| ||||||||||||||||||||
![]() Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Im Zeichen der Seraphim. 10 CDs gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 0,25 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.
Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern. |
Produktinformation
|
Den überaus erfolgreichen Anfang machte der Meister des religiösen Verschwörungs- und Mystik-Thrillers, der Amerikaner Dan Brown mit Sakrileg, in dem er niemand geringeren als Jesus Christus einen überaus unchristlichen (und verschweigungswürdigen) Lebenswandel andichtete. Browns 68-jähriger Landsmann John Sack aus Ashland (Ohio) hat sich nun einen ganz ähnlichen Plot erdacht, ihn allerdings nicht in unsere Tage versetzt, sondern ins 13. Jahrhundert zurück verfrachtet. Der heilige Franziskus von Assisi ist gerade einmal 40 Jahre tot, seine Nachfolge in der von ihm begründeten Bruderschaft der Franziskaner noch nicht in letzter Konsequenz gefestigt. Da wird der junge Eremit Conrad mit einer kryptischen Botschaft von seiner Klause im Apennin aus auf die Suche nach der Wahrheit über den Gründervater geschickt. Widerwillig nimmt er den Auftrag an und stößt dank der Hilfe einer Novizin mit dem bezeichneten Name Amata in geheimen Büchern auf merkwürdige Geschichten, bevor er vom Abt in dessen Folterkammer gesperrt wird: Seine Liebe zur Wahrheit hat ihn auf die Spur eines dunklen Geheimnisses gebracht ...
Noch etwas hat Sacks Buch mit den Thrillern von Brown gemein: Auch Im Zeichen der Seraphim ist auf berauschende Art und Weise gut recherchiert -- so gut, dass man manche Ungereimtheit dafür gern in Kauf nimmt. Mystery meets History: Eine Kombination, die bei Im Zeichen der Seraphim hundertprozentig überzeugt. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten(Was ist das?)Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
|
Das Geheimnis, das der Protagonist in diesem Roman zu entschlüsseln hat, basiert auf der historischen Tatsache, dass die Grabstätte des heiligen Franziskus über ca. 600 Jahre nicht bekannt war und erst im 19. Jahrhundert entdeckt wurde. John Sack verarbeitet als Kernthema seines Romans die Frage, ob es andere Gründe als die Angst vor Reliquienräubern gab, die Grabstätte des heiligen Franziskus zu verbergen. Der junge Eremit Conrad erhält 1271, also 40 Jahre nach dem Tod des heiligen Franziskus, von einem dem Ordensgründer Nahestehenden, die verschlüsselte Botschaft „Lies die Legenden und finde die Wahrheit“. Conrad begibt sich auf die Suche und begegnet viel Widerstand in der Bruderschaft bis hin zu seiner Gefangennahme und Folter im Kerker des Klosters, was ihn aber nur für befristete Zeit daran hindert, weiterzusuchen und dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Unterstützung findet er in Donna Giacoma, einer Adligen und früheren Vertrauten des heiligen Franziskus und der jungen Novizin Amata, die bereits schwere Schicksalsschläge hinter sich hat und einen neuen Weg im Leben für sich sucht.
Die Auseinandersetzung von Spiritualen (asketisch oder eremitisch lebenden Bettelmönchen) und Konventualen (Klosterbrüdern) Ende des 13. Jahrhunderts ist ein Thema, das in historischen Romanen noch nicht allzu oft auftaucht. Der bekannteste Roman, der diese Auseinandersetzung thematisiert, ist wohl Umberto Ecos „Der Name der Rose“, wobei Eco die Aufarbeitung auf einem anderen Niveau führt als John Sack. Dennoch erfreut John Sack seine Leser mit vielen historischen Details, die zeigen, dass er intensiv recherchiert hat, und die er überdies so in seinen Roman einbettet, dass der Roman niemals belehrend oder besserwisserisch wirkt. Harmonisch gehen erklärende und erzählende Passagen ineinander über, was durch die leichte und fließende Sprache des Autors unterstützt wird. Das Geheimnis, das der Protagonist Conrad zu lösen hat, wird nicht permanent bearbeitet, tritt sogar manchmal zugunsten anderer Szenen der beiden wesentlichen Handlungsstränge in den Hintergrund. Wer also einen reißerischen Thriller erwartet, könnte enttäuscht werden. Der Historienfreund hingegen wird, neben den Erläuterungen zum Konflikt zwischen Spiritualen und Konventualen, mit Einblicken in die ersten Amtsjahre von Gregor X., unter dessen Amtszeit West- und Ostkirche vereint wurden und das Konklave eingeführt wurde, belohnt. Die Auflösung des Geheimnisses und dessen Einbindung in das Geschehen ist eher unspektakulär, aber durchaus sehr plausibel und die mit der Auflösung verbundene Begründung der Theorie sehr schön dargestellt.
Ein Großteil der Romanfiguren sind authentisch und liebevoll ausgestaltet, insbesondere der Eremit Conrad ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, wie man ihn als Leser nur genießen kann. Immer wieder blitzt feiner Humor aus den Dialogen der Figuren und den geschilderten Szenen. Sprachlich schön ausgearbeitet und daher umso plastischer ist die Gegensätzlichkeit zwischen Lebensweise und Umfeld der Spiritualen und der farbenprächtigen Umwelt der Händler und Kaufleute.
Leider ist die Rolle der Amata in ihrer Darstellung zu modern geraten und der Handlungsstrang, der über ihre Entwicklung geführt wird, erscheint reichlich konstruiert und teilweise anachronistisch. Das ist aber auch das einzige Manko an diesem historischen Roman.
Die Aufmachung des Romans ist gelungen, auf dem Cover prangt in rot das Tau, das von Franziskus nicht wegzudenken ist. Sehr schön sind die kleinen Landschaftszeichnungen, die zur Verzierung der Kapitelnummern jeweils hinterlegt sind. Kartenmaterial über das Italien des 13. Jahrhunderts und ein Ausgriff der Gegend um Assisi ergänzen den Roman, leider sind diese jedoch nicht ausführlich genug. Des Weiteren liegt dem Buch ein hilfreiches Lesezeichen mit den Namen der handelnden Personen bei.
„Im Zeichen der Seraphim“ ist ein reizvoller informativer und spannender historischer Roman wie man ihn nicht oft unter den Neuerscheinungen findet; ein Roman, den man erst als Schmöker „weglesen“ kann, und den man sich danach noch einmal zur Information und zum Genuß vornehmen kann.
Im Epilog erzählt John Sack über das weitere Leben seiner wesentlichen Figuren und merkt zweimal an, dass dies aber eine andere Geschichte sei – ich würde mich sehr freuen, diese Geschichten lesen zu dürfen!
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|