Das Leben des Monsignore Hugh O'Flaherty dargestellt aus Sicht Hollywoods - und dennoch bewegegend und detailtreu.
Auch wenn an manchen Stellen die amerikanische Sicht zu O'Flahertys Beweggründen zu stark durchbricht (z.B. wenn er im Dialog mit Kappler über Demokratie und Freiheit spricht und wenn er durch Effekte als Abenteuer-Held inszeniert wird: hier hätte auch ein amerikanischer Gründervater sprechen können), so bleibt der Film doch authentisch: Der unerschütterlich mutige irische Priester bietet - von Gottvertrauen getragen - dem menschenverachtenden und Gott-losen Despoten die Stirn und erbarmt sich unter Lebensgefahr den Verfolgten und Bedürftigen. Dabei fehlt es ihm nicht an Witz, Ideen, Cleverness und Phanthasie. O'Flaherty besucht in SS-Uniform unter Lebensgefahr seinen gefolterten und todgeweihten Freund im Kerker, fälscht die Unterschrift Kepplers, um einen Gefangenen freizubekommen und schafft es, seinen gedungenen Mörder zu überwältigen. Insgesamt wird das Werk des Mannes gaubwürdig nachgezeichnet, dem ca 6000 Verfolgte ihr Leben verdanken.
Aber auch die Seite der Nazis wird realisitisch dargestellt und keineswegs nur in schwarz und weiß charakterisiert. Keppler ist eine Figur, die eigenhändig kalt und erbarmungslos einen Priester hinrichtet, nachdem das Erschießungskommando aus italienischen Soldaten ausnahmslos vorbeigezielt hatte, aber Frau und Kinder liebt. Ein Mann zwischen Größenwahn a la Nero, eigenartig anmutendem Pfichtgefühl ("nur das Reich zählt") und Gottesferne. Er ist jemand, der Menschen als aus Macht und Trieb bestehend charakterisiert - und letztlich doch an seinem Gegner O'Flaherty scheitert, der ihm zeigt, dass der Mensch als Geschöpf Gottes eben doch zu mehr in der Lage ist.
Besonders bewegend wird der Film im Lichte der Erkenntnisse der neuesten jüdischen Geschichtsaufarbeitung, die dem Vatikan nun endlich (nach Entlarvung des linken Geschichtsfälschers Hochhut) bescheinigt, dass die kath. Kirche unter Pius XII. durch den Einsatz von mutigen Mitgliedern wie O'Flaherty ca 800 000 Juden vor der Vernichtung gerettet hat - mit ausdrücklichem Wissen und Unterstützung des damaligen Papstes (an dieser Stelle ist der Film im übrigen weit weniger Papst-kritisch als es die offizielle Inhaltsangabe suggeriert). O'Flaherty war also beileibe kein einzelner Lichtblick - aber ein besonders charismatischer.
Fazit: Ein lohnenswerter Film für alle, die das Leben des mutigen irischen Katholiken interessiert.