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Im Teich: Roman
 
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Im Teich: Roman (Taschenbuch)

von Ha Jin (Autor), S. Hornfeck (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 180 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423242760
  • ISBN-13: 978-3423242769
  • Originaltitel: In the Pond
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 130.825 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Aus dem Englischen von Susanne Hornfeck

Shao Bin, Künstler, Kalligraph und Arbeiter der Düngerfabrik »Ernteglück« in Endstadt, gehört nicht zu denen, die Ungerechtigkeit und Korruption von seiten der Führungskader einfach so hinnehmen. Als er und seine kleine Familie zum wiederholten Male bei der Wohnungszuteilung übergangen werden, glaubt er sich im Recht, die Machenschaften »dieser Banditen« endlich aufzudecken.

»So kann der Pinsel eines wahren Gelehrten das Gute befördern und dem übel vorbeugen«, liest er in einem Buch über altchinesische Weisheit, und inspiriert von solchem Streben nach Gerechtigkeit fertigt er eine Karikatur an, die die ortsansässige Zeitung auch tatsächlich druckt. Einmal in Gang gesetzt, ist die Schraube fortan nicht mehr zurückzudrehen: Shao Bin wird mehrfach verwarnt und bestraft, doch er gibt nicht auf. Im Gegenteil: In immer größere Gewässer wagt Shao Bin sich vor, sogar bis in die Hauptstadt Beijing.

Der Verlag über das Buch

»David gegen Goliath auf Chinesisch - eine sehr fremde, aber höchst vergnügliche Gesellschaftssatire.«»Max«

»Eine kleine Erzählung über kleine Leute, eine Komödie im eigentlichen Sinn: gemein und auf deftig-derbe Weise wahrhaft komisch.« The New York Times Book Review

»Der Autor ist ebenso einfallsreich wie sein Held, und die einfache Sprache dieser Novelle täuscht!« The New Yorker

»Eine äußerst weise und zutiefst komische Novelle, die genau beobachtete Bilder zu einer brodelnden und dennoch maßvollen Erzählung über soziale Ungerechtigkeit im modernen China zusammenfügt. Durch Ha Jins elegant-komischen Stil geht der Kampf des Arbeiters Shao Bin, sowohl mehr Einfluß innerhalb seiner Gemeinschaft zu bekommen als auch seine Menschenwürde zu erhalten, allerdings weit über seinen Schauplatz im kommunistischen China hinaus und illustriert mit hohem Erkenntnisgewinn ein universelles Rätsel.« Publishers Weekly

»Das Anderssein dieser vornehmlich fremden Nation verflüchtigt sich in dem Maße, wie jede einzelne der lebendig gezeichneten Figuren Gestalt auf dem Papier annimmt. Seine Charaktere sind wie immer universell und haben einen hohen Wiedererkennungswert.« The Boston Globe

»Ha Jin, dieser Meister der Miniatur, weiß: Es sind die kleinen Dinge im Leben, die uns zerstören.« amazon.com (USA)

»Stilistisch brillant serviert Ha Jin einen Text, dem der Leser keinen "China-Bonus" zumessen muss. Scharf gezeichnete Charaktere, treffsichere Pointen und eine distanzierte Eleganz lassen die oftmals ermüdende Lektüre chinesischer Gegenwartsliteratur vergessen.«»Lübecker Nachrichten«


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zwischen Gerechtigkeit und Erfolgsstreben, 12. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Der Held dieser kleinen, aber sehr feinen Novelle ist ein junger Fabrikarbeiter in einer Düngemittelfabrik in postmaoistischen China. Shao Bin, so sein Name, fühlt sich indes zu mehr berufen - nicht zu Unrecht, ist er doch ein begabter Künstler. Als er zum wiederholten Male bei der Wohnungsvergabe übergangen wird, greift er zum Pinsel und prangert in einer Karikatur das Verhalten zweier Führungskader an. Von hier an entspinnt sich eine wunderbar leichte und doch nachdenklich machende Geschichte. Shao Bin kämpft - für die Gerechtigkeit. Aber auch sein eigenes Fortkommen liegt ihm am Herzen. Er fühlt sich zu höherem berufen, die Kunst ist sein Feld. In immer neuen Aktionen und Reaktionen von Shao Bin und den beiden betroffenen Führungskadern steigert sich der Kampf ums Fortkommen. Mit leichter Sprache, stets mit leicht humoristischem, nicht selten auch ironischem Unterton schildert Ha Jin die Versuche seines Helden, die Aufmerksamkeit auf sich und die erlittene Ungerechtigkeit zu lenken. Dabei entwickelt das Buch eine ganz erstaunliche Spannung: Jede Aktion macht neugierig auf die Reaktion. Shao Bin wird so zum Helden, mit dem man mitfühlt - und der doch nur ein Mensch ist, der auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Ein höchst gelungenes Werk, das kurzweilige Unterhaltung bietet.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einsame Spitze! Satire als Interkulturelles Training, 5. März 2008
Schon oft habe ich (Sinologin) dieses Buch empfohlen, weil man ganz nebenbei unwahrscheinlich viel über die chinesische Mentalität lernt. Die Tragik eines verhinderten Künstlers vor Bürokratie und Kleingeistigkeit ist natürlich auch auf andere Länder übertragbar. Ha Jin hat den nötigen Abstand, sein Volk liebevoll und ironisch zu portraitieren. Sein eingängiger Schreibstil macht es jedem Anfänger leicht, der sich für China interessiert. Ein tolles Buch!

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23 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Anleitung zur Zähmung kreativer Unruhestifter, 27. August 2001
Von Ein Kunde
Ohne zu zögern würde ich Ha Jins Novelle "Im Teich" gegenüber seinem Roman "Warten" den Vorzug geben. Wie Kleists "Michael Kohlhaas" hebt sie an und schraubt sich temporeich und unaufhaltsam vorwärts drängend über zwei Drittel des Umfangs zu einer Tragödie ganz im Sinne Friedrich Hebbels empor. Tragödie? Wie das? Wo doch in allen Klappentexten und Verlagsankündigungen von Gesellschaftssatire und Komik die Rede ist? Worin liegt die Tragödie? Im unerbittlichen Räderwerk, das, einmal in Gang gesetzt, nicht mehr zu stoppen ist. Zu befangen sind Bin, der Gerechtigkeitsfanatiker und "ein begabter Unruhestifter" (S. 50) ebenso wie die von ihm an den Pranger gestellten Funktionäre, als dass sie aus eigener Kraft eine Einigung in diesem Konflikt herbeiführen könnten. Dieser Konflikt gerät immer mehr außer Kontrolle. Kaum einmal von Selbstzweifeln heimgesucht, wird Bin immer maßloser und ungerechter in seinen Anschuldigungen. Meilan, seine Frau, eigentliche Initiatorin der Gerechtigkeitskampagne, der es nur um die Zuteilung einer größeren Wohnung ging, verhält sich zwar loyal gegenüber ihrem Mann, teil an seinem verbissenen Kampf gegen eine Welt von tatsächlichen und eingebildeten Feinden nimmt sie aber nicht. Am Ende hat Bin den Ausgangspunkt des Streits zwischen David, also ihm, und Goliath, den selbstherrlichen Parteibonzen, völlig aus dem Blick verloren. Meilan sitzt mit Mann und Kind immer noch im selben elenden Loch, obwohl Bin sich von dem Menschenfänger Yang hat kaufen lassen und fortan im selben Teich wie die von ihm befehdeten Apparatschiks wird angeln dürfen, was den Gerechtigkeitssinn Bins als selbstsüchtig und unecht enthüllt. Ha Jin gelingt es in dieser Novelle hervorragend zu verdeutlichen, wie ein Funktionärsstaat funktioniert: Indem niemand das Prinzip "Wir schwimmen im selben Teich und können nicht ständig nacheinander schnappen" in Frage stellt. (S. 177) Dieses "Gleichgewicht", wie korrupt und ungerecht auch immer, gerät nur vorübergehend durcheinander durch Bins gefährliche "kreative Energie" (S. 125) und durch sein " ... Herz", ... das "... einer Atombombe /gleicht/, die alles mit sich hinwegreißen möchte." Bin sprengt alle Dimensionen der Normalität durch seine Maßlosigkeit und Unberechenbarkeit, worin im Hebbelschen Sinne die Ursache von Schuld und Tragik zu suchen sind. Nur knapp schrammen die hasserfüllt ineinander Verkrallten an der Tragödie vorbei. Das Zerstörungspotential bis hin zum eigenen Untergang ist in Bin durchaus angelegt. "Immer wieder kreiste vor seinem geistigen Auge ein riesiger Adler am Himmel und stürzte auf Spatzen, Häher, Schwalben und Meisen herab. Die Luft war erfüllt von ekstatischen Schreien und jämmerlichem Piepsen." (S. 162) Die anvisierten Opfer des "Adlers" Bins "trauten ihm ohne weiteres zu, dass er ein Haus im Arbeiterpark hochgehen ließ." (S. 166) Die antike Tragödie übt eine reinigende Wirkung (Katharsis) auf die Zuschauer aus, indem sie den unabsichtlich schuldig gewordenen Helden untergehen lässt. In dieser Novelle bleibt die Reinigung aus. Niemand, weder Bin noch seine ärgsten Feinde, zeigen Einsicht oder Reue, im Gegenteil: Sie arrangieren sich aus egoistischen Motiven. Bin, der fanatische Gerechtigkeitsapostel, geht selbstzufrieden und befriedet im Vertrauen auf die Erfüllung des Spruchs "Wenn sie ein Pferd kaufen, werden sie auch für einen Sattel sorgen" (S.176) freudig und beflügelt einer gesicherten Zukunft "im zweiundzwanzigsten Dienstrang für die Propagandarbeit" (S. 173) entgegen. Die eigentliche Tragödie liegt im Verrat an allen Überzeugungen und letzlich an sich selbst. Bins Gerechtigkeit wird als Theaterdonner bei seinen Auftritt in der Redaktion in Beijing enthüllt. "Das war großartig! Ein absolutes Meisterstück. An dir ist ein Schauspieler verlorengegangen." (S. 156) Dieser Verrat ist keine chinessische, sondern eine allgemeine menschliche Tragödie, wie sie sich zu allen Zeiten und in allen Gesellschaftssystemen wiederholt.
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