ist, um in das klare Denken zurückzukehren.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Leben wir wirklich in einer Suchtgesellschaft?, 23. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Im Zeitalter der Sucht: Wege aus der Abhängigkeit (Taschenbuch)
Die Autorin Wilson-Schaef arbeitet mit diesem Buch (Originaltitel: "Addictive Society") heraus, dass wir in einem Suchtsystem leben, wobei viele Merkmale und Prozesse in diesem System erstaunliche Parallelen zur Sucht aufweisen.
Insbesondere sind es die Merkmale Selbstbezogenheit, Unehrlichkeit, Verwirrung, Negativismus, Gefühlsstarre und ethische Verwahrlosung , sowie die Prozesse der Illusion, des Fremdbestimmtseins und des Dualismus, die sowohl für unsere Gesellschaft als auch für den Süchtigen charakteristisch sind.
Es handelt sich um eine tiefgründige Gesellschaftsanalyse, die Anlass zum Nachdenken, an vielen Punkten auch Anlass zum "ja-aber" gibt. Fraglich ist beispielsweise, ob Perfektionismus als charakteristisches Merkmal des Süchtigen gelten kann. Der Suchtbegriff wird von der Autorin nicht kritisch beleuchtet (er ist in der Fachdiskussion umstritten). Des weiteren wird nicht der Versuch unternommen, zwischen Sucht und Zwang zu unterscheiden; die Begriffe werden vielmehr weitestgehend austauschbar verwendet.
In einigen von der Autorin beschriebenen Prozessen zeigen sich Parallelen zu Prozessen, die Fromm bereits beschrieben hat. Dies sind beispielsweise die Ansicht, dass gesellschaftliche Prozesse krankhaft sein können (bei Fromm "Pathologie der Normalität"), das Mangel- oder Nullsummenmodell (bei Fromm "hortende Orientierung" bzw. Orientierung am Haben) und der Prozess des Fremdbestimmtseins (bei Fromm "außengeleiteter Mensch").
Die Autorin wiest am Ende des Buches auf Wege aus der Suchtgesellschaft hin. Diese Hinweise haben natürlich keinen Manualcharakter, was man aber angesichts der Vielschichtigkeit des Themas auch nicht erwarten kann.
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