Nachdem ein Pärchen anscheinend beim Liebesspiel im offenen Cabrio ermordet wurde, hilft Alex Delaware seinem Freund, dem bekennenden schwulen Lieutenant Milo Sturgis, bei der Aufklärung dieses und weiterer Morde, die sehr bald ins Psychotherapeuten-Milieu führen. Hier kennt sich Alex, wie der geneigte Leser weiß, als Psychologe und - nach erfolgreichen Aktiengeschäften - nicht mehr praktizieren müssender Kindertherapeut bestens aus. Nachdem zunächst alles auf Sexualmorde hindeutet, decken die beiden Freunde allmählich einen Sumpf aus Subventionsbetrug auf, gespickt mit Verbindungen zum Völkermord in Ruanda und an anderen Brennpunkten der Weltgeschichte.
Als Fan von Alex Delaware war ich von diesem Roman enttäuscht. Der Protagonist beschränkt sich zunehmend darauf, zwischen Erledigung seiner Post, gelegentlichem Joggen sowie Treffen mit seiner neuen Freundin Allison, ebenfalls Psychotherapeutin, für Milo schwierige Verhöre zu führen (soo viel psychologisches Können finde ich da als Psychologin nun auch wieder nicht drin). Ach ja, er kombiniert natürlich auch gewonnene Erkenntnisse. Das Ganze erinnert mich allmählich an Sherlock Holmes und Dr. Watson und ist ähnlich spannend ;-) Alex und Milo bleiben irgendwie am Rande des Geschehens, sie verhören und ziehen Schlussfolgerungen daraus, aber selten geschieht tatsächlich etwas Spannendes.
Emotional ist bei Alex auch nicht mehr viel los, seit er seine langjährige Freundin Robin (die in vielem an Faye Kellerman erinnert) verloren hat. Die Neue, Allison, bleibt merkwürdig blass, ebenso seine Gefühle für sie. Vielleicht gelingt es ja dem demonstrativ glücklich verheirateten Jonathan Kellerman nicht, sich eine Beziehung nach Faye/Robin vorzustellen. In dem Fall würde ich ihm vorschlagen, dass – wie schon einmal geschehen – Robin und Alex wieder zueinander finden.