"Im Tempel des Regengottes" ist das erste Werk von Andreas Gößling, das ich gelesen habe und mit Sicherheit auch das letzte.
Die Handlungsabläufe sind verworren, der Schreibstil ist wenig überzeugend. Im Vergleich zu anderen deutschen Historienromanautoren wir Rebecca Gable, Tanja Kinkel, Ulrike Schweikert u.a. kann Gössling nicht ansatzweise mithalten.
Die Kapiteleinteilung ist oftmals nicht nachvollziehbar. Teilweise knüpft der Handlungablauf eines Folgekapitels nahtlos an den letzten Satz des vorherigen Kapitels an. Dann bedarf es keines neuen Kapitels. Teilweise hat man den Eindruck, dass der Autor den Roman nicht fortlaufend geschrieben hat, sondern die Handlungsabläufe nachträglich in die Gesamtgeschichte eingepasst hat. Mittendrin fehlt ein Kapitel, werden die Hauptprotagonisten im Wald überfallen und einige getötet, geht die Handlung zu einem späteren Zeitpunkt mit den Überlebenden weiter. Warum der Überfall stattfand, warum einige Protagonisten überlebten etc. erfährt der Leser nicht.
Wer "Der Azteke" von Gary Jennings oder "Die Aztekin" von Colin Falconer gelesen hat, weiß, wie ein guter Roman über die mesoamerikanischen Völker in positiver Weise gestaltet sein kann.
Was Gössling anbietet, ist hingegen nicht wirklich lesenswert.