"Im Schattenreich" ist der Nachfolgeroman von "Die Macht der Bilder". Zunächst plätschert die Geschichte ein wenig vor sich hin. Es geschehen drei unterschiedliche Mordfälle, bei deren Ermittlungen Kommissar Kaminski und die Rechtsmedizinerin Leonie Simon nicht wirklich voran kommen. Des Weiteren begibt sich Dr. Leonie Simon auf die Suche nach dem Mörder ihrer Mutter und muss sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzten. Atemlose Spannung ist nicht gegeben, da m. E. zu viele Handlungsstränge in den Roman eingewoben wurden, die aber natürlich alle miteinander verbunden sind. Letztendlich ist "Im Schattenreich" ein gutes Buch. Die Hauptperson Dr. Leonie Simon wirkt wesentlich sympathischer als im ersten Buch. Allerdings muss ich auch hier kritisieren, was ich bei "Die Macht der Bilder" kritisiert habe: zuviel Fachchinesich. Frau Kampmann scheint davon auszugehen, dass jeder Leser auch gleichzeitig ein Mitarbeiter im Medizinbereich ist. Das finde ich sehr schade und mindert das Lesevergnügen. Medizinische Vorgänge werden oft sehr detailreich und akribisch beschrieben, was sicherlich für manchen Leser vom Fach interessant ist, aber für den Laien auch nervend, da man mehr mit dem Nachschlagen im Fremdwörterduden beschäftigt ist, als mit dem Buch selbst.
Den Schreibstil von Renate Kampmann halte ich - bis auf das Fachchinesisch - für sehr einfach. Ihr Schreibstil erinnert stellenweise an Andreas Franz, der ebenfalls wie Frau Kampmann banale Situationen, wie einkaufen, autofahren etc., ausführlichst beschreibt. Das füllt zwar die Seiten, trägt aber zum eigentlichen Geschehen nichts bei.
Ich möchte das Buch aber Jedem empfehlen, der Krimis aus der Rechtsmedizin und die Bücher von Andreas Franz mag.
Vier Sterne von mir, da das Buch im Vergleich zum Vorgängerroman eine Steigerung ist.