Man kann sicher geteilter Meinung sein, was die Opferbereitschaft Lornas betrifft, für ihre Freundin eine Schuld auf sich zu nehmen und sich nach Tasmanien deportieren zu lassen. Auch ich habe einige Male fast die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Andererseits ist das Buch derartig spannend geschrieben und bietet so viele Facetten verschiedener Schicksale, daß ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Beginnend 1856 erstreckt sich Lornas Leben (und das ihrer Familie und Freunde/Feinde) bis 1889, wobei immer mal wieder die Schauplätze wechseln (Cornwall, London, Südafrika, Westaustralien, Tasmanien). Die Handlungen sind ausgesprochen mitreißend beschrieben, und alle Personen kann man sich bildlich vorstellen. Cathys Zeit auf Darrenhall bei Lord Lanyon nimmt viel Raum ein, und das gleiche findet statt bei der Erzählung von Lornas Zeit auf dem Sträflingsschiff und im Gefängnis auf Tasmanien. Es passieren ständig aufregende Ereignisse, die Landschaftsbeschreibungen sind sehr detailliert, und die Sprache locker zu lesen.
Eine gute Idee fand ich auch, den Romaninhalt mit den tatsächlich geschehenen Morden von "Jack the Ripper" im London des Jahres 1888 zu verweben.
Fazit: Wer über Lornas Opferverhalten hinwegsehen kann und einmal in sich geht, um über das Gute im Menschen nachzudenken wird mit einem SEHR spannenden Roman und ausgesprochen interessanten Frauenschicksalen belohnt.