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Im Wald der Fiktionen: Sechs Streifzüge durch die Literatur
 
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Im Wald der Fiktionen: Sechs Streifzüge durch die Literatur [Taschenbuch]

Umberto Eco , Burkhart Kroeber
2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 200 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423122870
  • ISBN-13: 978-3423122870
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 12,3 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 227.323 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Umberto Eco
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Das gehört auf gar keinen Fall auf den Nachtschrank, denn es verlangt den wachen, bewussten Leser.«
Berliner Zeitung 26.04.2008

Kurzbeschreibung

Was lesen wir, wenn wir lesen? Von den Märchen über die großen Romane der Weltliteratur bis zu den Krimis untersucht Eco scharfsinnig und inspirierend die Frage nach den Bedingungen des Lesens. Freiheit, Phantasie und Entdeckungslust: von Umberto Eco kann man lernen, wie man Literatur liest, als durchstreife man einen Wald.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Enttäuschte Erwartungen 5. Januar 2004
Von R.S. TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Aufgrund der in der obigen Kurzbeschreibung dargelegten Informationen dachte ich das Buch könnte absolut interessant werden. Gleich zu Beginn musste ich feststellen, dass es sich in Wahrheit um die Abschrift einer Vorlesungsserie an der Harvard-Universität handelt. Auch nicht schlecht denkt man und stürzt sich in das Buch.

Was dann hervorkommt sind Untersuchungen von bestimmten Details verschiedener Werke und abschließend eine Diskussion über die Problematik fiktionale Literatur von realitätsverhafteter Literatur zu unterscheiden. Zu den angesprochenen Details gehört z.B. eine immer wiederkehrende Untersuchung der zeitlichen Verflechtungen in Nervals "Sylvie". Eine zentrale These jedenfalls zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, der Leser muss permanent den Text ergänzen, auch hier bezieht er sich immer wieder auf "Sylvie", wenn er meint Nerval musste nicht schreiben, dass ein Pferd vor die Kutsche gespannt war, es reichte zu schreiben, dass er in einer Kutsche fuhr - der Leser ergänzt die Pferde dann von selbst.

Im letzten Teil, in dem er die Unterschiede der beiden Textgattungen (Fiktion vs. Real) darzulegen versucht, kommt er zum Schluss, dass es kein eindeutiges Zeichen gibt, die beiden Gattungen mit Sicherheit zu unterscheiden. Wesentlich daran ist, dass er dann dazu kommt zu postulieren, dass diese Tatsache dazu führt, dass jeder Text in der Lage ist Realität zu schaffen. Wenngleich er es nicht explizit darlegt, erinnern viele der Gedanken und Ideen in diesem Teil an den radikalen Konstruktivismus à la Paul Watzlawick.

Kann man das Werk nun empfehlen. Diese Entscheidung ist sehr schwierig, denn einerseits gibt es absolut interessante Erkenntnisse in diesem Werk, andererseits plätschert es lange Zeit in Themen dahin, die für den Literaturwissenschaftler interessant, für den "normalen" Lesekonsumenten aber eher uninteressant sind. Vielleicht liegt meine Enttäuschung aber auch einfach daran, dass falsche Erwartungen geweckt wurden.

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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Im Wald der Trivialitäten 3. Dezember 2004
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Als ich dieses Buch zum ersten Mal las, war ich zunächst beeindruckt - aber irgend etwas störte mich. Auf den zweiten Blick wusste ich auch, was: Eco bietet Trivialitäten, Halbwahrheiten und sogar schlichtweg Falsches in einer dermaßen überzeugenden Verpackung an, dass man hilflos im Wald der Terminologie steht. Erst der entschlossene Einsatz von Busch- und Beckmesser schafft Klarheit.
Fast die gesamte Argumentation dieser Essaysammlung krankt nämlich daran, dass Eco ganz offensichtlich von den semiotischen Theorien über "mögliche Welten" ("possible worlds") fasziniert ist, und diese nun -- in eigener oder gar idiosynkratischer Diktion und Terminologie -- auf jedes Gebiet anzuwenden scheint, das ihm in die Finger kommt. Das wäre nicht weiter schlimm, im Gegenteil. Das Problem ist jedoch, dass Eco sich oft selber im Wald seiner Theorien verirrt und sich dann munter in Tautologien ergeht (dies kaschiert er allerdings so elegant, dass man doch den Hut ziehen muss. Chapeau!).

Was den "Wald der Fiktionen" betrifft, so heißt das: Eco stellt nach viel Theaterdonner am Ende fest, dass fiktionale Welten (damit meint er das, was man leidlich mit dem Begriff "der in einem Kunstwerk dargestellte/reflektierte Weltausschnitt" umschreiben kann) in sich konsistent sein müssen und nicht gegen eigene interne "Regeln" verstoßen dürfen. Wie man sieht, kann man das auch in einem Satz sagen.
Andere Missliebigkeiten kommen hinzu, etwa wenn er am Beispiel von Poes "Arthur Gordon Pym" den Terminus "Modell-Autor" einführt und erläutert. (Es geht um das Phänomen, dass der Erzähler im Roman -- nicht identisch mit dem Autor -- den Bericht eines zweiten zwischenschaltet, welcher möglicherweise seinerseits... usw. Beispiele: "Arthur Gordon Pym", "Belkins Erzählungen", "Herrn Dames Aufzeichnungen", "Der Name der Rose"...). Die Mühe hätte Eco sich sparen können; der Begriff "Erzählinstanz" ist längst und bestens eingeführt.
Doch verdanken wir Ecos Erfindungsreichtum in Sachen Terminologie immerhin einige wortreich erläuterte Schaubilder zwar ohne Erkenntnis-, doch mit viel Unterhaltungswert: Wieso sollte der Leser plötzlich argwöhnen, einen Text des "empirischen Autors" (Eco meint damit das, was man umgangssprachlich treffend als "Autor" und in Fachkreisen z.B. als "realen Erzähler" bezeichnet) Poe vor sich zu haben, nachdem er haareraufend den Schaubildern Sinn zu entlocken suchte? Ein Blick auf den Umschlag von Poes "Arthur Gordon Pym" hätte genügt...

Richtig ärgerlich wird es schließlich, wenn Eco schlichtweg die Terminologie durcheinanderbringt und z.B. die wohldefinierten Begriffe "fabula" und "sjuzet" (aus dem russischen Formalismus) mit "Story" und "Plot" gleichsetzt. Das ist, man muss es so deutlich sagen, purer Unsinn. Da Jurij Lotman tot ist, kann man Professor Eco aber leider nicht mehr nach Tartu in dessen Einführungsseminar zur Literaturwissenschaft schicken.

Allerdings war die Lektüre des "Waldes" keine komplette Zeitverschwendung. Das Kapitel "Verweilen im Wald" z.B. enthält Passagen über die Darstellung zeitlicher Abläufe im Roman, die durchaus als Einführung ins Thema taugen. Und wenn Eco seine, öhöm... Hypothesen mithilfe von Beispielen aus der Literatur verdeutlicht, bekommt man richtig Lust, diese Bücher endlich mal zu lesen. Schließlich ist Eco ein guter Stilist, und ein belesener obendrein.
Es bestätigt sich wieder mal: Ecos Glossen ("Wie man mit einem Lachs verreist", "Platon im Striptease-Lokal" u.a.) sind witzig, und sein Roman "Der Name der Rose" ist ein ordentlicher Krimi -- aber wenn er sich in die Niederungen der Theorie begibt, sollte man ihn besser meiden. Wer sich intensiver mit der Interpretation literarischer Texte befassen will, ist nach wie vor z.B. mit Jurij Lotmans "Die Struktur literarischer Texte" oder Terry Eagletons "Einführung in die Literaturtheorie" bestens bedient.
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