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Im Vorbeigehn: Gedichte und Aquarelle
 
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Im Vorbeigehn: Gedichte und Aquarelle [Gebundene Ausgabe]

Hilde Domin
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
  • Verlag: Präsenz-Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3876300800
  • ISBN-13: 978-3876300801
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 32.828 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hilde Domin
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sprache des Herzens
zum 100. Geburtstag von Hilde Domin

Und im Vorbeigehn,
ganz absichtslos,
zünde ich die ein oder andere
Laterne an
in den Herzen am Wegrand.

So formuliert es Hilde Domin in einem ihrer Gedichte.
Ein wunderbares Bild, das als Überschrift über ihrem Schaffen stehen könnte. Sie gilt als Dichterin des Dennoch . Trotz vielfach erlittenem, persönlichen Leid, schwingt immer wieder Hoffnung, der Glaube an das Gute, in ihren Texten mit.
Zeitlebens war sie viel unterwegs. Noch mit 95 Jahren kam sie zu einer Lesung nach Gnadenthal. Die Bilder von Andreas Felger haben sie sehr angesprochen. So entstanden zwei viel beachtete Bücher mit ihren Gedichten und Aquarellen des Künstlers. Jetzt erscheint aus Anlass ihres 100. Geburtstages am 27. Juli 2009 der dritte Band.
Marion Tauschwitz, die Hilde Domin als Assistentin in den letzten Lebensjahren begleitet hat, spannt in ihrem Vorwort einen weiten Bogen über das Werk und die Biografie einer der bedeutendsten Lyrikerinnen der Gegenwart.

Über den Autor

Hilde Domin, geboren am 27. 07. 1909 in Köln, gestorben im Februar 2006 in Heidelberg, wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sie studierte Jura, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Philosophie. 1932 sah die Jüdin die NS-Machtergreifung voraus. Sie wanderte mit ihrem Mann, dem Kunsthistoriker Erwin Walter Palm, nach Rom aus. Sie verzichtete auf eine Universitätslaufbahn, unterstützte ihren Mann und verdiente mit Sprachunterricht und Übersetzungen den Lebensunterhalt. England wurde bald ihr zweites Asylland. Hier lehrte sie an einem College Sprachen. Erst als das Ehepaar in die Dominikanische Republik flüchtete, trat die Autorin aus dem Schatten ihres Mannes und begann unter dem Pseudonym Domin zu dichten. Dieser Wandel stand in engem Zusammenhang mit dem Tod ihrer Mutter, die meisten Gedichte sind aus Leid und Kummer heraus geschrieben. Hilde Domin empfindet diese Zeit als eine Art "zweite Geburt". Sie selbst schreibt: "Ich kam erst 1951 auf die Welt", dem Jahr, in dem erste literarisches Werke entstanden. In den Folgejahren veröffentlichte sie ihre Gedichte in Zeitungen und Zeitschriften. Mehrere Auszeichnungen wie z. B. der Rainer- Maria-Rilke-Preis (1968), der Droste-Preis der Stadt Meersburg (1971) oder der Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad HANDREAS FELGER
Jahrgang 1935, Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München.
In seinem weit gespannten künstlerischen Werk begegnen sich Mensch, Natur, Musik, Religion und Geschichte.
Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In einem Gedicht am Ende Ihres Buches schreibt Hilde Domin, was ihre Gedichte nicht sind. 'Schöner sind die Gedichte des Glücks. Wie die Blüte schöner ist als der Stengel der sie doch treibt sind schöner die Gedichte des Glücks.... Und sind schöner die Gedichte, die ich nicht schreiben werde.' Ich finde in diesen kurzen Zeilen bringt sie genau auf den Punkt, was ihre Gedichte nicht sind. Keine Romantik, keine Rührseligkeit, kein Kitsch. Ihre Gedichte sind für mich wie Rosen, bei denen man auch bei der Betrachtung der Dornen immer wieder auf die Blüte kommt. Sie sind Gedichte, die, wie die Assistentin Marion Tauschwitz im Vorwort schreibt, 'der Schwere des Lebens mit Leichtigkeit trotzen'. Und genau deshalb haben sie mich besonders angesprochen. Sie geben Mut, das Trotzdem im Alltäglichen immer wieder zu leben, egal was uns gerade an unseren Alltäglichkeiten eben nicht so passt. Es sind Zeilen und Verse, die durch immer wieder neues Lesen einladen herauszufinden, wie es gehen kann 'im Vorbeigehn, ganz absichtslos die eine oder andere Latere in den Herzen am Wegrand anzuzünden.' Und sie sagen uns, dass Leben in erster Linie unterwegs sein heißt und dass wir unterwegs unterschiedlichem und gleichem begegnen werden. 'Wohin wir kamen - wohin wir kommen, Liebster, alles ist anders, alles ist gleich. Überall wird das Heu auf andere Weise geschichtet zum Trocknen unter der gleichen Sonne.' Ein Buch, das man sehr gut auch verschenken kann, oder einfach für den Bücherschrank um immer wieder nachzulesen und neues darin zu entdecken.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Laternen am Wegrand 29. Juli 2009
Von helmpr. TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Und im Vorbeigehn
ganz absichtslos,
zünde ich die ein oder andere
Laterne an
in den Herzen am Wegrand

Die erste Zeile dieses Gedichtes von Hilde Domin dient als Titel des kleinen aber feinen Buches. Und so sind diese Gedichte auch, einzelne Laternen am Wegrand des Lebens, die absichtslos vorüberziehen, und gerade in ihrer Absichtslosigkeit bewegend sind. Auch weil in ihnen sehr viel auch schwere Lebenserfahrung zu spüren ist.

Mich berühren diese Gedichte immer wieder, einzelne begleiten mich seit Jahren. Es stimmt, schöner als im Vorwort von Marion Tauschwitz ist es nicht zu sagen: Hilde Domins Gedichte trotzen der Schwere des Lebens mit Leichtigkeit.

Hilde Domin schätzte den Künstler Andreas Felger und seine von der Kargheit und Farbigkeit der Schwäbischen Alb geprägte Kunst. Seine Bilder gehen kongenial in den Dialog mit den Worten, ganz ähnlich leicht vorüberziehend wie diese.

Ein sehr gelungenes, wertvoll gestaltetes Buch, das zum liebevollen Geschenkband prädestiniert ist - als Geschenk für sich selber oder für Menschen, denen man auch gern solch eine Laterne an den Wegrand stellen möchte.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Seit Tagen schon vertiefe ich mich in Arbeiten des 1935 geborenen Künstlers Andreas Felger. Sein Werk umfasst, wie ich mich mittlerweile kundig gemacht habe, Farbholzschnitte, Aquarelle, Ölmalerei, Skulpturen, Holzreliefs und Glasfenster. Im vorliegenden Buch sind Aquarelle von ihm zu sehen, in wunderschönen mediterranen Farben, die die Gedichte Hilde Domins, welche im Buch ebenfalls enthalten sind, auf bemerkenswerte Weise visualisieren.

Viele der Aquarelle erinnern mich der Farben wegen an den Regenbogen, an die grenzenlose farbliche Vielfalt des Südens, an immerwährende Veränderung und an Bewegung. Inmitten der bunten Farben war ich zunächst von einem Aquarell mit einem schwarzen Balken irritiert. Nachdem ich mich in das Bild vertieft habe, wurde mir bewusst, dass dieser Balken der Vielfarbigkeit keinen Schaden zufügt, diese auch nicht verdüstert, sondern ihr wie eine Banderole Halt gibt. Wirklich toll gemacht.

Hilde Domin (1909-2006) zählt zu einer der wichtigsten Lyrikerinnen der Gegenwart. Studiert hatte sie einst Rechtswissenschaften, Nationalökonomie, Soziologie und Philosophie. Ab 1932 lebte die Jüdin im Exil in Rom, heiratete dort 1936, um später zunächst in England, dann in den USA und schließlich in der Domikanischen Republik zu leben. Erst 1951 begann sie Gedichte zu schreiben, die später in insgesamt 22 Sprachen übersetzt wurden. Wie man dem Vorwort von Marion Tauschwitz entnehmen kann, hat die Lyrikerin die Grundgedanken aus Spinozas Philosophie Die Ethik: Die Bibliothek der verbotenen Bücher in ihre Gedichte eingeflochten. Ihr Leben lang blieb die Dichterin eine Suchende, das zeigt sich sehr deutlich in den augewählten Gedichten.

Ich erlaube mir an dieser Stelle zwei Verse eines Gedichtes zu zitieren, das die Lyrikerin ganz feinsinnig als Suchende "outet":

Die Liebe
sitzt in der Sonne
auf einer Mauer und räkelt sich
für jeden zu sehn
Niemand hat sie gerufen
niemand könnte sie wegschicken
auch wenn sie störte

........
........
.........

Die Mauer ist leer wo die Liebe saß
Wohin ging sie als sie ging?
Selbst der Tod, selbst die Träne
lässt eine Spur.

Auf meinem Rezensionsblog habe ich mir erlaubt, das Gedicht vollständig zu zitieren, welches Felgers Aquarell mit dem schwarzen Balken zugeordnet wurde.
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