Das dieser zweite Band von der Qualität her dem ersten nichts nachsteht verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass diese beiden Bücher in der englischen Originalfassung dem ersten Band der „Sword of Shadows"-Triologie entsprechen.
Was passiert? Die beiden Hauptpersonen erfahren mehr über ihre Begabungen und erhalten auch erste Informationen über ihre jeweiligen Schicksale. Sie erfahren, dass Ash in ihrem jetzigen zustand eine Gefahr für diese Welt darstellt, da sie mit ihren Fähigkeiten, die sie noch nicht kontrollieren kann, die magischen Schutzwälle die dass Böse von ihre Welt fern halten, durchbrechen könnte. Um dies zu verhindern muss Ash die Höhle des schwarzen Eises erreichen, die weit im Norden dieser Welt liegt, erreichen. Raif und sein Onkel Agnus Lok begleiten sie. Neben diesem Haupthandlungsstrang gewinnen einige Nebencharaktere zunehmend an Profil, die Handlung wird langsam komplexer und damit (für mich) interessanter. Der Krieg zwischen den verschieden Clans im Norden weitet sich, unterstützt durch die Intrigen seitens Penthero Iss aus. Weiterhin tauchen erstmals die Sull auf, ein an Elfen erinnerndes Volk.
Das Buch bleibt düster und spannend und weist die selben Stärken auf wie der erste Band (d.h. insbesondere eine exzellente Beschreibung der lebensfeindlichen Natur). Es erinnert in diesem Aspekt an die „A Song of Ice and Fire"-Serie von George R.R. Martin. Die Handlung gewinnt etwas an Fahrt, die dramatischen Szenen häufen sich etwas. Aber ebenso wie im ersten Band bleibt klar, dass das zwar spannende, aber irgendwie auch etwas enttäuschende Finale lediglich ein „Etappenziel" ist.
Neben den Anleihen an George R.R. Martin ist auch der Einfluss vom J.R.R. Tolkien spürbar (z.B. die Existenz elfenähnlichen Wesen und einer absolut bösen Macht, die schon fast vergessen schien und nun droht, die Herrschaft über die Welt zu erobern). Auch wenn es an die Qualität dieser beiden Werke nicht herankommt, bleibt diese Serie überdurchschnittlich und damit lesenswert.