Abseits in einem Tal des Vajont in dem Dorf Erto im Friaul wächst Severino Corona am Ende des 19. Jahrhunderts auf. Mauro Corona ist der Nachfahre des legendären Urvaters, dessen Geschichte er hier in der Form des Romans erzählt.
Das Friaul ist ein Gebiet am Rand der Südalpen, das später in die nördliche italienische Tiefebene übergeht.
Wir erleben hier eine archaische, bäuerliche und urwüchsige Welt. In ihr geht es simpel zu. Liebe, Eifersucht, Mord und Heimtücke, Tod, Leidenschaft und ungehemmter Sex zusammen mit den Urgewalten des Klimas bestimmen das Leben der Bergbewohner. Zino, wie der Held auch genannt wird, wurde mit seinem acht Jahre jüngeren Bruder früh zum Waisen. Der Vater war von einem eifersüchtigen Verehrer der Mutter erschlagen worden. Nur ein Jahr später starb die Mutter vor Gram um den Tod ihres Mannes.
Im Stil rudimentärer Quellen zwischen Gut und Böse setzt Mauro Corona seine Erzählung fort. Im Dorf des Vajont lebt man von der Aufzucht von Ziegen und Kühen und von der Milchwirtschaft und Handwerksbetrieben aller Art. Immer wieder erlebt Zino die Güte, Zuwendung und Freundlichkeit von Männern, die zu Freunden werden. Deren Frauen, die ihn umgarnen und zu sexuellen Handlungen auffordern, denen er nicht widerstehen kann, zerstören jedoch seine besten Freundschaften und schaffen ein Klima der Angst, des Neides, der Eifersucht, von Rache und Mordgelüsten. In diesem Milieu erlebt Zino ein Leben voller Unruhe, in Furcht und beladen von Schuldgefühlen. Doch reingelegt vom Sog, den die Frauen auf ihn ausüben, sucht er nach immer neuen Ausflüchten in Ortswechseln und im Kampf um das eigene Überleben. Sein Freund Raggio wird durch die ihm verabreichten vergifteten Pflanzen verrückt, andere sterben durch eigene Hand. Frauen bringen ihre ungeborenen und in Schande gezeugten Babys um oder sterben selber eines qualvollen Todes. Nur das letzte der von Zino außerehelich gezeugten Kinder überlebt in der Familie eines großzügigen Gutsbesitzers.
Nicht nur die hitzigen Temperamente der Protagonisten beleben die dargestellten Szenen. Auch der Aberglaube beherrscht das Leben der Anwohner.
Die gewaltige Natur mit ihren heißen und kalten Wintern, den steilen Berghängen und dem reißenden Fluss Tagliamento bedrohen düster dräuend das Leben der Dorfbewohner.
Nicht jedem werden diese Urgewalten, von denen die Lektüre strotzt, behagen.
Der Autor Mauro Corona, der selbst in einem Bergdorf im Friaul als Kind von fahrenden Händlern geboren wurde, erzählt urwüchsig und kraftvoll vom Leben in dieser abgelegenen Gegend und der Welt seiner Vorfahren. Er ist Bergsteiger, Bildhauer und Schriftsteller und lebt in dem Dorf Erto im Friaul.