Der Film beginnt mit einer quälend langen Sequenz eines Privatvideos aus den 1980er Jahren. Jemand springt von einem Wasserfall, eventuell Joaquins Bruder Phoenix?
I' m still here ist eine Fake Documentary, die viel über die Wirkung der Drogen Alkohol, Marihuana und Kokain (siehe den weissen Schriftzug auf dem Cover) und den Verfall einer Berühmtheit zu sagen hat, eine Art Spinal Tap, nur ungleich bitterer und trauriger, für mich persönlich auch ein Film über Kurt Cobain, den die Öffentlichkeit sterben sah und kein Freund fand sich bereit ihm zu helfen, zu faszinierend war anscheinend das Scheitern.
Nach dem Erfolg der Johnny Cash Biographie Walk the line kündigt Joaquin Phoenix seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft an, da er sich kreativ nicht genug gefordert fühle, immer nur die Texte anderer Leute aufzusagen. Sein neues Feld soll die Musik sein, er gibt erste (schaurige) Kostproben als Rapper und kündigt ein HipHop-Album an. Damit noch nicht genug, er lässt sich einen ungepflegten Bart wachsen und wird immer unvermittelbarer in Hollywood. Manche Kollegen scheinen eingeweiht zu sein, das alles nur eine Masche für einen neuen Film ist, David Letterman aber weiss nichts davon und beschert Phoenix einen desaströsen TV-Auftritt.
Natalie Portman und Ben Stiller kommen in diesem Film nicht gut weg, Sean Puffy Combs hingegen wirkt klüger als sein öffentliches Image, er ist ein guter Geschäftsmann mit Liebe für die Musik, Respekt!
Im Audiokommentar verrät Regisseur Cassey Affleck mit etwas schläfriger Stimme viele Details über den Film, etwa das die beiden Frauen im Hotelzimmer befreundete Schauspielerinnen waren, das in der Anfangssequenz Joaquin in den Wasserfall springt, das Mos Def und Sean Combs eingeweiht waren und vieles mehr, was den Film dann etwas entzaubert. Untertitel (deutsch und englisch wären hier sehr sinnvoll gewesen, da Herr Affleck etwas monoton und nicht sehr deutlich spricht.
Wer Phoenix in Gladiator und Walk the line mochte und mal einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen Hollywoods werfen möchte ist mit diesem Film goldrichtig! Nirgends echte Freunde, keine Loyalität, nur Neider, Schleimer und Menschen, die sich bereichern wollen. Britney Spears, Charlie Sheen, Lindsay Lohan und eben Joaquin Phoenix - am begehrtesten, wenn sie scheitern und sich die Massen an Spott und Neid erfreuen können.
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Heidi Fleiss - Callgirl der StarsHollywood AnimalSpielzeit: 103 Minuten, Extras: Audiokommentare von Regisseur Casey Affleck + Cast & Crew, Alternatives Ende, Interview mit J. Phoenix, Gespräche (nur Audio), Teaser, Ton: Englisch DTS & DD 5.1, wahlweise deutsche oder keine Untertitel